Bund-Länder-Treffen

Impfgipfel mit Angela Merkel: Corona-Impfungen beim Hausarzt ab Ostern

Vor dem Gipfel ist nach dem Gipfel: Am Freitag treffen sich Bund und Länder, um über die Impfstrategie in Deutschland zu diskutieren. Bei den Hausärzten soll es schneller losgehen als gedacht.

Update: 19. März, 19.27 Uhr. Der Impfgipfel zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder ist beendet. Wie die Beteiligten beschlossen haben, sollen nach Ostern die Corona-Impfungen in den Hausarzt-Praxen beginnen. Wie auch in den Impfzentren werden dort die besonders Schutzbedürftigen zuerst geimpft. Am Montag stehen weitere Entscheidungen an: Dann diskutieren die Länderchefs über die aktuellen Lockerungen. Merkel kündigte an, dass in Deutschland wohl von der Notbremse Gebrauch gemacht werden müsse und bisherige Lockerungen zurückgenommen werden sollen.

Impfgipfel mit Angela Merkel: Impfungen beim Hausarzt schon ab Ostern?

Erstmeldung: 19. März, 15.49 Uhr. Berlin – Wie kann die bislang schleppende Impfkampagne in Deutschland vorangebracht werden? Darüber debattieren seit 15 Uhr am Freitag (19. März) Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Länderchefs. Sieben Millionen Bürger bekamen bislang erst ihre Dosis gegen das Coronavirus. Im internationalen Vergleich hinkt das Land weit hinterher.

So soll es nicht weitergehen – finden auch Bund und Länder und hatten vor Wochen beschlossen, das Impfen auf die Hausärzte zu erweitern. Doch auch da hakt es: Da nicht genug Impfstoff vorhanden ist, wurde der geplante Starttermin nach hinten verschoben. Jetzt soll es doch noch schneller losgehen.

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
Bestätigte Fälle in Deutschland2.629.750
Bereits geimpfte Personen in Deutschland7.089.012 (8,5 Prozent)

Impfgipfel: Impfungen beim Hausarzt ab Ostermontag – aber im langsamen Tempo

Aus einer Beschlussvorlage zum Impfgipfel in Berlin geht hervor, dass ein Impfstart bei den Hausärzten bereits ab Ostermontag (5. April) angepeilt wird. Jedoch wird es erstmal mit dem bisherigen deutschen Tempo weitergehen: Gerade einmal 20 Impfdosen sollen pro Woche und pro Praxis zur Verfügung stehen. Eine Million Impfdosen stehen für knapp 50.000 Hausarztpraxen bereit – daher „wird zunächst etwa eine Impfsprechstunde pro Woche ermöglicht“, heißt es in dem Schreiben.

Laut der Beschlussvorlage zum Impfgipfel sollen daher zunächst nur die besonders vulnerablen Patienten gegen das Coronavirus geimpft werden – teilweise auch bei den Impfberechtigten zu Hause. Bis das Massenimpfen in Deutschland vorangetrieben wird, dauert es daher wohl noch eine Weile. Jens Spahn hatte bereits zu hohe Erwartungen an das Impfen bei den Hausärzten gedämpft. Wenige Stunden vor dem Impfgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel hatte der Bundesgesundheitsminister zu einer Pressekonferenz mit SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geladen.

Vor dem Impfgipfel: Jens Spahn und Karl Lauterbach fordern Lockdown

Darin hofften beide Politiker auf einen Impfstart bei den Hausärzten ab Mitte April und befürworteten zudem eine schnelle Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V. „Der Impfstoff ist gut und schnell produzierbar. Wir sollten prüfen, ob eine Notfallzulassung hier möglich ist“, sagte Karl Lauterbach. Bei der gemeinsamen PK mit Jens Spahn plädierte er zudem dafür, sofort in den Lockdown zu gehen. Denn bis Mitte April rechnet der studierte Epidemiologe mit einer bundesweiten Inzidenz von 200.

Ab Ostermontag soll das Impfen beim Hausarzt starten (Symbolbild).

Solch ein Anstieg der Corona-Infektionen würde zu einer schnellen Überlastung der Intensivstationen führen, sagte der SPD-Politiker. Zudem riet er den Bundesbürgern davon ab, während der Osterzeit auf Reisen zu gehen. „Wenn wir jetzt eine Reisewelle haben, befeuern wir damit die dritte Welle“, betonte Karl Lauterbach.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

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