Rheine

Lebensgefährliche Autorennen: Polizei stoppt Raser im Stadtgebiet

Seit Jahren geht die Polizei deutschlandweit gegen die Tuning- und Raserszene vor. In Rheine konnten die Beamten zwei Exemplare dingfest machen.

Rheine – Die sogenannte Tuningszene ist auch der Polizei im Kreis Steinfurt im Münsterland* bestens bekannt. Tuner zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Autos eigenhändig aufmotzen. Sei es mit mehr PS als für das Fahrzeug eigentlich zugelassen oder durch ein tieferes Fahrwerk. Auch ein lauterer Auspuffklang gehört zum Bestandteil vieler Tuner, wie msl24.de* berichtet.

Der Polizei sind die Tuner schon lange ein Dorn im Auge – zumal das Aufmotzen des eigenen Fahrzeugs ab einem gewissen Grad illegal wird. Doch auch das Auftreten dieser Personen scheint den Beamten aus dem Kreis Steinfurt zu missfallen. „Den besonderen Kick bringt es dann offensichtlich, sich mit diesen Fahrzeugen im öffentlichen Verkehrsraum zu bewegen und mal an der roten Ampel die Muskeln spielen zu lassen“, heißt es in einer Mitteilung nach einem Vorfall, der sich aktuell in Rheine* zugetragen hat.

OrtRheine
Einwohner
BundeslandNRW

Rheine (NRW): Polizei verfolgt Raser im Stadtgebiet

Für weitaus schlimmere Folgen sorgt nämlich auch in Rheine die Raserszene, die sich durch illegale Rennen im öffentlichen Raum den besonderen Kick verschaffe, wie die Polizei Steinfurt es beschreibt. „Illegale Straßenrennen erfüllen einen schwerwiegenden Straftatbestand und ziehen empfindliche Geldbußen oder eine Freiheitsstrafe nach sich“, heißt es. Denn solche Autorennen haben oft dramatische Folgen. Vor wenigen Monaten erst wurde in Dresden ein Kind durch ein illegales Rennen tödlich verletzt.

Die Rechtsprechung in Deutschland wurde daher vor einigen Jahren drastisch verschärft. So werden Raser mittlerweile nicht selten wegen Mordes oder Mordversuchs angeklagt. Der Polizei sind die Personen, die sich im Kreis Steinfurt in der Raserszene bewegen, durchaus bekannt. So kam es in der Region in der Vergangenheit bereits häufiger zu Kontrollen. Am vergangenen Freitag (11. Dezember) gelang es den Beamten, mehrere Raser in Rheine zu stoppen.

Die Polizei hatte Kenntnis darüber erhalten, dass sich im Stadtgebiet von Rheine (NRW) etwa 25 bis 30 Raser befänden. Während ihrer Kontrolle beobachteten sie um 23 Uhr auf der Salzbergener Straße zwei Fahrer, die andere Autos mit hoher Geschwindigkeit überholten. Als beide Pkw an einer roten Ampel standen, machten sie durch lautes Aufheulen der Motoren lautstark auf sich aufmerksam.

Raser bekommen in Rheine Führerschein und Autos entzogen

„Bei Grünlicht starteten beide mit durchdrehenden Reifen, um dann mit hoher Geschwindigkeit bis zur nächsten roten Ampel zu fahren“, beobachtete die Polizei Steinfurt anschließend. Das Prozedere wurde anschließend bei der nächsten Grünphase wiederholt. Die Beamten verfolgten die beiden Autos in Rheine, einen BMW 335i und einen Merzedes Benz E 500, und hielten diese kurze Zeit später an.

Den beiden Fahrern wurden im Anschluss der Führerschein sowie fünf Handys entzogen – zudem wurden beide Autos beschlagnahmt und durften nicht mehr fortbewegt werden. Es sollte jedoch nicht der letzte Einsatz in dieser Nacht bleiben. Gegen 3.20 Uhr wurde im Stadtgebiet von Rheine noch ein frisierter VW Polo angehalten und kontrolliert. Der Fahrer hatte zuvor vergeblich versucht, vor den Polizisten zu flüchten.

Die Polizei konnte in Rheine die Autos zweier Raser sicherstellen. (Symbolbild)

Nach dem erfolgreichen Einsatz am Freitag in Rheine kündigte die Polizei an, die Raser- und Tuningszene im Kreis Steinfurt zukünftig weiter im Fokus behalten zu wollen und weiter in den Städten und Gemeinden unterwegs zu sein, „um rigoros ein Schaulaufen und illegale Rennen zu unterbinden“. Das Durchsetzen der Maßnahmen, so die Beamten, werde die Szene auf Dauer schwächen und den öffentlichen Verkehrsraum sicherer machen. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © dpa/Uwe Anspach

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