Prozess in Ibbenbüren

Mann belästigt 22-Jährige während Autofahrt sexuell – jetzt wurde er verurteilt

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Wegen sexueller Nötigung musste sich ein 52-Jähriger vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Während einer Autofahrt wurde eine junge Frau von ihrem Fahrer sexuell belästigt. Mehrfach griff er ihr in den Intimbereich. Jetzt kam es zum Prozess.

  • Prozess wegen sexueller Nötigung in Ibbenbüren
  • Frau wurde von 52-Jährigem während Autofahrt belästigt
  • Angeklagter wurde verurteilt

Ibbenbüren – "Nein heißt Nein" – seit 2016 gilt in Deutschland ein neues Sexualstrafrecht. Seitdem ist es für die Strafbarkeit nicht mehr relevant, ob ein sexueller Übergriff stattgefunden hat oder nur angedroht wurde, sondern ob sich das Opfer verbal dagegen gewehrt hat. In einem Verfahren vor dem Schöffengericht in Ibbenbüren ging es jetzt um solch einem Fall.

Im vergangenen April war eine 22-Jährige mit einem Bekannten (52) im Auto unterwegs von Tecklenburg nach Ibbenbüren. Während der Fahrt soll es zu sexuellen Übergriffen seitens des 52-Jährigen gekommen sein. Mehrmals habe er ihr an den BH sowie zwischen die Beine gefasst – obwohl die Frau ihm mehrmals "Nein" und "Hör auf damit" gesagt hatte, berichtet die WN.

Prozess in Ibbenbüren: Verheirateter Angeklagter bereut Übergriff

Der Ehemann und sechsfache Vater hatte sich zuvor mit der Frau aus Ibbenbüren in einem Café in Tecklenburg (Kreis Steinfurt) getroffen. Die beiden kannten sich über den gemeinsamen Beruf und hatten darüber hinaus privaten Kontakt per Chat. Nachdem der Angeklagte während des Treffens mehrfach anzügliche Bemerkungen gemacht hatte, bat sie ihn von ihm nach Hause gefahren werden. Während der Fahrt kam es dann zu den Übergriffen. 

Der 52-Jährige räumte die Taten vor dem Gericht in Ibbenbüren ein. "Er bereut, dass er auf dem völlig falschen Dampfer war", erklärte dessen Anwalt. Er habe gedacht, dass die Geschädigte sich nur ziere und ihr "Nein" nicht ernst gemeint sei. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, zumal der Mann während der Tat im April noch unter laufender Bewährung stand – wegen gefährlicher Körperverletzung im Rahmen eines Familienstreits.

Ibbenbüren: 52-Jähriger verurteilt – Richterin kritisiert Verhalten der Geschädigten

Das Gericht bescheinigte dem Angeklagten jedoch eine gute Sozialprognose und verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Zudem muss er 1000 Euro an den Verein Opferhilfe in Münster zahlen. Die Richterin erklärte nach dem Urteilsspruch, dass keine Frau erleben möchte, was die 22-Jährige während der Fahrt durchmachen musste. Sie erwähnte jedoch auch, dass die Geschädigte in den gemeinsamen Chats nicht gerade glücklich agiert habe, als sie ihm Liebesbekundungen und Heiratsangebote schickte.

Wegen sexueller Nötigung und Missbrauchs wurde vor einigen Monaten auch ein Nachhilfe-Lehrer verurteilt: Er hatte während des gemeinsamen Unterrichts in Oelde mehrere Kinder missbraucht. Verhandelt wird derzeit noch der Prozess um den mehrfachen schweren Kindesmissbrauch: Am Landgericht in Münster ging es in diesen Tagen nach einer Pause weiter. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.

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