Urteil am Landgericht Münster

Drogenhandel im großen Stil: Vier Dealer müssen lange hinter Gitter

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Vier Dealern aus dem Kreis Steinfurt wurde der Prozess gemacht.

Am Landgericht Münster wurde vier Mitgliedern einer Drogenbande der Prozess gemacht. Die Angeklagten erhielten allesamt Haftstrafen.

Münster/Kreis Steinfurt – Einfuhrschmuggel und Handeltreiben von 190 Kilo Marihuana und 100 Gramm Kokain – so lautete die Anklage gegen vier Mitglieder einer Drogenbande. Den Beschuldigten wurde am Landgericht Münster der Prozess gemacht.

Kreis Steinfurt: Ermittlungen gegen Drogenbande

Wie war die Polizei den Tätern auf die Spur gekommen? Im Bereich Nordwalde gab es einen Hinweis darauf, dass dort eine russische Bande in großem Stil mit Marihuana dealte. Für die Ermittlungen schlossen sich Beamte des Zollfahndungsamtes Essen und des Polizeipräsidiums Münster zur "Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift" (GER) zusammen.

Dabei stießen die Ermittler auf die beiden Hauptbeschuldigten (33, 36) aus dem Kreis Steinfurt: Die Angeklagten betrieben "einen schwunghaften Handel mit Marihuana aus den Niederlanden und dem Balkan im zwei bis dreistelligen Kilogrammbereich", wie die Polizei in einer Pressemitteilung bekannt gibt.

Festnahme im Kreis Steinfurt

Am 17. November im vergangenen Jahr wurden die beiden Männer sowie der Kurierfahrer (62) festgenommen. Die drei hatten sich wegen einer Drogenlieferung mit 135 Kilogramm Marihuana in einer Lagerhalle in Wettringen im Kreis Steinfurt aufgehalten, als der Zugriff der Ermittler erfolgte.

Das vierte Mitglied der Drogenbande war eine 52-Jährige aus Greven. Die Frau schmuggelte für die beiden Haupttäter dreimal Marihuana aus den Niederlanden nach Deutschland – insgesamt waren es 54 Kilogramm. Die Drogen lagerte sie in ihrer Wohnung im Kreis Steinfurt. Die Frau wurde am 20. November verhaftet. In ihrem Keller fanden die Ermittler außerdem eine "Indoor-Cannabis-Plantage" mit fünf Cannabispflanzen und etwa 90 Setzlingen und weiteren 30 Pflanzen.

Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt vor Gericht: Die Urteile

Die Frau aus dem Kreis Steinfurt wurde vor dem Landgericht "wegen Einfuhrschmuggels und Beihilfe zum Handeltreiben von/mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge" zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der 62-jährige Kurierfahrer erhielt bei gleicher Anklage vier Jahre und neun Monate Haft.

Der 33-jährige muss für sieben Jahre und zehn Monate hinter Gitter – der 36-Jährige für sechs Jahre und sechs Monate. Damit wurde die Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt gemeinsam zu mehr als 23 Jahren Haft verurteilt. Die Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Das sichergestellte Drogengeld, über 70.000 Euro in bar, wurde vom Gericht eingezogen. 

23 Jahre Haft für Drogenbande – Zollfahndung veröffentlicht Ermittlungsfotos

23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt © ZFA Essen
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt © ZFA Essen
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt © ZFA Essen
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt
23 Jahre Haft für Drogenbande aus dem Kreis Steinfurt © ZFA Essen

Solche Fälle sind abseits der Grenzregion eher ungewöhnlich. Trotzdem kam es neulich ebenfalls zu einer Verhaftung am Bahnhof Holtwick: Mehr als ein Kilo Marihuana hatte ein Mann mit dem Zug nach Coesfeld transportiert. Doch an der Haltestelle wartete schon die Polizei auf ihn.

Vor dem Landgericht gingen kürzlich weitere Großprozesse zu Ende: Nach einem anderen Drogen-Prozess in Münster musste ein anderer Dealer ebenfalls für lange Jahre hinter Gitter. Der Mann hatte Rauschgift in seiner Wohnung verkauft. In einem anderen Fall sollen zwei Jugendliche in Everswinkel zwei 16-jährige Mädchen vergewaltigt haben. Ihnen wird nun der Prozess gemacht. Eine lange Haftstrafe musste nun auch ein Mann aus Heek antreten: Der Angeklagte hatte seine Ehefrau erstochen und in einem See versenkt.

Derzeit gibt es eine weitere Verhandlung vor dem Landgericht: Nach einer Bluttat in Westerkappeln im April, steht nun der Vater eines bereits Verklagten vor Gericht. Ebenfalls kommt es zu diesem Prozess: Der Streit um die Mopsdame Edda aus Ahlen wird nun vor dem Landgericht Münster ausgetragen. Die neue Besitzerin verklagt die Stadt auf Schadensersatz.

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