Ermittlungen

Kampf gegen Kindesmissbrauch – Razzien im Kreis Borken

Die Polizei durchsuchte mehrere Wohnungen und Häuser im Münsterland (NRW). Der Grund: Verbreitung, Erwerb und Besitz von Aufnahmen, die Kindesmissbrauch zeigen. Auch der Kreis Borken ist im Fokus der Ermittlungen.

Borken/NRW – Gleich in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben die Ermittler der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) am Donnerstag (1. Oktober) Razzien durchgeführt. Darüber informierte die Staatsanwaltschaft Köln am selben Tag. Es werde gegen 80 Beschuldigte wegen des Verdachts des Erwerbs, des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt.

Insgesamt seien 64 Objekte durchsucht worden. „Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich bzw. anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben sollen“, teilt die Staatsanwaltschaft Köln mit. Auch in Borken (bei Bocholt im Münsterland) sollen es mindestens eine Razzia gegeben haben.

Razzia wegen Kinderschänder-Videos im Münsterland (NRW)

Einem Bericht des WDR zufolge gaben die Ermittler an, dass in 32 Städten in NRW Razzien durchgeführt worden seien. Darunter sind auch die münsterländischen Kreisstädte Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf. Münster, wo erst vor wenigen Wochen ein Kinderschänder-Ring aufgedeckt wurde, ist demnach nicht darunter.

Schlag gegen Kinderschänder in Borken/NRW: Razzia auch in diesen Städten

Auch im benachbarten Ostwestfalen Lippe kam es zu Razzien, unter anderem in Bielefeld, Detmold und Höxter. Zudem sollen neben der Kreisstadt Borken auch die folgenden Städte in NRW betroffen sein: Aachen, Bergisch Gladbach, Bochum, Bonn, Dortmund, Düren, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Euskirchen, Gelsenkirchen, Hagen, Heinsberg, Iserlohn, Köln, Krefeld, Lüdenscheid, Mettmann, Neuss, Oberhausen, Recklinghausen, Siegburg, Soest, Steinfurt, Viersen und Wuppertal.

NRW-Innenminister Herbert Reul fordert härtere Strafen für die Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischem Material. 

Razzia in Borken/NRW: Polizisten stellen Daten sicher – Beschuldigte geständig

Bei den NRW-weiten Razzien, die unter anderem in Kreis Borken stattgefunden haben, seien zahlreiche Datenträger durch die Ermittler sichergestellt worden, berichtet die Staatsanwaltschaft Köln weiter. Haftbefehle seien zwar nicht vollstreckt worden, einzelne Verdächtige hätten jedoch bereits Geständnisse abgelegt.

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) äußerte sich zu den Razzien im Kreis Borken und im restlichen NRW und dem damit verbundenen Schlag gegen Kinderschänder: „Ich freue mich über jeden einzelnen Erfolg, den meine Strafverfolger im Kampf gegen Kinderpornografie verzeichnen. Jedes Kind als Opfer ist eines zu viel!“

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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