NRW

Eine Woche vor dem Corona-Gipfel: Armin Laschet will weitere Lockerungen

Seit zwei Monaten befindet sich Deutschland mittlerweile im Lockdown. Die Forderungen nach weiteren Öffnungen werden nicht nur in NRW immer lauter.

Die Zahl der Neuinfektionen gibt derzeit wenig Grund zum Optimismus. Am Mittwoch (24. Februar) vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 8007 neue bestätigte Fälle innerhalb eines Tages. Vor einer Woche waren es 7556 neue Infektionen mit dem Coronavirus*.

Der Lockdown scheint nicht so zu wirken, wie es sich die Entscheidungsträger gewünscht haben. Dennoch werden die Rufe nach weiteren Lockerungen eine Woche vor dem nächsten Corona-Gipfel immer lauter. So klagen unter anderem einige Unternehmer aus OWL gegen die Schließung des Einzelhandels*. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wünscht sich in naher Zukunft weitere Öffnungen.

BundeslandNRW
Einwohner17,9 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

NRW: Armin Laschet will Perspektiven für Unternehmer schaffen

„16 Länder erwarten, dass wir eine Öffnungsstrategie vorlegen, dass eine Perspektive erkennbar ist: wo wird es hingehen“, sagte Armin Laschet auf der Jahresauftaktpressekonferenz in Düsseldorf. Der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes fordert eine Debatte, wie es vor allem für den Einzelhandel und die Kulturbranche in NRW weitergehen soll. Dennoch mahnte der CDU-Vorsitzende zur Vorsicht.

„Die Schulen öffnen wir nur, um schwere Schäden aufzufangen“, kommentierte der Ministerpräsident die in dieser Woche schrittweise erfolgte Öffnung von Schulen und Kitas in NRW. Weitere Lockerungen, so Armin Laschet, seien jedoch nur mit gewissen „Schutzmechanismen“ machbar. Eine Rolle sollen dabei Schnelltests spielen.

NRW-Minister Joachim Stamp sieht Lockerungen skeptisch

Jens Spahn hatte kostenlose Schnelltests für alle Bürger ab dem 1. März angekündigt. Der Start wurde jedoch von Kanzlerin Angela Merkel verschoben, da der CDU-Vize den Beginn der Kampagne noch nicht ausreichend vorbereitet und vorgestellt hatte. Beim kommenden Corona-Gipfel wollen Bund und Länder über die Pläne des Gesundheitsministers sprechen. Wegen des Schnelltest-Debakels musste sich Jens Spahn den kritischen Fragen von Abgeordneten im Bundestag in Berlin stellen, nachdem er die erneute Merkel-Ohrfeige kassiert hatte. Der Vize-Ministerpräsident von NRW, Joachim Stamp, zeigte sich hinsichtlich weiterer Lockerungen jedoch etwas skeptischer.

Das Land müsse „auf Sicht fahren“, betonte der FDP-Politiker. Auch sei unklar, wann die Schnelltests an den Start gehen würden. „Wir wissen nicht, wie schnell das gehen wird.“ Durchaus forscher gehen die SPD-geführten Bundesländer in Sachen Öffnungen in den bevorstehenden Corona-Gipfel am 3. März.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ringt mit einer Öffnungsstrategie

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, soll der Berliner Senat an einer weitreichenden Öffnungsstrategie arbeiten. In dem Entwurf der SPD-Länder werden mehrere Schritte aus dem Lockdown aufgeführt, die in vier Blöcke unterteilt sind. Erste Lockerungen soll es geben, sollte die Inzidenz von 50 sieben Tage lang unterschritten werden. Im letzten Schritt, bei einer zweiwöchigen Inzidenz unter 35, sollen sogar Konzerthäuser und Clubs wieder öffnen. (*msl24 und owl24 sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Odd Andersen/dpa

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