Pressekonferenz

Jens Spahn: Britische Mutante macht jede fünfte Neuinfektion aus – Regierung in Sorge

Bei einer Pressekonferenz verkündete Jens Spahn die gute Nachricht, dass es bald kostenlose Schnelltests für alle geben werde. Allerdings gibt es auch besorgniserregende Nachrichten: Die Corona-Mutanten breiten sich immer weiter aus.

Berlin – Kostenlose Corona-Schnelltests soll es ab dem 1. März für alle Bürger in Deutschland geben. Dies bekräftigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* am Mittwoch (17. Februar) auf einer Pressekonferenz in Berlin. Man habe im Januar die Erfahrungen machen können, „dass deutlich mehr Schnelltests zur Verfügung stehen, als tatsächlich auch abgerufen worden sind“, erklärte der CDU-Politiker. „Das macht möglich, den nächsten Schritt zu gehen, nämlich ab März jedem, der möchte, einen Antigen-Schnelltest anbieten zu können.“

Name:Jens Spahn
Geboren:16. Mai 1980 (Alter 40 Jahre), Ahaus
Größe:1,92 Meter
Ehepartner:Daniel Funke (verheiratet 2017)
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Ausbildung:FernUniversität in Hagen Regionalzentrum Hagen (2003 bis 2017)

Corona-Schnelltests und Selbsttests für Zuhause: Jens Spahn mach Hoffnungen für Anfang März

Die Aussicht auf kostenlose Schnelltests hatte Jens Spahn bereits zuvor in einem Interview gegeben*. Neben dem Angebot von Schnelltest sollen in den kommenden Wochen zudem auch erste Corona-Selbsttests eingeführt werden. Derzeit würden Tests stattfinden und es könnten bereits Anfang März erste Zulassungen erteilt werden, wie Spahn sagte. Dennoch würden die PCR-Tests weiterhin der „Gold-Standard“ bleiben. Diese sollten der Standard für die Testung bei Krankheits-Symptomen bleiben.

Die Schnell- und Selbsttests sind weitere wichtige Werkzeuge in der Coronavirus*-Pandemie, sagte Spahn weiter – auch, wenn sie geltenden Hygienebestimmungen wie Abstand halten und die Maskenpflicht nicht ersetzen würden. „Diese Tests können uns helfen, einen sichereren Weg zu gehen, jetzt auch gerade bei Schulen und Kitas“, so Jens Spahn.

Beim vergangenen Corona-Gipfel von Bund und Ländern war beschlossen worden, dass die Bundesländer nun erste Öffnungen vornehmen könnten. So werden nun in NRW am 22. Februar die Schulen wieder geöffnet – allerdings schrittweise. Auch die Kitas in NRW machen wieder auf und bieten für alle Kinder eine Betreuung an.

Jens Spahn warnt: Corona-Mutationen bereiten Bundesregierung Sorgen

Neben den kostenlosen Schnelltests sprach der Bundesgesundheitsminister auch über das Thema Coronavirus-Mutationen*. Denn diese würden sich auch in Deutschland weiterhin „stark ausbreiten“. Vor allem die Mutation B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, bereite der Bundesregierung „Sorgen“ wie Jens Spahn sagt: „Vor ein paar Wochen machte diese Variante noch einen Anteil von knapp sechs Prozent der untersuchten Proben aus, inzwischen sind es über 20, über 22 Prozent.“

Somit wäre in Deutschland im Schnitt jede fünfte Neuinfektion auf die Variante B.1.1.7 zurückzuführen, wie auch tz.de* berichtet. Jede Woche würde sich der Anteil, den die Virus-Mutationen bei den nachgewiesenen Neuinfektionen habe, in etwa verdoppeln, erklärte Jens Spahn. Deswegen sei damit zu rechnen, dass auch in Deutschland die Mutante B.1.1.7 die dominierende Variante werden könne. Auch vor diesem Hintergrund sei die Einführung von kostenlosen Schnell- und Selbsttests sinnvoll.

Umso mehr Menschen gewarnt werden, erkennen können, ob sie infiziert sind oder nicht, bevor sie andere anstecken, desto besser.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin
Jens Spahn sprach bei einer Pressekonferent am Mittwoch in Berlin über die Situation der Coronavirus.-Mutationen in Deutschland (Symbolbild).

Maßnahmen gegen Corona-Mutation – Jens Spahn verteidigt Grenzschließungen

Bei der vergangenen Pressekonferenz des Gesundheitsministers verteidigte dieser die Entscheidung, aufgrund von gehäuften Infektionen mit der Coronavirus-Mutation Grenzschließungen einzuführen*. Tschechien, die Slowakei und Regionen Österreichs wurden in diesem Zuge als „Virusvarianten-Gebiete“ eingestuft. Durch Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen soll eine Eintragung des Virus‘ möglichst verhindert werden.

Im Zusammenhang mit den Corona-Mutationen wächst nun auch die Skepsis rund um die Wirksamkeit der Vakzine. Mehrere Krankenhäuser in Deutschland stoppten bereits die Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff, da es in einigen Fällen zu Nebenwirkungen gekommen war. In mehreren Regionen fielen vor allem Mitarbeiter im medizinischen Bereich krankheitsbedingt aus, da sie deutliche Nebenwirkungen gezeigt hatten. (*Msl24.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Tobias Schwarz/dpa

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