NRW

Urlaub, Gottesdienste, Friseure, Handel: Diese Corona-Regeln gelten an Ostern

Das Osterfest steht vor der Tür: Viele Bürger in Deutschland sind aufgrund sich ständig ändernder Corona-Regeln verunsichert, was an den Feiertagen gilt und was nicht. Wir schaffen einen Überblick.

Viel Chaos und Unruhe hat es in den vergangenen Tagen inmitten der Corona-Lage in Deutschland gegeben. Beim vergangenen Treffen von Bund und Ländern war zunächst kurzerhand eine Osterruhe ab Gründonnerstag* vereinbart worden, die jedoch nur zwei Tage später wieder verworfen wurde. Wegen Ostern und Corona änderten jedoch einige Supermärkte ihre Öffnungszeiten, um auf einen möglichen Kunden-Ansturm vorbereitet zu sein. Auch das Thema Notbremse trug zur Verunsicherung der Menschen bei, wie msl24.de* berichtet.

In Nordrhein-Westfalen sollten ab Montag (29. März) zunächst verschärfte Maßnahmen eingeführt werden – das Land NRW hat die landesweite Corona-Notbremse jedoch kurzfristig wieder gekippt. Diese soll nur noch in einzelnen Kommunen gezogen werden, in denen die Inzidenz mehr als drei Tage über 100 liegt. Jedoch können auch hier Lockerungen weiter gelten, sollten die betroffenen Regionen mit Testungen dagegen halten. Bei vielen Bürgern ist die Verunsicherung groß: Welche Regeln gelten nun speziell für Ostern? Diese Frage beantworten wir hier.

Ostern in NRW: Diese Corona-Regeln gelten

  • Lockdown: Beim vergangenen Corona-Gipfel* wurde beschlossen, den Lockdown bis zum 18. April zu verlängern. Dieser gilt somit grundsätzlich auch an Ostern.
  • Osterruhe: Diese wurde von Angela Merkel zwei Tage nach ihrem Beschluss wieder gekippt. Das heißt: An Gründonnerstag und Karsamstag sind neben Supermärkten auch Geschäfte des Einzelhandels für „Click and Meet“ geöffnet – jedoch nur in Regionen, in denen die Notbremse bislang nicht gezogen wurde. Wie zum Beispiel in Münster*.
  • Kontakte: Für das Osterfest* wurden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen, in denen die Notbremse gezogen wurde, gelockert. Treffen sind demnach zwischen Gründonnerstag und Ostermontag mit bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt – Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.
  • Gottesdienste: Trotz steigender Coronavirus*-Infektionen verzichtet das Land NRW auf ein Verbot von Präsenzgottesdiensten. Kirchen, Synagogen und Moscheen können daher weiterhin besucht werden. Kompliziert gestaltet sich die Lage im Kreis Lippe nach dem Corona-Ausbruch in einer Kirchengemeinde*. Dort pocht die Stadt Lage nun auf ein Gottesdienst-Verbot, gegen das sich die Landesregierung jedoch weiterhin wehrt.
  • Friseure/körpernahe Dienstleistungen: Seit dem 1. März sind Friseursalons in NRW wieder geöffnet. Sie dürfen ebenso wie körpernahe Dienstleistungen an Gründonnerstag und Ostersamstag Besucher empfangen.
  • Reisen: Ein generelles Reiseverbot gibt es nicht – dennoch warnt die Regierung vor Urlauben an Ostern. Urlaubsrückkehrer, die zum Beispiel aus Mallorca wiederkommen, müssen sich vor ihrer Ankunft nach Deutschland ab Dienstag (30. März) jedoch auf das Coronavirus testen lassen. Ohne negativen Test darf der Urlauber nicht im Flugzeug befördert werden und muss die Kosten für eine anschließende Quarantäne vor Ort selbst tragen.
  • Tagesausflüge/Gastronomie: Ausflüge innerhalb Deutschlands bleiben über Ostern erlaubt – gestalten sich jedoch schwierig. Hotels, Campingplätze und Restaurants sind nämlich weiterhin geschlossen. Reisen nach Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern sind zudem untersagt.
  • Osterfeuer: Wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW mitteilt, ist das Osterfeuer in diesem Jahr aufgrund der Corona-Lage untersagt – sie fallen unter das bestehende Versammlungs- und Veranstaltungsverbot.
  • Besuche im Altenheim: Obwohl der große Teil der Pflege- und Altenheim-Bewohner mittlerweile ihre Impfung gegen das Coronavirus erhalten hat, sind Besuche der Einrichtungen vom Land NRW auch über Ostern untersagt worden. Nur in dringenden Fällen seien Besuche zulässig, betonte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Corona in NRW: Angela Merkel kritisiert Armin Laschet

Der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Deutschlands musste zuletzt für seinen Öffnungskurs einiges an Kritik einstecken. So bekam Armin Laschet von Kanzlerin Angela Merkel für seine Corona-Politik in NRW einen Rüffel. In der ARD-Talkshow „Anne Will“ machte die Regierungschefin ihren Unmut darüber deutlich, dass einige Bundesländer Alleingänge in Sachen Notbremse vorgenommen haben. Mit einer Teststrategie würden viele strengere Corona-Maßnahmen umgehen. „So war das nicht gedacht“, sagte die Bundeskanzlerin. Corona-Schnelltests sind vor Ostern nun auch online bei Amazon erhältlich und aktuell in den Supermärkten heiß begehrt. (*msl24.de, owl24.de und rosenheim24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/Frank Rumpenhorst/dpa

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