Coronavirus

Priorisierung für Johnson & Johnson aufgehoben: Was das für Impfwillige bedeutet

Nach dem Impfstoff von Astrazeneca gibt es nun auch für Johnson & Johnson keine Priorisierung mehr. Für Impfwillige ist jedoch Geduld gefragt.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson unterscheidet sich von den anderen Vakzinen vor allem darin, dass nur eine Dosis für eine komplette Immunisierung gebraucht wird. Ähnlich wie beim Astrazeneca-Impfstoff* fiel das Produkt aus des US-Pharmazeuten jedoch dadurch auf, dass es in seltenen Fällen zu Thrombosen gekommen war.

Am Montag (10. Mai) hat Gesundheitsminister Jens Spahn* nun bekannt gegeben, dass die Priorisierung für Johnson & Johnson wie auch zuvor bei Astrazeneca aufgehoben wird. Darüber berichtet msl24.de*. Somit soll theoretisch allen Bürgern in Deutschland die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem vom belgischen Tochterunternehmen „Janssen“ entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus zu immunisieren.

ImpfstoffJohnson & Johnson
ForschungsnameJNJ-78436735
Art des ImpfstoffsNicht replizierender viraler Vektor

Größere Lieferung von Johnson & Johnson erst Juni oder Juli

Dies soll, so Jens Spahn weiter, jedoch erst nach einer Beratung mit dem zuständigen Arzt passieren. Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, den Impfstoff von Johnson & Johnson aufgrund der aufgetretenen Thrombose-Fälle nur noch an Menschen über 60 Jahren zu verimpfen. Derzeit gibt es in Deutschland noch fünf bis sechs Millionen Menschen in der Altersklasse, die auf einen Impftermin warten. Mehr als 60 Prozent der über 60-Jährigen haben bereits einen der vier zugelassenen Impstoffe* erhalten.

Bis alle Personen der Altersklasse, die eine Corona-Impfung wollen, mit dem Impfstoff versorgt werden können, wird es jedoch wohl noch etwas dauern. Wie Jens Spahn betonte, ist mit einer größeren Lieferung von Johnson & Johnson erst im Juni oder Juli zu rechnen. Die USA hatten Impfungen mit dem Vakzin aufgrund der Nebenwirkungen vorübergehend gestoppt – die Europäische Arzneimittelagentur empfahl den Impfstoff dagegen uneingeschränkt.

Jens Spahn: Erst wenige Dose von Johnson & Johnson verimpft

„Wir reden über sehr, sehr seltene Nebenwirkungen, aber auch über ernsthafte“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn in Berlin dazu. Seit vergangenem März ist Johnson & Johnson in der EU zugelassen. Von den bislang 450.000 ausgelieferten Dosen wurden in Deutschland jedoch erst wenige verimpft. Mit dem Vakzin verabreicht wurden unter anderem am vergangenen Wochenende Menschen bei einer gezielten Impfaktion in Münster*.

Der Impfstoff von „Johnson & Johnson“ kann jetzt an alle Personen verabreicht werden.

Dafür sorgen, dass das Impfen in Deutschland noch schneller voranschreitet, will auch ein neues Online-Tool. Impfwillige können sich dort anmelden – sollten zum Beispiel bei einem Hausarzt in Münster Impfdosen übrig bleiben*, wird die jeweilige Person kontaktiert und kann daraufhin spontan einen Impftermin vereinbaren. (*msl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © David Zalubowski/dpa

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