Prozessende in Münster

Messerstecher aus Rheine verurteilt: Gericht verhängt Haftstrafe wegen Mordversuchs

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Gegen den Messerstecher aus Rheine fiel nun das Urteil. (Symbolbild).

Am 29. Dezember ging ein Mann in Rheine wahllos mit einem Messer auf drei Menschen los. Jetzt ging der Prozess gegen den 31-Jährigen zu Ende – und er wandert für einige Jahre hinter Gitter.

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Update: 1. Juli. Er stach in einem Imbiss wahllos auf Menschen ein, zwei Personen verletzte er dabei schwer. Am Montag fiel nun das Urteil gegen den Messerstecher aus Rheine: Der Angeklagte muss wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Neun Jahre Haft verhängte das Landgericht Münster gegen den 31-jährigen Messerstecher. Die Länge der Gefängnisstrafe begründete das Gericht damit, dass der Angeklagte sehr heftig auf die Personen eingestochen habe, wie der WDR berichtet. Er habe damit auch den möglichen Tod der Opfer in Rheine "billigend in Kauf genommen", wie es weiter heißt.

In der Nacht des 29. Dezember 2018 hatte der Mann in einem Imbiss in Rheine auf zwei Menschen wahllos eingestochen. Sie wurden dabei schwer verletzt, eine von ihnen schwebte zwischenzeitlich in Lebensgefahr. In einem anderen Lokal stach er dann auf eine weitere Person ein.

Während der Verhandlung hatte der Mann aus Rheine Reue gezeigt: Ihm sei seine Tat "peinlich" gewesen, sie sei "beschämend". Laut des Anwalts des Angeklagten habe sich dieser jedoch nicht an die Messerstecherei erinnern können: Er wies zur Tatzeit einen Alkoholwert von 2.62 Promille auf. 

Derweil kam es im Kreis Steinfurt erneut zu einem Messerangriff. Dabei wurde eine Frau auf offener Straße verletzt.

Messerstecher aus Rheine vor Gericht: "Beschämend, peinlich"

Update: 28. Mai. Mit Spannung wurde der erste Prozesstag am Landgericht Münster erwartet: Dort wird seit Montag (27. Mai) gegen den 31-Jährigen verhandelt, der Ende Dezember vergangenen Jahres in einem Imbiss in Rheine wahllos auf Menschen eingestochen hat.

Am ersten Prozesstag ließ der Angeklagte eine Erklärung über seinen Verteidiger vorlesen und zeigte sich darin reuig. Er bezeichnete seine Tat als "beschämend". Ihm sei es "peinlich", was am 29. Dezember in Rheine vorgefallen sei. Auch das Video, welches im Internet kursiert und die Tat zeigen soll, wurde angesprochen. 

Der Verteidiger erklärte weiterhin, dass sich sein Mandant nicht mehr an den Vorfall erinnern könne. Eine Blutprobe hatte bei dem Messerstecher aus Rheine einen Alkoholwert von 2,62 Promille ergeben. Der Angeklagte entschuldigte sich bei seinen Opfern. Nach dem Angriff in dem Lokal schwebte eine Person zwischenzeitlich in Lebensgefahr. Der Prozess wird am 12. Juni fortgeführt.

Messerstecher aus Rheine wegen dreifachen Mordes angeklagt

Update: 14. Mai. Am 29. Dezember 2018 hat ein 31-Jähriger in einer Pizzeria in Rheine ohne erkennbaren Grund auf drei Menschen eingestochen. Drei Monate später hatte die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen den Mann erhoben. Nun kommt es zum Prozess.

Ab dem 27. Mai steht der Mann wegen versuchten Mordes in drei Fällen vor dem Landgericht Münster. Der Angeklagte hatte den das Lokal betreten und auf drei Menschen eingestochen, wobei sich einer der Oper lebensgefährlich verletzte. Der Beschuldigte nahm den Tod des Opfers billigend in Kauf, wie es in der Anklageschrift heißt.

Nachdem er die Pizzeria in Rheine verlassen hatte, sei er in eine andere Gaststätte gegangen und habe dort versucht, auf den ersten ihm entgegenkommenden Gast einzustechen. Dieser konnte die Attacke jedoch abwehren. das Verfahren am Landgericht Münster ist auf sechs Prozesstage ausgelegt. Mit einem Urteil wird am 8. Juli gerechnet.

Messerstecher aus Rheine hatte 2,62 Promille

Update: 9. April. Rund drei Monate nach der Tat in Rheine hat die Staatsanwaltschaft Münster nun Anklage gegen den 31-jährigen Täter erhoben: wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. 

