Corona-Impfung

Maischberger (ARD): Zoff um Astrazeneca – Spahn erhält Rückendeckung von CDU-Chef Laschet

Schwere Zeiten für die CDU/CSU: Die Maskenaffäre und der Impfstopp von Astrazeneca haben Jens Spahn viel Vertrauen gekostet. Bei „maischberger. die woche“ (ARD) nahm ihn Partei-Chef Laschet nun in Schutz.

Berlin – Jens Spahn (CDU) galt bei den Christdemokraten lange als Hoffnungsträger. Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie konnte der Bundesgesundheitsminister für sein Handeln viele Pluspunkte bei den Menschen in Deutschland sammeln. Doch nach dem Desaster bei der Impfstoffbeschaffung, der Maskenaffäre, dem Dämpfer bei den Corona-Schnelltests und dem Astrazeneca-Impfstopp bröckelt sein Image gewaltig.

Am Mittwoch (17. März) empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Corona-Schutzimpfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca fortzusetzen. Der Impfstoff gegen das Coronavirus wurde mit Blutgerinnseln und einer Thrombose in den Hirnvenen in Verbindung gebracht. Voraussichtlich am Donnerstag (18. März) wird die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Testergebnisse zu dem Wirkstoff veröffentlichen. Aufgrund der Vorkommnisse fordern einige Politiker den Rücktritt von Jens Spahn. Bei „maischberger. die woche“ (ARD) bekam er nun Rückendeckung.

Talk-Showmaischberger. die woche
SenderARD
ProduktionsunternehmenProduktions- unternehmen: Vincent Berlin GmbH
Länge75 Minuten
Jahre(e)seit 2003
ModeratorinSandra Maischberger
Ausstrahlungmittwochs, 22.50 bis 0.05 Uhr

„maischberger. die woche“ (ARD) – Laschet über Jens Spahn: „Er hat den schwersten Job überhaupt“

Bei „maischberger. die woche“ (ARD) befasste sich Moderatorin Sandra Maischberger (54) am Mittwochabend (17. März) wieder einmal mit den Folgen der Corona-Pandemie. Zuletzt waren die Corona-Zahlen stark gestiegen und eine Lockdown-Verlängerung bis Ostern droht in Deutschland. Besonders das Thema Astrazeneca-Impfstopp kam in der Talkrunde zur Sprache. „War diese Entscheidung richtig? Wie sehr führt der Stopp zu Verzögerungen bei der Impfkampagne?“ Auf diese Fragen sollten folgende sechs Gäste Antworten finden:

  • Armin Laschet, CDU (Parteivorsitzender)
  • Karl Lauterbach, SPD (Gesundheitspolitiker)
  • Ilkay Gündoğan (Fußballprofi Manchester City)
  • Ulrich Wickert (Journalist und Autor)
  • Alexandra Föderl-Schmid (Süddeutsche Zeitung)
  • Kristina Dunz (Hauptstadtkorrespondentin)

CDU-Chef Armin Laschet verteidigte im ARD-Talk „maischberger. die woche“ das vorsorgliche Aussetzen der Impfung mit Astrazeneca. Gleichzeitig nahm er den Bundesgesundheitsminister in Schutz. Seiner Meinung nach, habe Jens Spahn (40) keine andere Möglichkeit gehabt, als den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts zu folgen. Das Institut ist für die Sicherheit der Corona-Impfstoffe zuständig und riet dem Minister, wegen möglicher Gesundheitsrisiken vorerst auf den Einsatz des Vakzins zu verzeichten.

Zum Thema Astrazeneca ließ der Ministerpräsident von NRW ordentlich Dampf ab: „Was sagt ein Minister Jens Spahn, wenn ihm der Chef des renommierten Paul-Ehrlich-Instituts sagt: Du musst das stoppen, es kann Tote geben? Da kann Politik gar nicht anders, als der Wissenschaft zu folgen“, so Laschet. Denn hätte er „es weiter verimpft, und ein einziger wäre dann noch gestorben, wäre es seine Verantwortung.“ Über seinen Parteikollegen sagte der CDU-Chef: „Der Gesundheitsminister hat den schwersten Job überhaupt.“

Jens Spahn (l.) und Armin Laschet (r.) beim Rundgang im Impfzentrun in Düsseldorf. (Archivbild)

„maischberger. die woche“ (ARD): Laschet fordert bei Corona-Impfungen „eine einheitliche europäische Sprache“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) verteidigte Jens Spahn ebenfalls. Sie sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, der vorläufige Impfstopp von Astrazeneca sei „kein guter Moment für Schuldzuweisungen“. Wenn die EMA am Donnerstag ihre Entscheidung bekannt gibt, erwartet Armin Laschet von Deutschland und allen anderen EU-Mitgliedsstaaten eine ähnliche Reaktion. Bei den Corona-Impfungen müsse es „eine einheitliche europäische Sprache“ geben, äußerte sich der CDU-Chef in der ARD-Sendung „maischberger. die woche“.

Der Umgang mit den Problemen bei dem Impfstoff sei in der EU bisher „in jeder Hinsicht schiefgelaufen“. Als möglich gilt, dass die EMA die Impfung mit Astrazeneca weiterempfehlen wird, dafür aber Auflagen fordert und ein gesonderter Warnhinweis im Beipackzettel auftaucht. Auch das Thema Schulen in NRW kam bei maischberger* zur Sprache. Weil an den Schulöffnungen in NRW trotz steigender Corona-Zahlen festgehalten wird, werden die Rufe nach einem Rücktritt von Armin Laschet* lauter, berichtet merkur.de. Die Sendung „maischberger. die woche“ können Interessierte jede Woche Mittwoch im Free-TV in der ARD sehen. Der öffentlich rechtliche Sender bietet auch einen kostenlosen Live-Stream an. In der ARD-Mediathek sind die gesendeten Folgen ebenfalls abrufbar. (*merkur.de und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa Pool | Federico Gambarini

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