Kritik am Gesundheitsminister

Corona-Masken über Freunde beschafft: Wieso Jens Spahn die Deals für korrekt hält

Viel Kritik war über Jens Spahn dieser Tage eingebrochen: Der Gesundheitsminister soll Corona-Masken über befreundete Unternehmen besorgt haben. Jetzt rechtfertigte er sich dafür.

In den vergangenen Wochen musste Jens Spahn (CDU) einiges an Beliebtheit einbüßen. Laut einer Umfrage von ARD-Deutschlandtrend sind nur noch 39 Prozent der Deutschen zufrieden mit der Arbeit des Gesundheitsministers. 55 Prozent stellen ihm indes ein schlechtes Zeugnis aus (Stand: März 2021). Neben Fehlern in der Corona- und Impfpolitik wurde zuletzt auch Kritik wegen diverser Maskendeals laut.

So soll Jens Spahn Corona-Masken über den Burda-Verlag gekauft haben – dem Arbeitgeber seines Ehemannes Daniel Funke. Der Gesundheitsminister hat sich nun für die Geschäfte gerechtfertigt. In einem Interview mit dem „Spiegel“ gab der Minister aus dem Münsterland zu, Schutzmasken bewusst über Freunde und Bekannte gekauft zu haben. Die Versorgungsnot im deutschen Gesundheitswesen sei der Grund dafür gewesen.

PersonJens Spahn
Geboren16. Mai 1980
AmtBundesgesundheitsminister

Jens Spahn: Deshalb kaufte er Corona-Masken bei befreundeten Firmen

„Ich musste in dieser Zeit feststellen, dass es wesentlich besser funktioniert, wenn das Angebot von jemandem kommt, den man kennt und einschätzen kann“, erklärte Jens Spahn seine Vorgehensweise. Im März vergangenen Jahres habe der 40-Jährige feststellen müssen, dass eine Maskenbeschaffung über die zuständigen Ämter kaum möglich sei. Daher habe er „angefangen, selbst zum Telefonhörer zu greifen“ und etwa beim Ex-Vorstand des Onlineapothekers DocMorris, mit dem er befreundet ist, Corona-Masken bestellt.

Kritisiert wurde Jens Spahn auch für den Deal mit dem Grevener Unternehmen Fiege. Über 550 Millionen FFP2- und OP-Masken wurden vom Logistikunternehmen gelagert, ohne dass der Auftrag zuvor auch für andere Firmen ausgeschrieben wurde. Über 34 Millionen Euro soll das CDU-nahe Unternehmen aus der Heimat des Gesundheitsministers verdient haben. „Fiege ist ein angesehenes westfälisches Familienunternehmen in der Gesundheitslogistik, das ich als solches gut kenne“, sagte er dazu.

Jens Spahn bestreitet Vorzugsbehandlung bei Masken-Aufträgen

Der im Kreis Borken geborene Gesundheitsminister sieht in der Vorgehensweise kein Problem. „Wir waren in einer Notlage. Für mich zählte nur, dass wir gute Masken zu akzeptablen Konditionen bekommen haben, und zwar schnell“, betont Jens Spahn im Spiegel-Interview. Eine Bevorzugung bestreitet der Minister jedoch, obwohl andere Firmen zum Teil günstigere Masken angeboten haben sollen.

Jens Spahn rechtfertigt die Beschaffung der Corona-Masken. (Symbolbild)

Kritik musste der 40-Jährige auf für seine Impfstrategie und die Tatsache, dass es bislang noch keine flächendeckenden Schnelltests gibt, einstecken. Die Verimpfung der Menschen in Deutschland läuft noch immer schleppend an. Zehn Prozent der Menschen haben bislang mindestens eine Dosis gegen das Coronavirus erhalten. Vollständig geimpft sind erst 4,4 Prozent der Bundesbürger .

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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