Denn die Staatsanwaltschaft Münster geht in ihrer Schrift davon aus, dass der Angeschuldigte zum Tatzeitpunkt uneingeschränkt schuldfähig war. Nun muss das Landgericht entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird.

Zusammenfassung der Ermittlungen: Der Angeschuldigte hielt sich in den frühen Morgenstunden des 29. Dezember 2018 zunächst in unterschiedlichen Gaststätten in Rheine auf. Aus zwei Lokalitäten soll er der Räumlichkeit verwiesen oder von Gästen heraus befördert worden sein, weil er unter anderem Gäste beleidigt und ein mitgeführtes Messer gezeigt haben soll. 

Kurz nach 4 Uhr soll der Angeschuldigte dann in einer Pizzeria in Rheine unvermittelt und wortlos nacheinander zwei an der Warenausgabe stehende Gäste angegriffen haben. Dem ersten Gast soll er einen tiefen Stich in den rechten Nierenbereich des Rückens unweit von lebenswichtigen Organen versetzt und dem anderen Gast mit mehreren Stichen in den Rücken mindestens drei Verletzungen zugefügt haben. Die verletzten Personen konnten nach unverzüglicher ärztlicher stationärer Versorgung das Krankenhaus nach zwei Tagen wieder verlassen. 

Der Angeschuldigten soll dann die Pizzeria in Rheine verlassen, die direkt angrenzende Gaststätte aufgesucht und dort ebenfalls wortlos und ohne Vorankündigung den ersten ihm entgegen kommenden Gast mit dem Messer angegriffen haben. Dieser Gast konnte den vorgeworfenen Angriff teilweise abwehren, wurde aber durch die Messerklinge an der Unterlippe leicht verletzt. Ihm und einem weiteren Gast gelang es, den Angeschuldigten aus der Gaststäte zu drängen und auf dem Bürgersteig zu Boden zu bringen. An dem Abend soll der Angeschuldigte neben dem Messer zudem eine nach dem Waffengesetz verbotene Stahlrute mit sich geführt haben. 

Dazu veröffentlichte die Staatsanwaltschaft noch weitere Informationen, die ihr zu dem Fall in Rheine bis jetzt vorliegen: 

  • Eine Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von 2,62 Promille. 
  • Der Anklagte ist bislang nicht vorbestraft. 
  • Er gibt an, keine Erinnerung an das Tatgeschehen zu haben. 
  • Er würde die verletzen Personen nicht kennen. 
  • Wenn die Vorwürfe zuträfen, schäme er sich dafür und er könne nicht glauben, Derartiges getan zu haben.
  • Seine Beweggründe konnten bislang nicht aufgeklärt werden. 
  • Ein fremdenfeindliches Motiv ist im Rahmen der Ermittlungen nicht festgestellt geworden. 
  • Eine psychische Erkrankung des Angeschuldigten konnte bisher nicht diagnostiziert werden. 

Fremdenfeindliches Motiv für Messerangriff in Rheine?

Update: 4. Januar. Am 29. Dezember (Samstag) kam es zu einem schrecklichen Vorfall in Rheine: Ein alkoholisierter Mann stürmte in einen Pizzeria und stach dort auf zwei Menschen ein, ging dann in eine angrenzende Bar und griff dort ebenfalls einen Mann an. 

In einem Interview mit der Bild-Zeitung schildert Mohamed Alissa (22), Ladeninhaber der Pizzeria Ali (Kolpingstraße 8), die Vorfälle: "Der Mann ist unvermittelt in den Laden gekommen und hat auf unsere Kunden eingestochen. Wir haben ihn zuvor noch nie gesehen. Als wäre nichts, ist er dann raus gegangen zu der Bar nebenan", berichtet er.

Er selbst habe zu diesem Zeitpunkt eine Pizza in den Ofen gepackt, als er „plötzlich Schreie hörte“. Er berichtet außerdem, dass der Täter zuvor schon in einer benachbarten Kneipe aufgefallen sein soll: Dort hätte er den Hitlergruß gezeigt, berichtet Alissa.

Wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft jedoch mitteilte, gäbe es derzeit keine Hinweise auf einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund bei der Messerattacke in Rheine.

Messerangriff in Rheine: Was trieb den Mann zur Tat?

Update: 3. Januar. Fünf Tage sind vergangen, seit ein 31-Jähriger in einem Lokal in Rheine wahllos auf zwei Menschen eingestochen hat. Sie wurden bei dem Angriff schwer verletzt. Seitdem geht die Mordkommission der Frage nach: Was trieb den Mann zu dieser Tat?

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster soll ein Sachverständiger ein psychologisches Gutachten über den Täter aus Rheine erstellen. Neben einer möglichen psychischen Erkrankung dürfte auch dessen Alkoholisierung eine Rolle spielen.

