Von Münster bis nach Frankreich

Mit der Leeze durch die Natur: Radtouren im Münsterland – Auf einer gibt es wilde Flamingos

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Anhalten und den Ausblick genießen: Eine Fahrradtour durchs Grüne bietet Bewegung und Entspannung gleichermaßen. 

Ob Tagestour oder gleich eine komplette Strecke: Radtouren sind eine Mischung aus Bewegung und Natur. Gerade in der Fahrrad-Region Westfalen gibt es viele schöne Routen. Wir stellten sie vor.

Münsterland – Alle aufgelisteten Wege dürfen sich "Premium Route der Radregion Münsterland" nennen. Es handelt sich um geprüfte Themenrouten, die Radfahrern einen gewissen Standard bieten. Die aufgelisteten Strecken führen häufig nur zum Teil durch das Münsterland. Viele gehen auch darüber hinaus – eine sogar bis nach Frankreich. Wer nur eine Tagestour plant, befährt einfach nur den Teilabschnitt. 

Den Fluss entlang durchs Münsterland: Der Werse-Radweg

204 Kilometer entlang der Werse – quer durch das Münsterland: Diese Strecke folgt dem Ems-Zufluss von der Quelle in Beckum bis zur Mündung bei Münster. Auf dem Weg gibt es Felder, Wiesen und Bauernhöfe zu sehen. Am Radweg sind Aussichtstürme und Infoblöcke platziert, um den Radler die Flora und Fauna näher zu bringen. Unterwegs kann man an Rastplätzen, Restaurants und Land-Cafés verschnaufen. Die Route ist außerdem für Anfänger geeignet.  

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Fahrradtour zur Burg: Die 100-Schlösser-Route

Der Name ist Programm: Mehr als 100 Schlösser, Burgen und Herrensitze gibt es auf dieser 960 Kilometer langen Tour durch das Münsterland zu entdecken. Damit man nicht die ganze Strecke auf einmal beradeln muss, ist sie in vier Rundkurse unterteilt. Die Wege sind leicht bis mittelschwer. 

Der Nordkurs führt von Münster bis ins Tecklenburger Land. Sehenswert sind das Kloster Bentlage bei Rheine, das Schloss Iburg und die historischen Gebäude in Horstmar, Steinfurt und Lienen. Bei dem 305 Kilometer langen Abschnitt müssen 890 Höhenmeter bewältigt werden, deshalb ist er auch für sportlich ambitionierte Radler geeignet. 

Wer den Ostkurs nimmt (240 Kilometer), fährt von Münster bis ins Tal der Lippe und sieht unter anderem das Schloss Hovestadt. Der Weg führt durch die Region Warendorf, was sich an unzähligen Pferdeweiden erkennen lässt. Im Sommer wird ein Halt im Spargeldorf Füchtorf empfohlen. 

Der Südkurs, der eine Länge von etwa 210 Kilometern misst, führt von Münster über Ascheberg nach Nottuln. Das Highlight der leichten Teilstrecke ist das Schloss Nordkirchen. 

Mit 310 Kilometern ist der Westkurs der längste Streckenabschnitt. Hier ist der Start in Haltern am See und das Ende in Dülmen. Zu Sehen sind die Burg Anholt, die Burg Gemen und das Schloss Raesfeld. 

Vom Münsterland bis nach Emden: Der Ems-Radweg 

Die Route starte an der Quelle – im wahrsten Sinne des Wortes. Beginn der Strecke ist der Hövelhof beim Teutoburger Wald, wo die Ems entspringt. 375 Kilometer später mündet der Fluss bei Emden (Nordfriesland) in die Nordsee. Von Hövelhof aus führt die Strecke über Warendorf und Meppen. Unterwegs bilden die Emsauen eine natürliche Sehenswürdigkeit. Aussichtstürme und Infotafeln geben einen anderen Blick auf die Route. Der Radweg ist asphaltiert und besitzt fast keine Steigungen. 

Radtour auf historischen Wegen: Die Friedensroute

Von Münster nach Osnabrück ritten die Friedensreiter zwischen 1643 und 1648, um den 30-jährigen Krieg zu beenden. Ebendiese Route wird heutzutage von Radlern befahren. 175 Kilometer führen auf einer leichten Strecke durch den Teutoburger Wald und die münsterische Parklandschaft. Dabei können Radler sich zwischen der Südschleife (über Ostbevern) und der Nordschleife (über Tecklenburg) entscheiden.

Noch nicht das passende Fahrrad für die Radtour? Auf der Fietsenbörse in Münster werden jedes Mal bis zu 800 gebrauchte Leezen angeboten.

Von Münster bis nach Frankreich: Der Europaradweg R1

Von Russland bis Frankreich mit Zwischenhalt in Münster? Kein Problem auf dieser Strecke: Der Europaradweg verbindet Boulogne-sur-Mer mit St. Petersburg über 3500 Kilometer. Der Weg führt durch neun europäische Länder: darunter die Niederlande, Deutschland und Lettland. 

275 Kilometer der Strecke führen durch das Münsterland. Dieser Abschnitt startet in Vreden, wo man im Zwillbrocker Venn wildlebende Flamingos beobachten kann. Auf dem Weg nach Münster sind Wasserschlösser und Gutshöfe zu sehen. Beliebte Haltepunkte sind Telgte und Warendorf. Der Münsterländer Streckenabschnitt endet in Höxter mit dem Teutoburger Wald und dem Weserbergland. 

Fahrradtour mit Geschichte: Die Römer-Lippe-Route

Die Lippe war einst der Haupttransportweg der Römer. Auf dieser 295 Kilometer langen Strecke können Radler die Wege das antiken Volks erkunden. In Xanten geht es mit einer wiedererrichteten Römerstadt los. Das westfälische Römermuseum in Haltern am See liegt auch auf dem Weg. Wer unterwegs entspannen möchte: In Werne gibt es ein Natursolebecken. