Impfstrategie in Deutschland

„Schweigekartell“: SPD-Vize Kühnert kritisiert Jens Spahn für Impfstrategie

Aus Sicht vieler Politiker gingen die Impfungen in Deutschland zu zögerlich voran. In die Reihe der Kritiker von Gesundheitsminister Jens Spahn reiht sich nun auch Kevin Kühnert ein.

Berlin – Jens Spahn hat dieser Tage keinen leichten Job. Der Bundesgesundheitsminister musste in den vergangenen Wochen die Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer nach Deutschland koordinieren – für die Impfstrategie muss sich der CDU-Politiker nun heftige Kritik anhören.

Tenor der Kritiker: Deutschland habe bei der Beschaffung des Impfstoffs zu lange gezögert, sodass die Länder nun mit Engpässen zu kämpfen hätten. Bereits vor einigen Tagen mahnte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, dass die Corona-Impfstrategie der Bundesregierung „chaotisch Zustände“ verursacht hätte. In die Kritik an CDU-Politiker Jens Spahn reiht sich nun auch Kevin Kühnert ein.

PersonJens Spahn
AmtBundesgesundheitsminister
GeburtsortAhaus

Kritik an Jens Spahn: Kevin Kühnert bemängelt Versäumnisse bei Impfstrategie

Der ehemalige Vorsitzender der Jusos und jetzige stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD kritisierte die, seiner Meinung nach, zu zögerliche Vorgehensweise der Bundesregierung und Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Beschaffung des Impfstoffs. „Es ist doch so: Wenn ich die Nadel im Heuhaufen noch nicht finden kann, sie aber dringend brauche, dann kaufe ich doch erstmal zur Sicherheit den Heuhaufen, und zwar komplett“, sagte Kühnert im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ und dem „General Anzeiger“.

Er bemängelte zudem auch die Kommunikation der Bundesregierung hinsichtlich der Impfstrategie. Die Öffentlichkeit habe ein Recht zu erfahren, so Kevin Kühnert, wer bei der Beschaffung des Coronavirus-Impfstoffs wie gehandelt habe – und zwar „nicht, um mit jemandem abzurechnen, sondern um daraus zu lernen“, so der SPD-Vize. Der aus dem Münsterland stammende Gesundheitsminister Jens Spahn müsse sich daher die Frage stellen lassen, wieso der Impfstoff nicht schon 2020 präventiv in großen Mengen für Deutschland bestellt worden sei.

Kevin Kühnert: Jens Spahn hat Zusagen zur Impfung nicht eingehalten

Es dürfe in dieser Sache kein „Schweigekartell“ zu möglichen Versäumnissen der Bundesregierung geben, legte Kevin Kühnert nach. Zudem sei seitens der Bundesregierung der Eindruck erweckt worden, dass die Bundesländer für den schleppenden Impfstart in Deutschland verantwortlich seien. Der in Ahaus geborene Jens Spahn habe die im Voraus zugesicherten Lieferzusagen des Corona-Impfstoffs jedoch nicht einhalten können. „Es ist deshalb nachvollziehbar, dass sich die Länder nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen wollen“, betont der Sozialdemokrat.

Kritisierte die Impfstrategie der Bundesregierung: SPD-Vize Kevin Kühnert.

Trotz der in Deutschland begonnenen Impfungalleine im Münsterland gibt es fünf Impfzentren – gegen das Coronavirus befindet sich das Land weiter im Lockdown. Die strikten Coronavirus-Regeln wurden erst kürzlich von Bund und Ländern verlängert. Sie gelten vorerst bis Ende Januar. Zudem gelten bis dahin noch strengere Kontaktbeschränkungen, außerdem können in Hotspots als Corona-Maßnahme strenge Bewegungsbeschränkungen erlassen werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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