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"Karussellautos sind jetzt tabu": Satire sorgt für Empörung

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Der Artikel "Karussellautos sind jetzt tabu" sorgt derzeit für Empörung bei Facebook. 

Fahrräder, Nutztiere, Kutschen und Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs sollen demnächst die Karussellautos ersetzen. Diese Bestimmung erlässt ein angeblich "amtliches Schreiben" für Osnabrück. Doch stimmt das?

Osnabrück/Münsterland – Seit Montag (31. Dezember) macht eine Nachricht die Runde, die für Empörung sorgt: "Karussellautos sind jetzt tabu" titelte die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Schließlich sei der „motorisierte Individualverkehr“ ein Konzept von vorgestern.

"Amtliches Schreiben" verbietet Karussellautos in Osnabrück

Doch von vorne: In dem Artikel wird von einem amtlichen Schreiben berichtet, das nach dem Abbau des Weihnachtsmarktes veröffentlicht wurde und die Schausteller angeblich "eiskalt erwischt" hätte. Denn:

"Laut einer Verfügung des städtischen Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz dürfen innerhalb des Stadtgebiets künftig keine Karussells mehr aufgestellt werden, in denen die Kinder in kleinen Autos, Lkws, auf Mini-Motorrädern, in Flugzeugen, Hubschraubern oder auf dem Rücken exotischer Tiere ihre Runden drehen.“

Fahrräder, Nutztiere, Kutschen und Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs? Diese Bestimmung erlässt ein angeblich "amtliches Schreiben" für Osnabrück.

Stattdessen sollten nur noch Modelle von Fahrrädern, Nutztieren, Kutschen und Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs abgebildet werden. Ansonsten würden hohe Geldstrafen drohen. Der Grund: "Nachhaltigkeit in der Kinderbelustigung".

Keine Karussellautos mehr in Osnabrück? Alles nur Satire!

Der Artikel wurde, als Ausschnitt aus der Zeitung, auf der Facebook-Seite von Kirmes-Rummel.de geteilt und stark diskutiert. Denn auf dem Foto war nicht zu erkennen, auf welcher Seite der Artikel veröffentlicht wurde: "Tills Silvesterpunsch und Bleigießerei" – ein alljährliches Satireformat zum Jahreswechsel

Alles nur Satire: Die Rubrik "Tills Silvesterpunsch und Bleigießerei" erscheint jedes Jahr an Silvester.

Denn bei dem Artikel, dem angeblich amtlichen Schreiben und den Zitaten handelt es sich um eine fantasievolle Erfindung des Redakteurs. Dabei handelt es sich weder um "Fake News" noch um "Verarsche", sondern um ein legitime Kunstform. 

Aus dem Kontext gerissen ging der Witz aber nach hinten los: In hunderten Kommentaren beschweren sich die Facebooknutzer (auch im Münsterland) derzeit über den angeblichen Vorstoß der Politik. Schuld sind Deutschland, die Umweltschützer oder Kanzlerin Merkel. 

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