Mordkommission eingerichtet

Mann würgt Ehefrau und begeht danach Selbstmord

In Rheine nahm ein Ehestreit eine tragische Wendung: Ein Mann versuchte zunächst, seine Ehefrau zu töten. Anschließend raste er mit dem Auto gegen einen Baum.

Rheine – In einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Münster, der Polizei Steinfurt und der Polizei Münster äußerten sich die Behörden zu einem brutalen Vorfall, der sich am Samstag (16. Januar) in Rheine ereignet hat. Demnach berichtete eine 77-jährige Frau gegen 8.40 Uhr ihrer Nachbarin, dass sie soeben von ihrem Ehemann bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden war.

Als sie aus der Ohnmacht erwachte, war der Mann (79) nicht mehr im Haus. Die Nachbarin alarmierte daraufhin die Polizei. Etwa zur selben Zeit ging dort auch die Nachricht über einen Verkehrsunfall ein, der sich auf dem Schwarzen Weg in Rheine zugetragen hatte. Offenbar war hier ein Audi gegen einen Baum gekracht.

StadtRheine
Einwohner76.218
BundeslandNRW

Tödlicher Unfall in Rheine: Suizid nach Tötungsversuch?

Als die Polizei den schweren Unfall in Rheine im Münsterland untersuchte, stellte sich heraus, dass es sich bei dem Fahrer des Audis um den 79-jährigen Ehemann der zuvor gewürgten und schwer verletzten Frau handelte. Bei dem Frontalaufprall verletzte sich der Mann tödlich und starb noch vor Ort.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt fasst den bisherigen Wissensstand der Ermittler zu dem Vorfall in Rheine wie folgt zusammen: „Nach ersten Erkenntnissen soll der 79-Jährige seine Frau bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Als er davon ausging, dass sie tot sei, flüchtete er aus dem Haus und fuhr augenscheinlich absichtlich, in suizidaler Absicht*, gegen den Baum.“

Mann würgt Ehefrau in Rheine: Ermittler auf der Suche nach Motiv

Bislang sind die Ermittler noch auf der Suche nach den Gründen der brutalen Tat in Rheine. Es wurde eine Mordkommission eingerichtet. Deren Leiter Heiner Olthuis zum aktuellen Stand: „Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen. Insbesondere die Hintergründe und Motivlage erschließen sich uns bislang noch nicht. Wir werden nun Zeugen befragen und eine intensive Spurensuche und -sicherung durchführen.“

Ein Notarztwagen im Einsatz. (Symbolbild)

*Der Pressekodex sieht vor, dass über Suizide oder Suizidversuche aufgrund möglicher Nachahmer zurückhaltend berichtet wird. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800/1 11 01 11 oder 0800/1 11 02 22 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Ergänzend können Sie das Angebot der Krisenhilfe Münster (0251/51 90 05) in Anspruch nehmen und dort bis zu zehn kostenlose persönliche Beratungstermine vereinbaren.

Rubriklistenbild: © imago images / Frank Sorge

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