Gesundheitsminister

Vom Hoffnungsträger zum Pannen-Minister: Wie lange hält Merkel noch an Jens Spahn fest?

Jens Spahn steht seit Monaten so sehr im Rampenlicht wie wohl kaum ein anderer deutscher Politiker. Als Gesundheitsminister ist er verantwortlich für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Doch seine Fehlerliste wird immer länger.

Berlin – Wer derzeit durch Twitter stöbert, der bekommt viel Spott und Häme mit, die vor allem über einer Person ausgegossen wird: Jens Spahn. Der Gesundheitsminister aus Ahaus war beim gestrigen Corona-Gipfel erneut Thema, als es um die Schnelltests ging, wie msl24.de* berichtet.

Die Corona-Selbsttests sollten eine neue Etappe im Kampf gegen das Coronavirus* einleiten. Doch mit einem flächendeckenden Einsatz müssen sich die Bürger erst noch gedulden. Medienberichten zufolge war Kanzlerin Angela Merkel beim Corona-Gipfel erneut sauer über die schlechte Vorbereitung Jens Spahns in Sachen Schnelltests. Wie lange hält die Kanzlerin noch zu ihrem Gesundheitsminister? Die Frage scheint aufgrund der Pannen-Liste der vergangenen Wochen durchaus berechtigt.

PersonJens Spahn
AmtBundesgesundheitsminister
ParteiCDU

Jens Spahn: Fehler beim Impfstart

Es begann mit dem schleppenden Impfstart in Deutschland. Jens Spahn musste sich daraufhin von vielen Politiker-Kollegen Kritik anhören*. Im europäischen und weltweiten Vergleich wurden bislang verhältnismäßig wenig Impfdosen verabreicht. Knapp 2,5 Millionen Erstimpfungen wurden bundesweit bislang erst durchgeführt. Der Gesundheitsminister gab vor versammeltem Bundestag zu, Fehler gemacht zu haben.

„Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte“, sagte Jens Spahn (CDU)*. Sein Versprechen, bis zum Sommer jedem Bundesbürger ein Impfangebot machen zu können, steht weiterhin. Doch der schwache Impfstart war nicht der einzige Fehler des Gesundheitsministers aus dem Münsterland*. Vor wenigen Wochen hatte der 40-Jährige angekündigt, ab dem 1. März kostenlose Schnelltests in Deutschland einzuführen.

Jens Spahn und das Schnelltest-Debakel

Der Termin kippte zunächst, nachdem Kanzlerin Angela Merkel die Debatte um die Schnelltests auf den jüngsten Corona-Gipfel vertagt hatte. Ob die Tests am Ende wirklich kostenlos für den Verbraucher sein würden, stand zudem ebenfalls infrage. Vor dem Bundestag musste sich Jens Spahn schließlich kritischen Fragen zum Schnelltest-Debakel stellen. Nun gab es beim Bund-Länder-Treffen den nächsten Rückschlag.

Wie herauskam, hat der Bund noch nicht genügend Schnelltests bestellt*, um diese flächendeckend an den Mann zu bringen. Frühestens im April werde dies möglich sein. Es ist ein Rückschlag im Kampf gegen die Pandemie, da viele Unternehmer aus unterschiedlichen Bereichen zukünftige Öffnungen auch an die Verfügbarkeit von Schnelltests knüpfen.

Viel Spott über Jens Spahn bei Twitter

Zu allem Überfluss kam nun heraus, dass sich Jens Spahn im vergangenen Oktober wohl bei einer privaten Feier mit dem Coronavirus angesteckt hatte. Noch am Morgen vor der Dinnerparty, bei der er Spenden für seinen Wahlkampf um den CDU-Vorsitz gesammelt hatte, mahnte er im TV-Interview noch vor privaten Partys als Hotspot für Corona-Infektionen. Für den Gesundheitsminister könnte nun eine weitere Affäre zum Problem werden.

Der CSU-Politiker Georg Nüßlein steht unter Korruptionsverdacht. Ihm wird vorgeworfen, Deals mit Maskenherstellern und der Regierung über seine Firma Tectum Holding GmbH eingetütet zu haben. Jens Spahn soll davon angeblich gewusst haben*. Dies lassen E-Mails von Nüßlein an das Gesundheitsministerium vermuten, die auf einen gewissen „JS“ verweisen. Aus Regierungskreisen heißt es, Angela Merkel sei mittlerweile äußerst aufgebracht über die zahlreichen Versäumnisse des 40-Jährigen. Er werde offenbar zu einer Belastung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r, CDU) scheint zunehmend genervt von Jens Spahns Fehlern.

Dennoch wurde Jens Spahn nun – gemeinsam mit Verkehrsminister Andreas Scheuer – damit beauftragt, die Taskforce zu leiten, die sich um die Beschaffung der Schnelltests kümmern soll. Auf Twitter sorgte dies für reichlich Häme. „Eine Meldung wie aus dem Postillon: Scheuer und Spahn übernehmen die Taskforce zur Testlogistik“, spottet zum Beispiel Amira Mohamed Ali, die für die Linken-Fraktion im Bundestag sitzt. Alle Augen werden in dieser Sache auf den Gesundheitsminister gerichtet sein. Viele Fehler wird er sich womöglich nicht mehr erlauben können. (*msl24.de ist ein Angebot von „IPPEN MEDIA“).

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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