Feuer in Lüdinghausen

Versuchter Mord: 54-Jähriger nach Campingplatz-Brand festgenommen

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Nach dem Brand auf einem Campingplatz in Lüdinghausen nahm die Polizei einen Taverdächtigen fest. (Symbolbild)

Die Polizei ermittelt: Handelt es sich bei dem Brand auf dem Campingplatz in Lüdinghausen um Brandstiftung oder ein Unglück? Diese Frage scheint nun beantwortet zu sein.

Update: 12. März. Lüdinghausen – Wende im Fall um den Brand auf dem Campingplatz "Zur Kanalküste": Wie die Polizei in Coesfeld und Münster sowie die Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag mitteilen, wurde ein Verdächtiger festgenommen. Der 54-jährige Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Bei dem Verhafteten handelt es sich um den Besitzer der Parzelle, die am späten Sonntagabend (10. März) in Flammen aufging. Nach der Untersuchung des Brandortes schließen die Ermittler einen technischen Defekt aus. Stattdessen soll das Feuer mit Absicht gelegt worden sein.

Die Ermittler gehen bei dem Feuer auf dem Lüdinghauser Campingplatz also von Brandstiftung aus: "Offenbar hatte der Beschuldigte eine dort gelagerte Gasflasche bewusst aufgedreht, um dann mit einer zurückgelassenen brennenden Kerze die Detonation auszulösen", heißt es in einer Presseerklärung.

Im Polizeipräsidium Münster wurde daraufhin eine Mordkommission eingerichtet, denn: "Durch die Nähe zu den anderen angrenzenden Parzellen hätten deren Bewohner durch die unkontrollierbare Explosion verletzt oder sogar getötet werden können", erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass hier niemand Schaden genommen hat."

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft ist der Verdächtige in Teilen geständig. "Er wollte nach ersten Erkenntnissen seine Lebenssituation hier beenden und im Nicht-Europäischen-Ausland neu anfangen", sagt Ulrich Bux, Leiter der Mordkommission.

Am Amtsgericht wurde Haftbefehl gegen den 54-Jährigen erlassen – wegen "des Verdachts des versuchten Mordes, Herbeiführens einer Sprengstoffstoffexplosion mit versuchter Todesfolge sowie besonders schwerer Brandstiftung mit versuchter Todesfolge", heißt es in der Presseerklärung weiter. Der Mann wurde in Untersuchungshaft genommen.

Lüdinghausen: Feuer auf Campingplatz – Sanitäter verarzten 10 Anwohner

Erstmeldung: 11. März. Lüdinghausen – Am späten Sonntagabend (10. März) gegen 22 Uhr kam es auf dem Campingplatz "Zur Kanalküste" im Berenbrock zu einem Brand: "Bei Eintreffen der Polizei stand ein Campingwagen und ein angrenzendes Holzhaus in Flammen", berichten die Beamten. 

Die Feuerwehr konnte den Brand in Lüdinghausen jedoch bis 1 Uhr vollständig löschen. "Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden", so die Polizei weiter. Dennoch wurden 10 Bewohner des Campingplatzes aufgrund des Verdachts einer Rauchgasvergiftung vor Ort medizinisch betreut. 

Die Betroffenen konnten nach Abschluss der Löscharbeiten aber zurück in ihre Unterkünfte. "Die Brandstelle wurde beschlagnahmt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an", fassen die Beamten in Lüdinghausen zusammen. Wie das Feuer ausbrechen konnte, ist bislang nicht geklärt. Wir berichten weiter. 


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