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Wurde der Vertrag vom Fitnessstudio unerlaubt verlängert? Das müssen Kunden beachten

Workout im Fitnessstudio ist derzeit nicht drin. Aufgrund der Corona-Pandemie bleiben die Betriebe geschlossen. Doch was tun, wenn der Vertrag verlängert wurde?

Die Laufbänder stehen still, Gewichte hebt derzeit auch niemand – aufgrund der Corona-Regeln in Deutschland haben die Fitnessstudios seit Monaten geschlossen. Eine Ausnahme machte nach dem vergangenen Corona-Gipfel das Bundesland Hessen, das im Gegensatz zu NRW die Fitnessstudios aufgrund ihrer Inzidenz öffnen durfte. Sehr zum Ärger vieler Kunden wurden nun die Verträge verlängert.

In den vergangenen Wochen sind bei der Verbraucherzentrale NRW vermehrt Beschwerden über Vertragsverlängerungen eingegangen, obwohl die Verträge zuvor fristgerecht gekündigt worden waren. Manch einer sollte seinem Fitnessstudio sogar Beiträge für die kommenden zwei bis drei Monate im Voraus zahlen. „Dieses Vorgehen müssen Sie sich nicht bieten lassen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
Bestätigte Fälle in Deutschland2.581.329 (16. März 2021)
Bisher geimpfter Menschen in Deutschland\t6.507.159 (16. März 2021)

Kündigung beim Fitnessstudio: Darauf müssen Kunden achten

Vertrag ist Vertrag – dieser Grundsatz gelte zwar auch während der Coronavirus-Pandemie. Dennoch meldeten einige Freizeitsportler, dass ihre fristgerechte Kündigung beim Fitnessstudio erst zu einem späteren Zeitpunkt bestätigt wurde. Dies sei jedoch nicht rechtens, betont die Verbraucherzentrale NRW. „Die im Vertrag genannte Laufzeit gilt nach unserer Ansicht auch dann, wenn das Fitnessstudio wegen der Corona-Pandemie vorübergehend schließen musste.“

Sollte ein Fitnessstudio-Vertrag fristgerecht gekündigt und der Zeitpunkt der Kündigung bereits überschritten worden sein, sollten Betroffene ihre Zahlungen einstellen oder den Bankeinzug widerrufen. Sollte dennoch Geld vom Konto abgebucht werden, können sich Kunden den Betrag von ihrer Bank zurückholen.

Kunden müssen Gutscheine vom Fitnessstudio akzeptieren

Sollte das Fitnessstudio die Dauer des Vertrags um die Zeit, in der der Betrieb aufgrund des Lockdowns schließen musste, einseitig verlängern, könne auch dagegen vorgegangen werden. „Wir meinen, dass eine solche Verlängerung nur im Einvernehmen mit den Verbrauchern möglich ist“, heißt es Seitens der Verbraucherzentrale NRW. Jedoch müssen Mitglieder in einigen Fällen auch Gutscheine statt einer Rückerstattung akzeptieren.

Kunden, die ihren Vertrag im Fitnessstudio vor dem 8. März 2020 abgeschlossen und für die Zeit während des Lockdowns bereits gezahlt haben, kann statt einer Rückerstattung auch ein Gutschein ausgestellt werden. Aus diesem muss jedoch klar hervorgehen, dass er aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgestellt wurde. Sollte dieser bis zum 31. Dezember 2021 nicht eingelöst werden, müssen die Studiobetreiber die Summe auszahlen.

Fitnessstudios haben derzeit geschlossen – außer in Hessen.

Gegen Fitnessstudio vor Gericht ziehen? Vorsicht ist geboten

Vorsicht ist für Kunden jedoch geboten: In den vergangenen Monaten seien laut der Verbraucherzentrale NRW einige erstinstanzliche Urteile ergangen, „in denen entschieden wurde, dass die Unternehmen auch einseitig – also ohne die Zustimmung der Kunden – die Verträge um die Zeit der Schließung verlängern können“. Seitens der Betreiber werde mit einer Vertragsanpassung argumentiert.

Eine höchstrichterliche Entscheidung habe es in dieser Frage bislang nicht gegeben. Kunden gingen daher ein Risiko ein, sollten sie in solchen Fällen gegen ihr Fitnessstudio vor Gericht ziehen wollen.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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