Polizei warnt

Falscher Arzt schockt Frau mit angeblicher Corona-Erkrankung ihres Sohnes

Mit einer dreisten Betrugsmasche versuchten Unbekannte, eine Frau in Rheine auszunehmen: Angeblich sei ihr Sohn schwer an Covid-19 erkrankt und brauche teure Medikamente.

Rheine – Auch in der aktuellen Corona-Pandemie versuchen Betrüger, mit verschiedenen Maschen Geld von gutgläubigen Bürgern zu erbeuten – zum Beispiel mit sogenannten „Schock-Anrufen“. In Rheine kam es in den vergangenen Wochen vermehrt zu solchen Versuchen, wie die Polizei nun berichtet. Unter anderem versuchte ein angeblicher Arzt einer Frau vorzutäuschen, dass ihr Sohn schwer an Covid-19 erkrankt sei.

Stadt:Rheine
Einwohner:76.218
Bundesland:NRW

Rheine: Betrugsversuch mit angeblicher Corona-Erkrankung

Die Frau aus Rheine bekam bereits am 30. Oktober (Freitag) einen Anruf von einem ihr unbekannten Mann. Dieser gab sich als Arzt aus. Der angebliche Krankenhaus-Mediziner berichtete ihr, dass sich ihr Sohn mit Corona infiziert habe und nun schwer an Covid-19 erkrankt sei. Er liege auf der Intensivstation und nur teure Medikamente könnten jetzt noch helfen. Die Angerufene wurde jedoch skeptisch und es kam nicht zum Betrug – bei anderen Schock-Anrufen in der Stadt allerdings schon, wie die Polizei weiter berichtet.

Rheine: Frau wird nach angeblichem Unfall des Sohnes um Geld und Schmuck gebracht

Wenige Tage später waren Betrüger mit einer anderen Masche erfolgreich: Am Donnerstag (5. November) bekam eine 86-Jährige aus Rheine ebenfalls einen sogenannten „Schock-Anruf“: Eine angebliche Mitarbeiterin einer staatlichen Einrichtung informierte die Seniorin darüber, dass ihr Sohn einen Autounfall verursacht habe. Dabei sei ein neunjähriges Kind lebensgefährlich verletzt worden. „Die Anruferin fragte die Rheinenserin dann nach ihren Vermögensverhältnissen aus“, schreibt die Polizei in ihrer Pressemeldung weiter.

Die Rentnerin sammelte daraufhin Schmuck und Bargeld in Höhe eines höheren fünfstelligen Betrags ein. Später holte dann ein „junges Mädchen“ die Wertsachen bei der Seniorin in Rheine ab, wie die Geschädigte später schilderte. Die Polizei sucht nun nach der Unbekannten „Botin“. Sie wurde von dem Opfer folgendermaßen beschrieben:

  • weiblich
  • etwa 1,60 Meter groß
  • sehr schlank
  • hatte lange, blonde Haare, die zu einem Zopf gebunden waren
  • trug eine Jeanshose, eine Jacke und eine Stoffmaske

Auch in der Corona-Pandemie: Polizei warnt vor betrügerischen „Schock-Anrufen“ in Rheine

In den vergangenen Tagen wurden der Polizei mindestens sechs solcher betrügerischen Anrufe in Rheine gemeldet, wie die Beamten berichten. Doch die Dunkelziffer schätzen die Beamten als deutlich höher ein. Wie in dem beschriebenen schweren Betrugsfall wird bei „Schock-Anrufen“ am Telefon von einem schlimmen Vorfall berichtet. Zum Beispiel sei ein naher Verwandter der Angerufenen in einen Unfall verwickelt oder sei einer Straftat bezichtigt worden. Es läuft immer darauf hinaus, dass der betroffene Verwandte angeblich sofort Geld benötige.

Bei Anruf Betrug: Besonders auf Senioren haben es Kriminelle in der Corona-Pandemie abgesehen.

Ein solcher Vorfall kann sich auch an der Haustür abspielen: Im Februar hatten Betrüger einen Senior aus Rheine um 33.000 Euro gebracht, indem sie ihm von dem angeblichen Unfall des Enkels berichteten. Würde der Betrag nicht sofort bezahlt, drohe diesem ein Gerichtsverfahren. Der Rentner zahlte, nachdem er die Geschichte von seinem Enkel am Telefon bestätigt bekommen hatte – es handelte sich jedoch um einen Betrüger am anderen Ende der Leitung.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Betrugsfällen in Rheine warnt die Polizei vor der Masche, von der oftmals ältere Mitbürger betroffen sind: „Betrüger versuchen immer wieder auf solche und ähnliche Maschen an Geld zu kommen. [...] Die Polizei appelliert: Glauben Sie diesen Anrufern nicht! Übergeben Sie niemals Geld an eine unbekannte Person!“ Angerufene sollte sofort auflegen, um den Tricks und Maschen der Täter zu entgehen. Weitere Informationen finden Sie auf im Internet bei der Polizeiberatung.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa/picture alliance und Sophia Sandurskaya/dpa (Fotomontage)

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