Polizei und Feuerwehr im Einsatz

Familie grillt illegal im Naturschutzgebiet – und fackelt beinah den Wald ab

Trotz extremer Hitze und Waldbrandgefahr hat eine Familie am Mittwoch im Naturschutzgebiet Rheine gegrillt. Wegen ihrer Leichtsinnigkeit mussten Feuerwehr und Polizei anrücken.

Rheine – Am Mittwoch (18. Juli) hatte es sich eine Familie im Naturschutzgebiet Waldhügel gemütlich gemacht. Das Ehepaar saß mit seinem Kleinkind oberhalb des Sees – und macht eine Picknick. Inklusive heißem Grill. Gegen 21 Uhr wurden sie jedoch von Gisbert Lütke, dem Geschäftsführer des Nabu-Kreisverbandes Steinfurt, auf ein Problem aufmerksam gemacht: Das Grillen an dieser Stelle ist grundsätzlich verboten.

Das liegt nicht nur an Tieren, Flora und Fauna. Sondern an der akuten Gefahrensituation: Derzeit herrscht im Münsterland eine hohe Gefahrenstufe für Waldbrände – aufgrund der trockenen Hitze. „Darauf brach zunächst ein Streit unter den Eheleuten auf, der sich dann irgendwann auflöste, indem die Familie vom Waldhügel abzog“, berichtete Lütke gegenüber mv-online.de am Donnerstag.

Brandstelle schlecht erreichbar – Feuerwehr und Polizei im Einsatz

Doch bevor die Familie ihren Rastplatz verließ, packten die Erwachsenen alle Sachen zusammen – und kippten die glühenden Kohl einfach ins Gebüsch. Denn kurze Zeit später bemerkt Lütke, der in dem Naturschutzgebiet regelmäßig nach dem Rechten sieht, dass Rauch aus der Gegend aufsteigt. Doch das Feuer hatte sich bereits stark ausgebreitet: Alleine konnte der Naturschützer den Brand nicht mehr bekämpfen – und rief die Feuerwehr und die Polizei.

Der Brand entstand oberhalb des Waldhügels im Naturschutzgebiet Rheine.

„Die Rettungskräfte kamen zum Glück sehr schnell und haben den Brand frühzeitig genug in den Griff bekommen“, lobte Lütke die Feuerwehr gegenüber mv-online.de im Interview. Doch ganz leicht war der Vorgang nicht, denn die Brandstelle war für die Einsatzkräfte nur schwer zugänglich. Deshalb haben sie das Löschwasser zu Fuß zur Brandstelle tragen müssen.

Feuer im Naturschutzgebiet: Polizei sucht nach Brandstiftern

Seit dem Vorfall sucht nun auch die Polizei nach der Familie, die mit osteuropäischem Akzent sprach. Der Mann soll zwischen 25 und 30 Jahren alt und blond sein. Er trug ein himmelblaues Hemd. Seine Frau soll ungefähr im gleichen Alter sein, hatte braune Haare und war dunkel gekleidet. Das Paar war mit Fahrrädern unterwegs – eins mit Anhänger. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 05971/938 42 15 entgegen.

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