Urteil am Landgericht Münster

Explosion auf Campingplatz: Urteil gegen 54-Jährigen gefallen

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Der Angeklagte muss nach der Campingplatz-Explosion ins Gefängnis. (Symbolbild)

Wegen versuchten Mordes stand ein Campingplatz-Bewohner vor Gericht. Der Mann hatte im März eine Explosion auf einer Parzelle in Lüdinghausen verursacht. Nun wurde das Urteil gesprochen.

  • Ein Campingplatz in Lüdinghausen brannte im März
  • Ein Bewohner wurde kurz darauf festgenommen
  • Jetzt ist das Urteil am Landgericht Münster gefallen

Lüdinghausen – Ein Campingwagen und eine Holzhütte standen im vergangenen März komplett in Flammen. Bei zehn Personen, die sich auf dem Campingplatz "Zur Kanalküste" befanden, bestand Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Wenig später nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.

Wie sich herausstellte, hatte der Besitzer der Parzelle in Lüdinghausen die Explosion herbeigeführt. Er wurde wegen versuchten Mordes festgenommen. Der 54-Jährige soll am besagten Abend eine Gasflasche aufgedreht und danach eine brennende Kerze auf dem Campingplatz zurückgelassen. Wenig später kam es zur Detonation.

Explosion in Lüdinghausen: Angeklagter wollte neues Leben beginnen

In der Vernehmung bezeichnete der Beschuldigte seine Tat als "sinnlos". Er habe sich in einer ausweglosen Lage befunden, die zu einer Kurzschlussreaktion geführt habe. Am Landgericht Münster kam es nun zum Prozess gegen den Mann. 

Wie der Angeklagte vor Gericht angab, wollte er auf dem Campingplatz einen Schlussstrich unter sein Leben ziehen. Er berichtete von Problemen in seiner Beziehung und seinem Kind. Nachdem er den Campingwagen in Lüdinghausen angezündet hatte, machte er sich samt Reisekoffer und Reisepass davon. Er habe sich danach ein neues Leben aufbauen wollen, sagte er.

Urteil am Landgericht: Mann aus Lüdinghausen nun im Gefängnis

Am Donnerstag (10. Oktober) wurde nun das Urteil gegen den 54-Jährigen gefällt. Der Angeklagte wurde wegen Brandstiftung, versuchter schwerer Brandstiftung sowie Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Der Vorwurf des versuchten Mordes wurde vom Gericht fallen gelassen, da es nicht davon ausging, dass der Mann aus Lüdinghausen andere Menschen habe töten wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert. Die Verteidigung sah indes eine Bewährungsstrafe für angemessen. 

Am Landgericht kommt es derzeit zu einem anderen aufsehenerregenden Prozess: Drei Männer stehen in Münster wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Einer von ihnen ist der in der Domstadt bekannte Johannes J. ("Jizzo"). Derweil beschäftigt die Stadt im Kreis Coesfeld dieser Fall: In mehreren Nächten schoss ein Unbekannter in Lüdinghausen auf Fenster und Autos. Die Polizei ermittelt.

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