Kinder in Ibbenbüren geschlagen und angeschrien

"So ein Verhalten kann ich nicht tolerieren": DRK-Kita zieht Konsequenzen nach TV-Beitrag

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In einer DRK-Kita in Ibbenbüren wurde in einem TV-Beitrag erschreckendes aufgedeckt

Die Szenen erschütterten: Kinder einer DRK-Kita in Ibbenbüren wurden von ihren Erzieherinnen angeschrien, gedemütigt, teilweise geschlagen. Jetzt hat der Träger Konsequenzen gezogen.

Ibbenbüren – Die Wut ist Johannes Hille noch immer anzumerken. Der Vorstandsvorsitzende des Kindergartenträgers des DRK-Kreisverbandes Tecklenburger Land ist sauer über das, was in seiner Einrichtung in Ibbenbüren passiert ist. In einer Kita wurden Kinder von ihren Erzieherinnen angeschrien und sogar geschlagen. Wir berichteten über den schockierenden Fall, der nach einem TV-Bericht ans Licht kam.

Die verantwortlichen Erzieherinnen und die Leiterin der Ibbenbürener Kita wurde kurz nach der Veröffentlichung des Beitrags von ihrem Dienst freigestellt. Nun ging der Kita-Träger noch weiter: Allen drei Angestellten wurde jetzt fristlos gekündigt. "So ein Verhalten kann ich nicht tolerieren", machte Hille seinem Unmut gegenüber msl24.de Luft. Er sei nach wie vor angrfressen, dass Kinder in der von ihm geführten Kita so etwas durchmachen mussten.

Ermittlungen wurden derweil in einem anderen Fall wieder aufgenommen: Eine Erzieherin aus Dülmen soll in der Kita mehrere Jungen missbraucht haben. Das Verfahren wurde zunächst vor acht Jahren eingestellt.

Kinder in Kita geschlagen: DRK-Leiter zeigt sich von Vorfällen in Ibbenbüren betroffen

"Es ist traurig, dass Menschen so mit Kindern umgehen", sagte er betroffen. Die Mitarbeiterinnen, die jetzt ihren Job verloren haben, kannte der Vorstandsvorsitzende lange Zeit. Er habe nie gedacht, dass sie zu solch einem Verhalten in der Lage gewesen wären. "Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, hätte ich schneller gehandelt", so Hille. Er zeigte sich "persönlich enttäuscht" über die beiden Erzieherinnen in der Ibbenbürener Kita. Die Polizei ermittelt zudem in dem Fall. Es wurden drei Anzeigen gestellt.

Hinweise darauf, dass in der betroffenen Kita in Ibbenbüren etwas nicht stimme, habe es bereits Anfang des Jahres gegeben. Eine ehemalige Mitarbeiterin teilte den handelnden Personen mit, dass der Umgang mit den Kindern dort nicht korrekt sei. Danach habe man alles aufgearbeitet. "Da schien die Welt wieder in Ordnung zu sein", berichtet Hille. Doch dem war nicht so.

Nach Vorfällen in Ibbenbürener Kita: Es gilt, Vertrauen zurückzugewinnen

Der Ruf der Kita in Ibbenbüren sei nach den Vorfällen natürlich beschädigt, gibt Hille zu. "Wir müssen jetzt versuchen, Vertrauen wieder aufzubauen. Es muss erst einmal wieder Ruhe einkehren." Besonders ärgert ihn, dass die viele gute ehrenamtliche Arbeit, die in den Kitas in Ibbenbüren, auch in der betroffenen Einrichtung, seit Jahren geleistet wird, durch so einen Vorfall in Verruf gerate und in den Dreck gezogen werde.

Mit den betroffenen Eltern, deren Kinder von den Erzieherinnen derart behandelt wurden, habe Hille bereits viele Gespräche geführt. Man merke bei einigen berechtigterweise den Groll gegenüber der Einrichtung an. Er bekomme jedoch auch Rückmeldung, dass die Eltern durchaus wüssten, dass in der Ibbenbürener Kita gute Arbeit geleistet würde.

Kita-Erzieherinnen entlassen: Mit bewährtem Personal soll in Ibbenbüren Ruhe einkehren

Nachdem die Kita-Leiterin sowie die beiden Erzieherinnen nun entlassen wurden, habe man bereits für internen Ersatz gesorgt. In solch einer Situation wolle man kein fremdes Personal einstellen, sondern dem bereits bekannten Personal in dieser sensiblen Situation vertrauen. Hille hofft nun, dass nach den aufreibenden und erschreckenden vergangenen Woche wieder Ruhe in Ibbenbüren und der Kita einkehrt.

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