Corona-Impfstart

Rückschlag für Spahn (CDU): Minister büßt an Beliebtheit ein

Jens Spahn zählte in der Coronavirus-Krise bisher zu den größten politischen Siegern. Doch der Impfstart verlief nicht wie erhofft. Wendet sich das Blatt nun?

Berlin/Ahaus – Die Bekanntheit und Beliebtheit von Jens Spahn (40) nahm im Frühjahr 2020 mit dem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland immer mehr zu. Bei repräsentativen Wählerumfragen lag der CDU-Politiker aus dem Münsterland zeitweise sogar vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und wurde damit zum angesehensten Politiker der Republik. Auch aus den Reihen der Opposition bekam der Bundesgesundheitsminister im Bundestag in Berlin viel Zuspruch. Doch der missglückte Corona-Impfstart könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Name:Jens Spahn
Geboren:16. Mai 1980 (Alter 40 Jahre) in Ahaus (Münsterland)
Ehepartner: Daniel Funke (verh. 2017)
Partei: Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Eltern: Ulla Spahn, Georg Spahn

Kritik an Jens Spahn (CDU): Holpriger Corona-Impfstart – Zufriedenheit nimmt ab

Inmitten der schleppend anlaufenden Corona-Impfkampagne kommt Jens Spahn aktuell auf den niedrigsten Zufriedenheitswert seit Mai 2020. Noch vor wenigen Wochen galt der CDU-Mann aus Ahaus in der Coronavirus-Pandemie als erfolgreicher Krisenmanager. Doch während der andauernden Krise überschlagen sich die Ereignisse.

Der CDU-Politiker Jens Spahn hat laut Deutschlandtrend, der von Infratest Dimap im Auftrag von WELT und ARD-„Tagesthemen“ durchgeführt wurde, deutlich an Rückhalt in der Bevölkerung verloren. In den Umfragen am Montag und Dienstag (4./5. Januar) verlor der Gesundheitsminister acht Prozent. Im Dezember erhielt der 40-Jährige für sein politisches Handeln noch von rund 64 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gute bis sehr gute Noten. Inzwischen liegt der Wert nur noch bei 56 Prozent.

Jens Spahn verliert im Ranking gegen Spitzenpoltiker aus den eigenen Reihen

Beim aktuellen Ranking musste Jens Spahn seine Poleposition an Angela Merkel abgeben. Auch gegenüber Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) büßte er Stimmen ein. Damit belegt der Bundesgesundheitsminister derzeit nur noch den dritten Rang. Aber der Abstand ist mit einem Prozentpunkt Unterschied denkbar knapp. 1020 Wahlberechtigte haben an der Befragung von Infratest Dimap teilgenommen. Die Fehlertoleranz liege zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten, berichtet WELT.

Die aktuellen Debatten zu den Versäumnissen der Bundesregierung bei der Beschaffung der Corona-Impfstoffe haben höchstwahrscheinlich zu dem schlechten Abschneiden des Bundesgesundheitsministers geführt. Jens Spahn war in den vergangenen Wochen für die Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer nach Deutschland zuständig. Ihm und der Bundesregierung wird von Kritikern vorgeworfen, zu wenig Impfstoffdosen von geeigneten Herstellern bestellt zu haben. Aktuellen Umfragen zufolge ist die Corona-Impfbereitschaft in Deutschland hingegen gestiegen.

Jens Spahn: Versäumnisse bei der Corona-Impfstrategie – SPD attackiert Gesundheitsminister

Vertraut man den aktuellen Umfragen der ARD, wollen sich nun drei Viertel der Bevölkerung in Deutschland „wahrscheinlich“ oder „auf jeden Fall“ gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Zahl der Skeptiker ging deutlich zurück: Wollten sich im November noch 29 Prozent „wahrscheinlich nicht“ oder „auf gar keinen Fall“ impfen, sind es heute nur noch 23 Prozent. Allerdings ist derzeit eine knappe Mehrheit der Menschen der Meinung, dass noch zu langsam geimpft werde. Besonders vom CDU-Koalitionspartner SPD erntete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dafür viel Kritik.

Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach von „chaotischen Zuständen“ bei der Beschaffung des Corona-Impfstoffs. In die Reihe der Kritiker von Jens Spahn reiht sich nun auch Kevin Kühnert ein, der dem Gesundheitsminister vorwirft, Zusagen zur Impfung nicht eingehalten zu haben. Nachdem der Wirkstoff von Biontech seit dem 27. Dezember in Deutschland eingesetzt wird, wurde nun ein zweiter Corona-Impfstoff zugelassen. (In unserem aktuellen Newsticker zum Coronavirus in NRW finden Sie weitere Informationen.)

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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