Impf-Reihenfolge

Verwirrung um Wirksamkeit bei Astrazeneca-Impfstoff – Jens Spahn erwägt Änderung des Impfplans

Könnten bald auch Jüngere viel früher als gedacht gegen das Coronavirus geimpft werden? Jens Spahn zieht wegen des Astrazeneca-Impfstoffes eine Änderung des Impfplans in Erwägung.

Berlin – Noch in dieser Woche soll der Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in der EU zugelassen werden. Doch bereits seit einigen Tagen herrscht in der Öffentlichkeit Verwirrung um den Wirkstoff des britisch-schwedischen Unternehmens: Dieser soll angeblich bei über 65-Jährigen eine Wirksamkeit von nur acht Prozent aufweisen, wie das Handelsblatt berichtet hatte. In diesem Zusammenhang soll Jens Spahn vor einer weitreichenden Entscheidung stehen: Der Bundesgesundheitsminister bringt laut Medienbericht eine neue Impf-Reihenfolge ins Spiel.

Eigentlich sollte der Impfstoff von Astrazeneca im Falle der EU-Zulassung zunächst an die über 80-Jährigen verimpft werden. Laut einem Bericht des Spiegel erwägt Jens Spahn (CDU) nun jedoch, den Impfplan zu ändern und zunächst Jüngere mit dem Vakzin zu impfen. Wie es mit der Zweitimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca weitergeht, lesen Sie bei owl24.de.

Name:Jens Spahn
Geboren:16. Mai 1980 (Alter 40 Jahre), Ahaus
Größe:1,92 Meter
Ehepartner:Daniel Funke (verheiratet seit 2017)
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Ausbildung:FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen (2003–2017), FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen

Astrazeneca: Jens Spahn berät mit Landesgesundheitsministern über Impfplan

Die Entscheidung der EMA über die EU-Zulassung vom Astrazeneca-Impfstoff soll am Freitag fallen. Die Behörde gibt in diesem Zuge auch eine Impf-Empfehlung ab. Es könnte also sein, dass die EMA den Wirkstoff nicht für Menschen unter 65 Jahren empfiehlt, sollte sich die geringe Wirksamkeit bestätigen. Für kommenden Samstag (30. Januar) sei zu diesem Thema eine Video-Konferenz zwischen Jens Spahn und den Gesundheitsministern der Bundesländer geplant, wie aus deren Kreisen laut Spiegel-Informationen bekannt wurde. Der Minister wolle aber zunächst die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) abwarten, heißt es weiter. Dann erst werde er entscheiden.

Neuer Impfplan? Jens Spahn wartet Studienergebnisse zu Astrazeneca ab

An Spekulationen über eine geringe Wirksamkeit wolle sich der CDU-Politiker derweil nicht beteiligen, wie er am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin sagte. Zunächst müssten die Ergebnisse der Studienauswertung durch die EMA abgewartet werden. Es sei noch gar nicht sicher, wie hoch die Wirksamkeit tatsächlich sei, erklärte Jens Spahn. Sollte im Falle des Vakzins keine Empfehlung für ältere Menschen gegeben werden, würden aber auch in den anderen Altersgruppen Menschen mit Vorerkrankungen Vorrang haben, stellte der Bundesgesundheitsminister, der gebürtig aus Ahaus im Münsterland stammt, klar.

Ich halte wenig davon, dass jetzt in Überschriften spekulativ zu machen. Wir werden auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, welche Gruppen – auch, welche Altersgruppen – aus Basis der Zulassungsentscheidung der Empfehlung der Ständigen Impfkommission dann auch zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden.

Jens Spahn im ZDF-Morgenmagazin

Auch gegenüber NTV sagte Jens Spahn, dass die unterschiedliche Wirksamkeit der drei zur Verfügung stehenden Impfstoffe – von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca – gleichzeitig auch Auswirkungen auf deren Einsatz hätten und sie dementsprechend angewendet würden: „Die mRNA-Impfstoffe, die schon zugelassen sind, haben wohl noch eine höhere Wirksamkeit, und deswegen werden wir uns dann sehr genau anschauen, für welche Personengruppen die Zulassungsbehörde und die ständige Impfkommission die Impfung mit diesem Impfstoff empfiehlt.“ Bei msl24.de lesen Sie mehr darüber, für wen eine Corona-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer nicht empfohlen wird.

Sollte der Astrazeneca-Impfstoff bei Älteren tatsächlich weniger wirksam sein, soll Jens Spahn auch Impfungen für Jüngere in Erwägung ziehen. (Symbolbild)

Astrazeneca weist Meldungen über geringe Wirksamkeit als „unkorrekt“ zurück

Dass die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffes bei 65-Jährigen aktuell für so gering eingeschätzt wird, könnte darin begründet sein, dass in der Wirksamkeitsstudie nur wenige Probanden über 55 Jahren teilgenommen hatten. Dies betonte auch Jens Spahn im Gespräch beim ZDF Morgenmagazin. Der Unternehmen selbst wies die kursierenden Meldungen über eine Wirksamkeit von acht Prozent mittlerweile als „völlig unkorrekt“ zurück. Ein im Fachmagazin Lancet veröffentlichter Artikel mit Studiendaten zeige, dass ältere Menschen eine starke Immunreaktion auf den Impfstoff gehabt hätten, lautete der Hinweis einer Sprecherin von Astrazeneca.

Derweil reagierte der Bundesgesundheitsminister auf eine weitere Meldung, dieses Mal von Astrazeneca selbst: Jens Spahn fordert die Einführung einer Export-Genehmigung für Corona-Impfstoffe aus der EU, nachdem der Pharma-Konzern eine viel geringere Liefermenge an Wirkstoffdosen angekündigt hatte als vertraglich geregelt war. Zudem solle Jens Spahn die Beschaffung von Corona-Schnelltests für den häuslichen Gebrauch in Erwägung ziehen. (*owl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa und Kay Nietfeld/dpa (Fotomontage: msl24.de)

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