Uns liegen mittlerweile die Ergebnisse der Blutprobe vor", erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Demnach hatte der Beschuldigte zur Tatzeit einen Blutalkoholwert von 2,6 Promille." Hinweise auf einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund bei der Messerattacke in Rheine gebe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Messerangriff in Rheine: Ist auf diesem Video die Tat zu sehen? 

Update: 2. Januar. Nach dem Messerangriff auf drei Menschen am 29. Dezember, kursiert im Internet ein Video, dass die Tat in Rheine zeigen soll (Vorsicht, gewalttätiger Inhalt!).

Zu Authentizität und Herkunft des Videos wollte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt keine Aussage machen: Eine solche Bewertung könne er nicht abgeben, da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt. 

"Grundsätzlich prüfen wir im Rahmen der Ermittlungen auch mögliches Datenmaterial, das im Internet veröffentlicht wird. Ob es sich insoweit um Originalaufnahmen mit Tatrelevanz handelt, ist dann Gegenstand der Ermittlungen", so Botzenhardt am Mittwoch (2. Januar). 

Auch sonst gibt es keine neue Informationen für die Öffentlichkeit: "Neue Erkenntnisse zu dem Tathergang oder –motiv liegen derzeit nicht vor", erklärt Botzenhardt zur Tat in Rheine weiter. 

Mann geht wahllos auf Menschen los – und kann sich nicht erinnern

Erstmeldung: 31. Dezember. Nach einem Vorfall am frühen Samstagmorgen (29. Dezember) wurde am Wochenende eine Mordkommission eingerichtet: Ein Mann (31) steht im Verdacht, drei Menschen mit einem Messer angegriffen zu haben. 

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen war Folgendes passiert: Der 31-Jährige betrat gegen 4.13 Uhr eine Pizzeria in der Innenstadt von Rheine. Dort zückte er ein Messer, ging auf die Theke zu und stach ohne zu zögern von hinten auf zwei Gäste (26 und 51) ein. Beide wurden schwer verletzt. 

Danach flüchtete der Tatverdächtige in die daneben liegende Gaststätte. Zeugen verfolgten ihn, doch der Mann ging mit dem Messer erneut auf einen Gast (24) los. Dieser konnte den Angriff jedoch abwehren: Er wurde zwar leicht verletzt, doch gemeinsam mit anderen Zeugen konnte sie den Angreifer überwältigen. 

Im Fall der Messerstecherei in Rheine ermittelt nun eine Mordkommission (Symbolbild).

Sie fixierten den Mann und hielten ihn fest, bis die Polizei eintraf und die Tatwaffe sicherstellte. Der Mann aus Rheine wurde am Samstagmittag einem Richter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ – wegen dreifachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Alle Opfer wurden im Krankenhaus behandelt, es bestand jedoch keine Lebensgefahr.

Zur Klärung der Tat wurde beim Polizeipräsidium Münster noch am Wochenende eine Mordkommission eingerichtet. "Das Motiv für die vorgeworfenen Angriffe ist bislang völlig unklar", erklärt der Leiter Ulrich Bux. "In seiner Vernehmung gab der Beschuldigte an, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Wenn die Vorwürfe so zutreffen sollten, täte ihm es sehr leid."

Nach ersten Erkenntnissen stand der Mann aus Rheine zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol. Außerdem gebe es Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte psychisch erkrankt sein könnte. "Wir müssen jetzt klären, ob diese mögliche Erkrankung für die Tat relevant ist", erläutert Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Die Ermittlungen dauern an. Wir berichten weiter. 

Vor der Tat soll der Mann angeblich einen Hitlergruß gezeigt haben. (Symbolbild)

Außerdem ereignete sich erst kürzlich eine gefährliche Situation: Ein Teenager verfolgte in Rheine eine Frau. Dann griff er nach einer Flasche und bedrohte sie. Erneut hat es in Rheine gebrannt: Die Feuerwehr rückte zu dem Großbrand einer Lagerhalle aus.

Vor Kurzem ereignete sich ein schlimmer Unfall auf einem Flugplatz: Ein 24-Jährige verlor bei einem Fallschirmsprung in Rheine die Kontrolle und raste ungebremst zu Boden

An nur einem Wochenende mussten gleich zwei Mordkommissionen nach Vorfällen in der Kolpingstraße eingerichtet werden. Ein 26-Jähriger schlug einem 25-Jährigen aus Rheine mit der Faust ins Gesicht – dieser verstarb daraufhin. Außerdem wurde ein 27-Jähriger in Rheine von einer Gruppe Fremder angegriffen: Durch Messerstiche wurde er lebensgefährlich verletzt. 

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