Mordkommission eingerichtet

Versuchter Mord: Mann fackelt Haus ab – 11 Verletzte

Wegen Mordversuches ermittelt die Polizei gegen einen Bewohner aus Emsdetten. (Symbolbild)
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Wegen Mordversuches ermittelt die Polizei gegen einen Bewohner aus Emsdetten. (Symbolbild)

Sonntagabend ging der Alarm los: Ein Mehrfamilienhaus in Emsdetten brannte. Elf Personen wurden verletzt. Jetzt wurde ein Bewohner festgenommen.

  • Mehrfamilienhaus in Emsdetten in Flammen
  • Elf Bewohner bei Brand verletzt
  • Mieter wollte sich selbst töten

Emsdetten – Am Sonntagabend (5. Januar) wurde die Feuerwehr zu einem Brand an der Bahnhofstraße in der Stadt im Kreis Steinfurt gerufen. Dort stand um 19.10 Uhr ein Mehrfamilienhaus in Flammen. Drei Bewohner hatten sich auf den Balkon gerettet.

Bei dem Brand in Emsdetten wurden elf Personen verletzt, wie die Polizei Steinfurt mitteilt. Sie erlitten Rauchgasvergiftungen, manche von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Kurz nachdem die ersten Ermittlungen eingeleitet wurden, fiel der Verdacht auf einen der Bewohner. 

Haus in Emsdetten in Flammen: Polizei ermittelt gegen Bewohner

Demnach soll der 33-Jährige, der bei dem Feuer ebenfalls verletzt wurde, den Brand wohl vorsätzlich gelegt haben, um sich das Leben zu nehmen.* Das Polizeipräsidium in Münster hat nun eine Mordkommission eingeleitet, die die weiteren Ermittlungen in dem Fall führt. Es ist der zweite Fall in Emsdetten dieser Art binnen weniger Wochen.

Wie der Leiter der Mordkommission Ulrich Bux mitteilte, brachte der Verdächtige durch seine Tat "eine Vielzahl von Menschen in Gefahr. Nur durch Glück wurden keine Personen schwer verletzt oder getötet". Das Schlafzimmer des 33-Jährigen aus Emsdetten brannte komplett aus. 

Suizidversuch in Emsdetten: Bereits der vierte Fall im Münsterland

Bei dem Feuer schlugen Flammen aus einem der Fenster – über das Treppenhaus gelangte massiver Rauch in alle Stockwerke. Drei davon sind in dem Mehrfamilienhaus in Emsdetten, in dem elf Parteien leben, nicht mehr bewohnbar. Erst an Neujahr hatte es im Kreis Steinfurt einen ähnlichen Fall gegeben: Ein Bewohner aus Ibbenbüren wollte sich das Leben nehmen und brachte ein Wohnhaus zum explodieren.

"Wir ermitteln wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung mit versuchter Todesfolge und wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 33-jährigen Emsdettener", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Der Beschuldigte aus Emsdetten wird noch am Montag (6. Januar) einem Haftrichter vorgeführt.

Es war bereits der vierte ähnlich gelagerte Fall im Münsterland binnen weniger Wochen. Auch in Münster wollten sich zwei Personen in ihrem Haus in die Luft sprengen, um sich selbst zu töten. Dabei wurden auch Polizisten verletzt. Zudem richtete die Polizei nach einem Brand in Ibbenbüren eine Mordkommission ein: Bei Löscharbeiten hatte die Polizei eine Leiche entdeckt.

*Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über den Verdacht auf Suizid-Absichten, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die kostenfreie Telefonseelsorge: 0800/1 11 01 11. Hilfe bietet auch die Krisen-Hilfe Münster auf www.krisenhilfe-muenster.de und unter 0251/51 90 05.

Verprügelt wurde in der Stadt im Kreis Steinfurt neulich ein 26-Jähriger: Er wurde in Emsdetten (NRW) von einem Betrunken verfolgt, der ihm danach mit der Faust ins Gesicht schlug. Zwei Frauen wurden nun wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie hatten sich in ihrem Haus in Münster in die Luft sprengen wollen.

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