Ermittlungen

NRW: Groß-Razzia wegen Kindesmissbrauch auch in Rheine

In Nordrhein-Westfalen wurde erneut eine großangelegte Razzia gegen Kindesmissbrauch durchgeführt. Die Spur führte die Ermittler auch nach Rheine.

Rheine/NRW – Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln durchsuchten am Donnerstag (3. Dezember) Polizisten in ganz NRW die Wohnungen und Büros von etwa 56 Verdächtigen. Ziel der Groß-Razzia war ein Schlag gegen Pädokriminalität. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, Darstellungen von sexualisierter Gewalt an Kindern besessen beziehungsweise verbreitet zu haben. Auch in Rheine im Kreis Steinfurt gab es eine Durchsuchung.

Stadt:Rheine
Einwohner:76.218 (Stand: 31. Dezember 2019)
Bundesland:NRW

Rheine: NRW-weite Razzia wegen Kindesmissbrauchs führt auch ins Münsterland

„Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich bzw. anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornographische Inhalte verschafft haben sollen“, erklärte die Kölner Staatsanwaltschaft in einer Pressemeldung. Die Razzia in NRW, die die Ermittler auch nach Rheine im Münsterland führte, wurde von der Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) veranlasst, welche an die Staatsanwaltschaft in der Ruhr-Metropole angesiedelt ist.

Auch in Rheine war ein Objekt durchsucht worden. Bei dem oder der Beschuldigten seien etliche Datenträger sichergestellt worden, wie die AZ unter Berufung auf die Polizei Steinfurt berichtet. Es ist nicht der erste Einsatz dieser Art in der Region: Erst vor wenigen Wochen gab es im Rahmen einer NRW-weiten Razzia auch Durchsuchungen im Kreis Borken.

Am Donnerstag führte die Staatsanwaltschaft Köln in Zusammenarbeit mit den lokalen Polizeidienststellen Razzien in ganz NRW durch. (Symbolbild)

Groß-Razzien in NRW: Rheine, Hamm, Haltern – in diesen Städten wurden Durchsuchungen durchgeführt

Wie auch die Kollegen von owl24.de* berichten, sollen in 33 Städten in NRW Razzien durchgeführt worden sein. Neben Rheine wurden unter anderem auch in Hamm und Haltern am See Wohnungen und Büroräume durch Polizisten durchsucht. Von den insgesamt 56 Beschuldigten sollen erste bereits die Tatvorwürfe eingeräumt und gestanden haben, wie die Staatsanwaltschaft Köln weiter berichtet. Insgesamt wurden 41 Objekte in folgenden NRW-Städten durchsucht:

  • Bad Laasphe (2)
  • Baesweiler (2)
  • Bielefeld* (1)
  • Bönen (1)
  • Burbach(1)
  • Brüggen (1)
  • Dinslaken (1)
  • Dortmund (2)
  • Duisburg (1)
  • Düsseldorf (1)
  • Essen (2)
  • Grevenbroich (1)
  • Gütersloh* (1)
  • Haltern am See (1)
  • Hamm (1)
  • Hamminkeln (1)
  • Hövelhof (1)
  • Kamp-Lintfort (1)
  • Kerpen (1)
  • Krefeld (2)
  • Lünen (1)
  • Mechernich (1)
  • Minden (1)
  • Much (1)
  • Nieheim (1)
  • Oberhausen (2)
  • Rheinberg (2)
  • Rheine (1)
  • Schermbeck (1)
  • Solingen (1)
  • Versmold (2)
  • Willebadessen (1)
  • Wuppertal (1)

Rheine: 330 Datenträger bei Razzien in NRW sichergestellt – keine Verbindung zu Missbrauchsfall in Münster

Wie die Staatsanwaltschaft Köln weiter berichtet, wurden bei den Razzien in NRW, die unter anderen in Rheine durchgeführt wurden, insgesamt 330 Datenträger sichergestellt. „Darüber hinaus haben sich Anhaltspunkte zu weiteren Straftaten (unerlaubter Besitz von Schusswaffen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz) ergeben“, heißt es in der Pressemeldung weiter. Mit dem Missbrauchskomplex in Münster oder den Taten in Bergisch Gladbach hätten die aktuellen Fälle jedoch keine direkte Verbindung, stellt die Staatsanwaltschaft zudem klar.

Nun steht zunächst die Auswertung der Datenträger an, die bei der NRW weiten Razzia unter anderen in Rheine sichergestellt wurden. Die Hinweise auf die mögliche Pädokriminalität in NRW gingen vom „National Center for Missing and Exploited Children“ (NCMEC) aus den USA ein. (*Owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Swen Pförtner/dpa

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