Gesundheitsministerium

Trotz sinkender Zahlen: Jens Spahn warnt vor Corona-Mutationen – neue Verordnung unterzeichnet

Die sinkenden Infektionszahlen stimmen Jens Spahn vorsichtig optimistisch – die Mutationen dagegen machen dem Gesundheitsminister Sorgen. Eine neue Verordnung soll helfen, die Mutationen besser aufzuspüren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Montag (18. Januar) eine neue Verordnung unterzeichnet, die die Analyse der grassierenden Coronaviren in Deutschland „massiv“ fördern solle. Dies gab der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums am Vormittag bekannt. Anlass dazu seien laut Spahn die beiden als hochansteckend geltenden Coronavirus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika, die mittlerweile auch in Deutschland nachgewiesen werden konnten.

Name:Jens Spahn
Geboren:16. Mai 1980 in Ahaus
Größe: 1,92 Meter
Ehepartner: Daniel Funke (verheiratet 2017)
Partei:CDU
Ausbildung:FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen (2003–2017), FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen

Coronavirus-Mutationen: Jens Spahn fordert bessere Überwachung der Lage in Deutschland

In Deutschland werde auch bereits jetzt nach Mutationen gesucht. So sei im vergangenen Jahr durch Unterstützung des Bundes über das Robert-Koch-Institut ein bundesweites Netzwerk an Laboren entstanden. Die Labore schicken regelmäßig Proben des Virus Sars-CoV-2 zur Genom-Sequenzierung, also dem Lesen des Erbgutes, an das RKI oder die Charité, erläuterte der CDU-Politiker Jens Spahn. Dies sei in der jetzigen Situation aber nicht genug:

Aber das reicht in der aktuellen Lage nicht aus um frühzeitig und flächendeckend zu erkennen, wo bekannte und vor allem auch bisher unbekannte Mutationen in Deutschland auftreten, und um zu überwachen, [...] ob und in welcher Weise sich das Virus auch in Deutschland verändert, welche Mutationen auch hier entstehen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Jens Spahn: 5 Prozent der positiven Corona-Tests sollen analysiert werden

Der Bund wolle nun deswegen die Analyse der Coronaviren „massiv fördern“, erklärte Jens Spahn weiter. Die Überwachung von Mutationen würde dadurch fester Bestandteil der Pandemie-Überwachung werden. Insgesamt sollen nun mindestens fünf Prozent aller positiven Corona-Tests in einer Sequenzierung der Viren münden. Dies bedeutet knapp formuliert, dass man das Erbgut der Viren nachweist und so herausfindet, mit welcher Form von Sars-CoV-2 sich die Menschen angesteckt haben. Dies würde aber eben nur bei mindestens fünf Prozent der Infizierten getestet werden – bei Regionen mit höheren Inzidenzen könnten aber noch mehr Prozent der positiv getesteten Menschen überprüft werden, sagte Spahn.

Diese Maßnahme ist Bestandteil der „Coronavirus-Surveillance-Verordnung“, dessen Unterzeichnung der Bundesgesundheitsminister für den Montag ankündigte. In der Verordnung werde ebenfalls veranlasst, dass Spezial-Labore nun verpflichtet werden, Coronaviren zu sequenzieren und ihre Ergebnisse an eine zentrale Stelle, das RKI, zu übermitteln. Der Bund zahle allerdings eine Vergütung von 220 Euro pro Coronavirus-Sequenz. Ebenso werde pro positivem Coronatest, der zur Sequenzierung an die Labore eingeschickt wird, eine Vergütung gezahlt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trägt vor einer Pressekonferenz eine FFP2 Maske.

Coronavirus-Mutationen: Jens Spahn betont Bedeutung von Kontaktreduzierungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der gebürtig aus Ahaus (Münsterland) stammt, betonte bei der Pressekonferenz, dass die neuen, bekannten Mutanten aus Großbritannien und Südafrika nach jetzigem Kenntnisstand keinen schwereren Krankheitsverlauf, sondern vor allem eine höhere Ansteckungsrate zur Folge hätten. Dies sei zwar „auch beruhigend“, wie Spahn sagte, jedoch kein Grund zur Entwarnung: „Mehr Ansteckung heißt eben dann mehr Schwer- und Schwerstkranke.“

Deswegen ist es wichtig, die Ausbreitung dieser Mutation zu verhindern und gleichzeitig die besonders gefährdeten Menschen zu schützen. Das machen wir durch Testen, durch die Einreiseverordnung, das Impfen der Ältesten und Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner und jetzt auch durch diese strukturierte „Coronavirus-Surveillance“.

Jens Spahn

In diesem Zusammenhang betonte Gesundheitsminister Jens Spahn, wie wichtig die Reduzierung von Kontakten in der Bekämpfung der Coronavirus Pandemie sei. Diese sei nicht nur entscheidend bei der Eindämmung von neuartigen Mutationen, sondern auch grundsätzlich bei dem Versuch, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen. Das Thema werde deshalb auch zentral sein beim kommenden Corona-Gipfel, bei dem über Ausgangssperren und Home-Office-Pflicht entschieden werden soll. Vor allem bundesweite Ausgangssperren waren im Vorfeld in den sozialen Netzwerken zum Teil heftig diskutiert worden. Derweil gab sich Jens Spahn bezüglich der aktuellen Infektionszahlen vorsichtig optimistisch: Diese würden scheinbar zurückgehen und die Dinge sich sich offenbar in die richtige Richtung entwickeln.

Kurz zuvor hatte der Bundesgesundheitsminister für Schlagzeilen gesorgt: Auf dem CDU-Parteitag machte Jens Spahn unerwartet Wahlwerbung für Armin Laschet während einer Fragerunde an die drei Vorsitz-Kandidaten. Dies empfanden einige Parteikollegen als „plumpe Fürsprache“ und kritisierten Spahns Aktion als unpassend. Kurz danach entschuldigte sich der CDU-Politiker für seinen Auftritt.

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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