Verfolgungsjagd

Verfolgungsjagd auf der Autobahn: Fahrer wegen Freiheitsberaubung in Haft

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Eine wilde Verfolgungsjagd ereignete sich am Montagabend auf der A30 (Symbolbild). 

Es hätten Szenen aus "Alarm für Cobra 11" seien können, als die Polizei einen Mann über die A30 verfolgte. Dieser muss sich nun wegen mehrerer Straftaten verantworten  – beispielsweise der Freiheitsberaubung.

  • Verfolgungsjagd über A30
  • Von Níedersachsen nach NRW
  • Zahlreiche Straftaten begangen

Kreis Steinfurt – Es begann um 22.30 Uhr am Montagabend (15. Juli): Die Polizei hatte gerade einen Mann und seine zwei Mitfahrer in Bad Iburg angehalten, im Rahmen einer routinierten Verkehrskontrolle. Doch plötzlich trat der 26-Jährige auf's Gas und raste unvermittelt davon, obwohl die Überprüfung der Beamten noch in vollem Gange war.

Der Fahrer steuerte seinen Wagen über die B51 in Richtung Autobahn und "überschritt dabei teilweise die erlaubte Geschwindigkeit um mehr als das Doppelte", berichtet die Polizei. Dabei habe er unbeteiligte Verkehrsteilnehmer gefährdet. Seinen Fahrstil änderte der Mann auch nicht, als er auf die A30 abbogen und in Richtung Rheine fuhr.

Verfolgung über die A30 endet bei Osnabrück

Als er das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück – welches für einen Notarzteinsatz auf der A30 neulich gesperrt war – passiert hatte, konnte ein Auto der Polizei das Fluchtfahrzeug überholen und sich vor ihm einreihen. "Dabei rammte der Fahrer den Streifenwagen – bei einer Geschwindigkeit von 180 km/h", berichten die Beamten. Zwar entstand an dem Fahrzeug der Polizei entstand ein Sachschaden, doch verletzt wurde niemand. 

Bei Salzbergen, nach rund 60 Kilometern der Verfolgung, konnten die Polizisten den Fluchtwagen schließlich auf der A30 stoppen. Mittlerweile waren mehrere Streifenwagen aus Osnabrück, der Polizei aus Nordrhein-Westfalen und des grenzüberschreitenden Polizeiteams beteiligt gewesen. Der Fahrer wurde festgenommen. 

Flucht über A30 ohne Fahrerlaubnis

Er muss nun mit mehreren Anzeigen rechnen. Denn wie sich herausstellte, war der 26-Jährige trotz seiner Fahrt über die A30 nicht im Besitzer einer Fahrerlaubnis und deswegen bereits zur Fahndung ausgeschrieben. Zudem hatte er Alkohol konsumiert: Ein Test vor Ort ergab einen Wert über einem Promille. 

"Wie sich zudem herausstellte, waren die anderen beiden Insassen mit dem Fluchtversuch des Fahrers keineswegs einverstanden", berichtet die Polizei zu dem Vorfall auf der A30. Deshalb wird dem Mann nun Freiheitsberaubung in zwei Fällen sowie der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr zur Last gelegt.

Zahlreiche Vorwürfe nach Festnahme auf A30

Der der Fahrer derzeit nicht über einen festen Wohnsitz verfügt, wurde er am Dienstagmittag (16. Juli) einem Haftrichter vorgeführt. Der ergänzte die lange Liste der Straftaten noch um "Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte". Außerdem stellte er fest, dass noch eine Restfreiheitsstrafe wegen Köperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis offen steht. "Die Strafandrohung dürfte in diesem Fall nicht unter zwei Jahren liegen", erklärten die Beamten. 

Fälle wie dieser sind im Kreis Steinfurt keine Seltenheit. Erst wenige Tage zuvor verfolgte die Polizei in Emsdetten einen Wagen, doch statt dem Fahrer fanden die Beamten nur ein zerstörtes Autowrack. Anders endete die Geschichte für einen Mann, der sich im Januar eine gefährliche Verfolgungsjagd mit Zollbeamten in Gronau geliefert hatte. Nach seiner Verhaftung floh er aus der Gefängniszelle. 

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