Revision der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen

Säugling zu Tode geschüttelt: Gericht bestätigt "minderschweren Fall"

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Ein elf Wochen altes Baby starb im Juni 2018. Der Vater wurde vergangenes Jahr verurteilt. (Symbolbild)

Vor einem Jahr wurde ein 25-Jähriger verurteilt: Er hatte seinen eigenen Säugling zu Tode geschüttelt. Er bekam eine Haftstrafe, die der Staatsanwaltschaft nicht genug war. 

  • Vater schüttelt Säugling tot
  • Gericht verurteilt ihn zu Haftstrafe
  • Staatsanwaltschaft fordert höheres Strafmaß

Gronau – Am 26. Juni 2018 verstarb ein elf Wochen alter Säugling in der Grenzstadt an starken Hirnblutungen. Daraufhin kam es gegen den Vater des Babys zum Prozess am Landgericht Münster. Der Mann gestand die Tat.

Der damals 25-Jährige gab an, das eigene Kind beim gemeinsamen Spielen in Gronau zu stark geschüttelt zu haben. Er wurde daraufhin vom Gericht verurteilt: Dreieinhalb Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge im minderschweren Fall hieß es vor fast genau einem Jahr.

Vater aus Gronau wegen minderschwerer Körperverletzung verurteilt

Die vorsitzende Richterin beschrieb das Verhalten des Verurteilten als "absolutes Momentversagen". Jedoch glaubte sie die Version des 25-Jährigen nicht, wonach sich der Säugling die schweren Verletzungen beim gemeinsamen Spielen in Gronau zugezogen habe. Beim minderschweren Fall blieb es dennoch.

Die Staatsanwaltschaft ging daraufhin in Revision – sie hielt die Haftstrafe gegen den Verurteilten aus Gronau für zu gering, da es sich ihrer Ansicht nach nicht um einen minderschweren Fall gehandelt habe, so die Begründung. Acht Jahre Haft waren zuvor gefordert worden.

Gronau: Bundesgerichtshof weist Revision ab

Der Bundesgerichtshof hat nun die Revision jedoch abgewiesen, wie die WN berichten. Der Verurteilte muss somit weiterhin dreieinhalb Jahre im Gefängnis absitzen. Das Urteil der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster gegen den Mann aus Gronau bleibt damit rechtskräftig. 

Noch in diesem Monat wird ein Urteil am Landgericht gegen eine Mutter erwartet. Sie soll ihrem eigenen Kind in Steinfurt (NRW) Methadon gegeben haben. Damit wollte sie ihre Tochter zum Einschlafen bringen.

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