Gesundheitsminister

Stiko rät von Zweitimpfung mit Astrazeneca ab – Spahn berät sich am Mittwoch

Corona-Impfungen mit Astrazeneca wurden für Unter-60-Jährige ausgesetzt. Nun berät sich Gesundheitsminister Jens Spahn, wie es mit den Zweitimpfungen weitergeht.

Berlin – Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich in der letzten Woche dafür ausgesprochen, das Vakzin Astrazeneca nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren zu verimpfen*. Der Grund ist mittlerweile gemeinhin bekannt: In Deutschland kam es bei der betroffenen Personengruppe nach der Erstimpfung zu einzelnen Fällen von Sinusvenenthrombosen, die bei manchen Betroffenen tödlich verlief.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traten am Dienstag (30. März) vor die Presse und verkündeten den Impfstopp mit Astrazeneca für Unter-60-Jährige. Daraufhin wurden rund 450.000 Impftermine frei, die über Ostern vergeben wurden. Offenbar ein gern angenommenes Angebot, denn die Impftermine waren größtenteils bereits nach einem Tag vergeben.

Corona-ImpfstoffAstrazeneca
HerkunftUniversität Oxford (Vereinigtes Königreich)
Zulassung in der EU1. Februar 2021

Zweitimpfung mit Astrazeneca? Stiko rät ab

Nachdem die Corona-Impfung für Unter-60-Jährige mit Astrazeneca gestoppt wurde, machten sich viele Patienten Sorgen um ihre Zweitimpfung*. Zurecht, denn wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, rät die Stiko auch bei der Zweitimpfung davon ab, den Coronavirus-Impfstoff Astrazeneca zu verwenden. Stattdessen soll es zu einer Misch-Impfung kommen, also zu einer Zweitimpfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna. Jens Spahn unterstützt diesen Vorschlag wie er unter anderem auf Twitter bestätigte.

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft die mutmaßlichen Nebenwirkungen von Astrazeneca. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen am Mittwoch (7. April) oder Donnerstag abgeschlossen sein und die Ergebnisse vorliegen. Am Mittwoch trifft sich Jens Spahn, der gebürtig aus Ahaus im Münsterland stammt, auch mit den Gesundheitsministern der Länder, um über die Zweitimpfungen von Astrazeneca-Patienten zu beraten. Dabei handelt es sich in ganz Deutschland um 2,2 Millionen Impflinge.

„Diese Zweitimpfungen stehen frühestens ab Mitte April an, da AstraZeneca erst seit Anfang Februar in Deutschland verimpft wird. Am Mittwoch werde ich mit den Gesundheitsministern und -ministerinnen der Länder über das genaue Vorgehen sprechen“.

Jens Spahn (CDU)

Stiko zur Zweitimpfung mit Astrazeneca: Empfehlung trotz Unsicherheit

Trotz der ausgesprochenen Empfehlung zur Misch-Impfung macht die Stiko deutlich, dass es aktuell noch keine Gewissheit zur Sicherheit und Wirksamkeit gebe. In der Empfehlung heißt es wörtlich: „Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis der COVID-19 Vaccine AstraZeneca erhalten haben, gibt es noch keine wissenschaftliche Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit einer heterologen Impfserie. Bis entsprechende Daten vorliegen empfiehlt die STIKO, bei Personen im Alter <60 Jahren anstelle der zweiten AstraZeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.“

Corona in Deutschland: Jens Spahn (CDU) berät über die Zweitimpfung mit Astrazeneca.

Die Tagung von Jens Spahn und den Gesundheitsministern der Länder zum weiteren Umgang mit Astrazeneca soll am Mittwoch gegen 15 Uhr beginnen. Währenddessen beginnen am selben Tag auch die lang erwarteten Corona-Impfungen bei den Hausärzten. Doch noch bekommen die Praxen nur wenig Dosen geliefert. Die aktuellen Corona-Impfstoffe im Vergleich finden Sie bei msl24.de in der Übersicht. (*Owl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld / dpa

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