Befragung im Bundestag

Erneuter Rückschlag für Jens Spahn: Corona-Schnelltests doch nicht kostenlos?

Die Ankündigung sorgte für hohe Wellen: Für den 1. März hatte Jens Spahn kostenlose Schnelltests versprochen. Nun wird aus beidem nichts.

Er wirkte wie ein Angeklagter auf der Anklagebank: Jens Spahn musste sich am Mittwoch (24. Februar) den kritischen Fragen des Bundestags stellen. Im Vorfeld der Fragerunde wurden dem Gesundheitsminister von seinen Politiker-Kollegen teils schwere Vorwürfe entgegengeworfen.

Von fehlender Professionalität war die Rede, SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich bezeichnete Jens Spahn (CDU) im Vorfeld noch als „Ankündigungsminister“. Am Mittwoch im Bundestag ging es dann schon wieder sachlicher zu. Für den meisten Ärger sorgte vor allem das Thema Schnelltests.

PersonJens Spahn
AmtBundesgesundheitsminister
ParteiChristlich Demokratische Union (CDU)

Jens Spahn: Schnelltests doch nicht kostenlos?

Vergangene Woche hatte der im Münsterland geborene Minister angekündigt, ab dem 1. März kostenlose Schnelltests für alle Bürger einführen zu wollen. Die Pläne von Jens Spahn wurden kurzerhand von Kanzlerin Angela Merkel einkassiert. Erst beim kommenden Corona-Gipfel (3. März) solle darüber gesprochen werden. Doch neben der Terminierung geht die Aktion wohl auch in der Kostenfrage nach hinten los.

In der Befragung im Bundestag in Berlin musste Jens Spahn erneut zurückrudern. Auf die Frage des Grünen-Gesundheitspolitikers Janosch Dahmen nach den Kosten für die Schnelltests sagte er: „Die Frage der Bezuschussung des Erwerbs hängt sehr von den Preisen ab.“ Es sei noch unklar, wie teuer die Tests am Ende sein würden und ob und in welchem Umfang eine Bezuschussung notwendig sei. Denn: „Kostenlos ist nichts, einer zahlt immer“, so der Gesundheitsminister.

Erste Schnelltests in Deutschland zugelassen

Noch am selben Tag gab es dann zumindest einen kleinen Durchbruch und eine gute Nachricht für Jens Spahn. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Schnelltests erteilt. In knapp zwei Wochen, vermutlich ab dem 8. März, sollen die Antigen-Schnelltests dann beim Arzt oder in der Apotheke angewendet werden können.

Jens Spahn musste am Mittwoch im Bundestag Rede und Antwort stehen.

Anders als beim PCR-Test erfolgt der Antigen-Schnelltest über einen Abstrich im vorderen Nasenbereich. Im Anschluss wird der Abstrich mithilfe eines Teststreifens ausgewertet. Binnen 15 bis 30 Minuten soll das Ergebnis über einen positiven oder negativen Coronavirus-Befund erfolgen. Wie viel der Verbraucher am Ende für die Tests bezahlen muss, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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