Gesundheitsminister aus Ahaus

10 Millionen Impfungen pro Woche? Jens Spahn dämpft Erwartungen

Weniger als sieben Prozent der Bundesbürger haben ihre Corona-Impfung halten. Bald soll das Tempo angehoben werden. Dennoch warnt Jens Spahn vor zu großen Erwartungen.

Wann geht es in Sachen Impfungen in Deutschland endlich voran? Diese Frage stellen sich wohl Millionen Bürger im Land. Die Zahlen sind bislang enttäuschend: 5,5 Millionen Menschen wurden seit Ende Dezember erst gegen das Coronavirus geimpft – ganze 3,1 Prozent haben bereits beide Dosierungen erhalten.

Für den schwachen Impfstart in Deutschland wurde vor allem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn scharf kritisiert. Einen Schritt in die richtige Richtung im Kampf gegen das Coronavirus sollen die bevorstehenden Impfungen bei Hausärzten machen. Doch vor dem Start im April versucht der gebürtige Münsterländer die hohen Erwartungen zurückzuschrauben.

PersonJens Spahn
AmtBundesgesundheitsminister
GeburtsortAhaus (Kreis Borken)

Jens Spahn: Keine zehn Millionen Impfungen pro Woche im April

Bis zu fünf Millionen Impfungen pro Woche sollen die Hausärzte bundesweit ab April durchführen – so lautet zumindest die Hoffnung der Experten. 75.0000 Haus- und Facharztpraxen sollen die Coronavirus-Impfstoffe demnächst spritzen dürfen. Neben den Verabreichungen in den Impfzentren, von denen es im Münsterland fünf gibt, wurden Hoffnungen auf wöchentlich zehn oder gar 20 Millionen Impfungen pro Monat laut. Doch Jens Spahn hält dies für unrealistisch.

Der Gesundheitsminister aus Ahaus betonte zwar, dass die Menge in den kommenden Wochen erhöht werde, „aber die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf zehn Millionen in der Woche wachsen“, betonte Jens Spahn (CDU) im ZDF-Morgenmagazin am Mittwoch (10. März).

Jens Spahn will an Impfreihenfolge festhalten

Die Zahl war zuvor vom Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, ins Spiel gebracht worden, der 20 Millionen Impfungen pro Monat in Deutschland für möglich hielt. „Im April wird es deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in der Größenordnung“, entgegnete dem nun Jens Spahn. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte kürzlich angekündigt, dass bald schon zehn Millionen Bürger in der Woche ihre Impfung erhalten würden.

Jens Spahn steht nicht nur wegen des Impfstarts in Deutschland in der Kritik.

Eine Impfkampagne in der Größenordnung sei laut Regierungssprecher Steffen Seibert erst im Juni denkbar. Derweil appellierte Jens Spahn, dass trotz der erhöhten Menge, die demnächst verabreicht werden kann, die Impfreihenfolge weiter eingehalten werde. „Grundsätzlich ist es noch wichtig, die Priorität einzuhalten“, sagte der im Münsterland geborene Gesundheitsminister.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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