Regierungserklärung

Nach Kritik an Impfstrategie: Jens Spahn gibt Fehler zu

Schleppend ging der Start der Impfungen in Deutschland voran. Dafür hagelte es Kritik für Jens Spahn. Jetzt gab der Gesundheitsminister eine Regierungserklärung ab.

Berlin – Seit dem 27. Dezember wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Dafür bestellte der Bund den in der EU zugelassenen Impfstoff des Unternehmens Biontech/Pfizer. Da der Start der Impfungen bundesweit relativ langsam anlief, mussten sich Gesundheitsminister Jens Spahn und die Bundesregierung scharfe Kritik gefallen lassen.

Unter anderem kritisierte SPD-Vize Kevin Kühnert die Impfstrategie von Jens Spahn – es seien im Vorfeld eindeutig zu wenig Impfdosen bestellt worden, lautete der Tenor. In einer Regierungserklärung am Mittwoch (13. Januar), verteidigte Jens Spahn die Impfstrategie der Bundesregierung im Bundestag, gab gleichzeitig aber auch einige Fehler zu.

PersonJens Spahn
AmtBundesgesundheitsminister
GeburtsortAhaus (Kreis Borken)

Jens Spahn gibt Regierungserklärung zur Corona-Impfstrategie ab

„Nicht jede Entscheidung in den letzten Monaten war richtig. Daraus lernen wir“, sagte CDU-Politiker Jens Spahn vor dem versammelten Bundestag. „Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte“, gab er zu. Teile der Kritik wies der Gesundheitsminister jedoch von sich. So hätten nicht etwa fehlende Verträge, sondern fehlende Produktionskapazitäten des Impfstoffs zum schleppenden Impfstart in Deutschland geführt.

Der aus dem Münsterland stammende Gesundheitsminister bezeichnete in seiner Regierungserklärung die derzeitige Situation, in der sich das Land befindet, als „eine der schwersten Phasen der Pandemie“. Durch die Ende Dezember begonnenen Impfungen gegen das Coronavirus gebe es jedoch „Licht am Ende des Tunnels“, so Jens Spahn weiter. Mit den Impfzentren, von denen es im Münsterland fünf Stück gibt, habe man eine Struktur gebaut, die das Land hochfahren kann und wird.

Jens Spahn: Corona-Impfung für jeden Bürger bis zum Sommer

Weiterhin verteidigte Jens Spahn den gemeinsamen europäischen Kurs im Hinblick auf die Bestellung des Corona-Impfstoffs. „Ja, es ist richtig, dass wir europäisch handeln. Kein Land und keine Regierung kann dieses Virus alleine besiegen – es geht nur gemeinsam“, sagte der Gesundheitsminister.

Jens Spahn verteidigte die Impfstrategie der Bundesregierung in seiner Regierungserklärung.

Zudem erneuerte Jens Spahn, der durch den schleppenden Impfstart an Beliebtheit verloren hat, sein Versprechen, bis zum kommenden Sommer jedem Bürger ein Impfangebot zu machen. Dabei appellierte er an die Impfbereitschaft der Menschen im Land. „Nur wenn über das Jahr hinweg die meisten Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich impfen zu lassen, können wir das Virus wirklich besiegen.“

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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