Gas-Explosion in Emsdetten

19-Jähriger lässt Haus explodieren: Jetzt wird er wegen versuchten Mordes angeklagt

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Der Beschuldigte sitzt seit seiner Festnahme in U-Haft. (Symbolbild)

Eine Explosion erschütterte im November Emsdetten. Dort wollte sich ein junger Mann das Leben nehmen, indem er ein Haus explodieren ließ. Er muss sich nun wegen versuchten Mordes verantworten.

  • Im November explodierte ein Haus in Emsdetten.
  • Der Bewohner wurde kurz darauf festgenommen.
  • Jetzt wird er angeklagt.

Emsdetten – In einer ehemaligen Gaststätte hatte sich im vergangenen November eine heftige Explosion ereignet. Das Obergeschoss des Gebäudes an der Reckenfelder Straße wurde massiv beschädigt. In dem Haus befand sich zu dem Zeitpunkt nur ein Mann – dieser hatte wohl absichtlich ein Feuer herbeigeführt. Im Kreis Steinfurt wurde nach einer Explosion eine Jugendliche wegen Mordverdachts verhaftet – ein Feuerwehrmann war während des Einsatzes ums Leben gekommen.

Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellte, habe der 19-Jährige versucht, sich das Leben zu nehmen und ließ deswegen das Gebäude in Emsdetten explodieren. Er kam mit schweren Verletzungen in eine Klinik. Weitere Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden.

Explosion in Emsdetten: 19-Jähriger sollte Gebäude räumen

Die Staatsanwaltschaft Münster hat nun Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der besonders schweren Brandstiftung mit versuchter Todesfolge, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Sachbeschädigung erhoben. Der Mann lebte nur mit einer Duldung des Eigentümers in dem Gebäude in Emsdetten. Diese wurde ihm einen Tag vor der Explosion gekündigt.

Der Eigentümer ordnete eine kurzfristige Räumung des Obergeschosses an, in dem der 19-Jährige lebte. Über eine alternative Wohnmöglichkeit verfügte er zu dem Zeitpunkt nicht. Daher, so ergeben es die bisherigen Ermittlungen, habe er am 4. November 2019 um 15.08 Uhr eine Propangasflasche aufgedreht und das entstandene Gas-Luftgemisch in dem Haus in Emsdetten angezündet.

Nur durch Glück kam durch Explosion in Emsdetten niemand zu Schaden

Das Gebäude explodierte und ging in Flammen auf – ein knapp 20 Quadratmeter großes Stück des Daches flog fast acht Meter weit in Richtung der Reckenfelder Straße in Emsdetten und verfing sich in der Krone eines Baumes. Weitere Dachziegel flogen 20 Meter weit über die Straße. Ein vorbeifahrendes Auto wurde von Trümmerteilen erheblich beschädigt. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-Jährigen vor, in Kauf genommen zu haben, dass durch die Explosion die nebenan wohnenden Eigentümer des Gebäudes in Emsdetten sowie auch zufällig vorbeikommende Passanten durch Trümmerteile hätten tödlich getroffen werden können. "Es ist letztlich nur dem Zufall geschuldet, dass unbeteiligte Personen nicht verletzt wurden", heißt es in der Anklageschrift.

Dieses Haus in Emsdetten sprengte der 19-Jährige in die Luft. 

Emsdetten: Angeklagter bestreitet Vorsatz

In der Vernehmung gab der Beschuldigte gegenüber der Polizei an, dass es sich bei der Explosion um einen Unfall gehandelt habe. Eine suizidale Absicht bestritt der Mann aus Emsdetten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 19-Jährige, der sich derzeit in U-Haft befindet, voll schuldfähig ist.

Einen ähnlichen Fall gab es wenige Wochen später im Kreis: Ein Mann ließ in Ibbenbüren ein Haus explodieren. Auch er wollte sich wohl so das Leben nehmen. Die Mordkommission ermittelt derzeit auch in diesem Fall: In Rheine wurde ein Haus von einem Mann in Brand gesetzt. Dabei verletzte sich unter anderem ein 13-Jähriger.

Im Kreis Steinfurt ist es zu einem schlimmen Verkehrsunfall gekommen: Ein 22-jähriger Mann prallte in Emsdetten gegen einen Baum und starb, nachdem sein Wagen Feuer gefangen hatte.

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