39-Jähriger vor Gericht 

Mann baut 500 Cannabis-Pflanzen an – Anwalt fordert Freispruch

Ein Mann stand vor Gericht, weil er in seinem Haus eine Drogen-Plantage betrieben haben soll. (Symbolbild)
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Ein Mann stand vor Gericht, weil er in seinem Haus eine Drogen-Plantage betrieben haben soll. (Symbolbild)

Weil er Cannabis-Pflanzen in seinem Haus anbaute, stand ein 39-Jähriger vor Gericht – der Verteidiger hatte jedoch einen Freispruch gefordert. 

  • Ein 39-Jähriger aus Greven stand vor Gericht
  • Er hatte in seinem Haus Cannabis im großen Stil angebaut
  • Sein Anwalt hatte dennoch auf Freispruch plädiert

Rheine – Vor dem Schöffengericht in Rheine (Kreis Steinfurt) musste sich am Dienstag (19. November) ein 39-Jähriger verantworten: Ihm wurde vorgeworfen, in seinem Haus in Greven eine Cannabis-Plantage betrieben zu haben, wie msl24.de* berichtet. 

Greven: Drogen-Plantage im Haus? Polizei findet Hinweise

Zunächst musste jedoch die Frage geklärt werden, ob die Plantage in dem Haus in Greven wirklich existierte – und ob der ehemalige Bewohner verantwortlich für die Pflanzenaufzucht war. Der Angeklagte selbst wies die Vorwürfe von sich. 

Gegen den Mann aus Greven sprachen laut msl24.de* jedoch einige Hinweise: Bei einer polizeilichen Durchsuchung des Hauses fanden die Beamten elf Hochleistungslampen, die zur Zucht des Rauschmittels genutzt werden. Weitere Gegenstände, wie Filter, Töpfe sowie anderes Zubehör zur Aufzucht, deuteten auf eine Plantage hin.

Angeklagter soll in Greven 500 Cannabis-Pflanzen gezüchtet haben

Auf dem Boden des geräumten Hauses in Greven fanden die Beamten Cannabis-Blätter, die die Polizisten als relativ frisch beschrieben. Der letzte Beweis war ein kriminalistisches Gutachten: Demnach wurde in dem Haus eine nicht unerhebliche Menge "Gras" herangezogen. 

In der Anklage ist von rund 500 Pflanzen die Rede – das habe etwa fünf Kilogramm der fertigen Droge ergeben. Der Verteidiger forderte dennoch einen Freispruch für seinen Mandanten aus Greven: Zwischen der Zwangsräumung des Hauses und der im Dezember 2017 erfolgten polizeilichen Durchsuchung habe praktisch jeder das Gebäude betreten können. 

Einen ähnlichen Fund hatten Polizisten in der Region vor einigen Monaten gemacht: Auf einem Bauernhof in Oelde stießen sie auf eine Drogen-Plantage, wie msl24.de* berichtet. 370 Pflanzen befanden sich im Garten. 

Mann aus Greven schuldet dem Stromversorger rund 17.000 Euro

Einige Zeugen belasteten den Angeklagten aus Greven vor Gericht jedoch. Zum einen schulde der Mann seinem Energieversorger noch 16.900 Euro, wie ein Mitarbeiter der Stadtwerke zu Protokoll gab. Der Bewohner hatte rund 60.000 Kilowatt in zwei Jahren verbraucht – das wären pro Monat rund 1000 Kilowatt über einem durchschnittlichen Verbrauch von 1400 für eine Person. 

Zudem habe der 39-Jährige die Mitarbeiter des Stromanbieters nie auf das Grundstück in Greven gelassen, um den Zähler abzulesen. Auch die Nachbarn hatten sich über den Mann schon oft beschwert: Er betrieb in seinem Haus eine angemeldete Hundezucht. Bei der Räumung fanden die Beamten 14 Tiere – Welpen sowie ausgewachsene Hunde. 

Wegen Drogenanbau: 39-Jähriger aus Greven zu Haft verurteilt

Das Gericht ging auf die Forderung des Verteidigers schließlich nicht ein und verurteilte den 39-Jährigen aus Greven zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Eine Bewährung sei trotz des kurzen Zeitraums nicht möglich. 

Vor einigen Monaten konnten Ermittler in der Region einen Dealer festnehmen: Der Dealer hatte in seiner Wohnung in Münster kiloweise Cannabis sowie rund 1000 Ecstasy-Pillen versteckt. Auch darüber berichtete msl24.de*. Zudem hatte er Tausende Euro Bargeld bei sich. 

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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