An Neujahr in Ibbenbüren

Wollte er sich das Leben nehmen? Ermittlungen gegen Mieter nach Gas-Explosion

In Ibbenbueren kam es zu einer Explosion in einem Wohnhaus. (Symbolbild)
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In Ibbenbüren kam es zu einer Explosion in einem Wohnhaus. (Symbolbild)

Ein lauter Knall riss an Neujahr Anwohner in Ibbenbüren aus dem Schlaf: In einem Wohnhaus war es zu einer Explosion gekommen. Ersten Ermittlungen zufolge wurde diese von einem Bewohner mit Gasflaschen verursacht.

  • In einer Wohnung in Ibbenbüren kam es zu einer Explosion
  • Der Vorfall ereignete sich an Neujahr
  • Ein 49-Jähriger wurde schwer verletzt

Update: 2. Januar, 11.07 Uhr. Staatsanwaltschaft und Polizei gaben nun in einer weiteren Presseerklärung nähere Details zu der Explosion in Ibbenbüren bekannt. Demnach gehen die Ermittler zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass sich der festgenommene Bewohner des Hauses durch die Detonation das Leben nehmen wollte.* Bei einer anderen Explosion in der Region ist ein Feuerwehrmann gestorben: Der 19-Jährige konnte nur noch tot aus dem Trümmern in Lienen (NRW) gezogen werden.

"Der von uns hinzugezogene Brandsachverständige kam zu dem Ergebnis, dass der 49-Jährige mittels Manipulation an einer Propangasflasche die Explosion verursacht hat", berichtet Hauptkommissar Bux, Leiter der Mordkommission, zu der Explosion in Ibbenbüren. "Nur durch Glück wurden keine weiteren Menschen schwer verletzt oder getötet." Im Kreis Steinfurt wurde nach einer Explosion eine Jugendliche wegen Mordverdachts verhaftet – ein Feuerwehrmann war während des Einsatzes ums Leben gekommen.

Die Bewohner in Ibbenbüren waren an Neujahr durch einen lauten Knall geweckt worden und hatten sofort das Gebäude verlassen. Dabei zog sich eine Frau Schnittverletzungen an den Händen zu. Sie hatten Glück im Unglück – doch vorerst können sie nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Durch die Detonation ist das Mehrfamilienhaus in Ibbenbüren einsturzgefährdet und unbewohnbar. Auch angrenzende Gebäude wurden durch die Explosion in beschädigt.

"Wir ermitteln wegen versuchten Mordes gegen den 49-jährigen Ibbenbürener, da er durch das Herbeiführen der Explosion auch den Tod der anderen Bewohner billigend in Kauf genommen hätte", schildert Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape zu den Ermittlungen, die weiter andauern – insbesondere zum Motiv des Täters. Dieser erlitt bei der Explosion lebensgefährliche Verletzungen und wird in einer Spezialklinik behandelt.

Erneut kam es in der Region zu einem ähnlichen Fall: Ein Bewohner in Emsdetten hat ein Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt, um sich selbst zu töten. Zudem wurde in Ibbenbüren nach einem Brand eine weitere Mordkommission eingerichtet. Die Feuerwehr hatte bei Löscharbeiten eine Leiche entdeckt. Der Tote wies Verletzungen auf, die nicht vom Feuer stammen.

Ibbenbüren: Explosion in Mehrfamilienhaus

Erstmeldung: 2. Januar, 7.31 Uhr: Ibbenbüren – In den frühen Morgenstunden an Neujahr (1. Januar) musste die Feuerwehr in Ibbenbüren ausrücken. In einem Wohnhaus an der Straße Föhrengrund hatte sich gegen 1 Uhr morgens eine Explosion ereignet. Dabei wurden zwei Personen verletzt.

Explosion in Ibbenbüren: Mordkommission ermittelt

Die Mieter des Wohnhauses in Ibbenbüren seien durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden und ohne Zögern aus dem Haus geflüchtet. Dies schildert Hauptkommissar Ulrich Bux in der gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Münster sowie der Polizeibehörden Münster und Borken. 

Auf der Straße hätten die Bewohner dann einen Mann liegen sehen: Es handelte sich dabei um den Mieter der Kellerwohnung aus Ibbenbüren. Er wies schwere Verletzungen auf. Zudem erlitt eine Frau leichte Verletzungen in Folge der Explosion.

Zur gleichen Zeit ereignete sich südwestlich von Ibbenbüren eine dramatische Tat: Eine Frau wurde in ihrer eigenen Wohnung in Borken erstochen. Bei dem Täter handelt es sich vermutlich um den Exfreund der Getöteten.

Ibbenbüren: Sachverständige sollen Grund für Explosion klären

Es ist derzeit noch unklar, ob es sich bei der Explosion in dem Wohnhaus in Ibbenbüren um einen Unfall handelt – oder ob der schwerverletzte Mieter die Detonation vorsätzlich herbeigeführt hat. Erst vor wenigen Wochen hatte ein 19-Jähriger in Emsdetten in Rheine versucht, sich durch eine Explosion das Leben zu nehmen. Der junge Mann hatte die Detonation schwer verletzt überlebt.*

Der 49-Jährige aus Ibbenbüren wurde so schwer verletzt, dass er in einer Spezialklinik behandelt werden muss. Um den Hintergrund für die Explosion in Ibbenbüren zu klären, wurde eine Mordkommission eingerichtet. Zudem wird ein Brandsachverständiger hinzugezogen. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Erst vor wenigen Wochen wurden auch Anwohner in Sassenberg bei Warendorf durch eine Explosion aus dem Schlaf gerissen. Ein Trio soll für die Sprengung verantwortlich sein. Die Polizei stieß bei einer Straßenkontrolle auf die mutmaßlichen Täter. 

*Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über den Verdacht auf Suizid-Absichten, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die kostenfreie Telefonseelsorge: 0800/1 11 01 11. Hilfe bietet auch die Krisen-Hilfe Münster auf www.krisenhilfe-muenster.de und unter 0251/51 90 05.

Neulich bildete sich Protest der Bauern in der Stadt: Sie blockierten in Ibbenbüren mit ihren Traktoren einen Edeka-Markt, nachdem sie sich über eine Werbeaktion aufgeregt hatten.

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