8000 Schweine bei lebendigem Leibe verbrannt

Nach Großbrand in Rheine: Pizzabäcker bekommt Post vom Bürgermeister

Bei dem Großbrand des Schweinemastbetriebes in Rheine kamen nicht nur Feuerwehrleute zum Einsatz – sondern auch ein Pizzabäcker. Nun meldete sich der Bürgermeister bei dem Mann.

Rheine – Am 15. Juli (Sonntag) kam es in Rheine zu einem Großbrand: Die Ställe eines Schweinezüchters hatten Feuer gefangen. Insgesamt 8000 seiner Tiere sind bei lebendigem Leibe in den Flammen verbrannt. Auch die Anwohner des Ortsteils Dreierwalde wurden gewarnt: "Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen ab", erklärte die örtliche Gefahrenabwehrbehörde. Denn der Rauch eines Großbrandes zog über die Gegend. 

Ein Flüssiggastank und weitere Silos konnten durch den Einsatz der Feuerwehr vor den Flammen gerettet werden. Ebenso ein Nebengebäude. Darin befanden sich weitere 4000 Masttiere. Die Feuerwehr konnte außerdem verhindern, dass angrenzende Felder durch brennende Trümmerteile Feuer fingen. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Rheine und Umgebung waren an den Löscharbeiten beteiligt. 

Ahmad Hammudeh: "Wir mussten einfach helfen."

Doch auch Helfer brauchen Unterstützung – und die kam an diesem Sonntag von Ahmad Hammudeh. Er war unmittelbar von dem Brand betroffen: "Unsere Pizzeria liegt etwa 300 Meter entfernt von den Ställen entfernt und wir sahen die Rauchwolke", erinnert er sich. 

Der Mann zögerte nicht lange und besprach sich mit seiner Frau: "Wir mussten einfach helfen." Ihnen taten die Feuerwehrmänner Leid, die in kompletter Einsatzmontur bei Sommertemperaturen Schwerstarbeit verrichten mussten. "Es war Sonntagmittag. Da wurden sicher viele Feuerwehrmänner vom Mittagessen weggerufen." 

Team der Pizzeria sorgt für kostenlose Verpflegung 

Ahmad Hammudeh handelte sofort: Er fuhr gleich mit mehreren Familienpizzen zum Brandort – und wurde dort mit offenen Armen empfangen. Der Geschäftsmann erinnert sich gut: "Wir waren mit zwei Fahrern und sechs Leuten insgesamt im Einsatz. Bei laufendem Betrieb. Wir lieferten zig Familienpizzen zum Brandort und zur Feuerwache in Rheine. Außerdem kamen viele Feuerwehrmänner direkt zu unserer Pizzeria und bestellten Döner." Dieser kostenlose Sondereinsatz sei ohne sein Team und seine Ehefrau nicht möglich gewesen. "Wir sind doch alle Rheinenser! Und dass man da helfen muss, ist Ehrensache", sagt Ahmad Hammudeh. 

Sein Engagement beim Großbrand  blieb in Rheine nicht unbemerkt. Auch der Erste Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann dankte dem engagierten Pizzabäcker am 23. Juli (Montag) per Brief für seinen Einsatz: "Ich bin sehr froh, dass es Menschen wie Sie gibt, die im Notfall ihre persönlichen Bedarfe zurückstellen und unkompliziert Hilfe leisten."

Brandursache geklärt: Kein Fremdverschulden

Die Ursache des Brandes steht mittlerweile fest: Ein Ermittler der Polizei hat die Brandstelle am 17. Juli (Dienstag) untersucht. Das Ergebnis: Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Ein technischer Defekt soll die Ursache gewesen sein. Der Sachschaden dürfte nach bisherigen Erkenntnissen im Millionenbereich liegen.

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Vor Kurzem kam es auch zu folgendem Vorfall: In Rheine wurde eine Radfahrerin ausgeraubt – doch die Polizei sucht nicht nur die Täter, sondern auch einen wichtigen Zeugen.

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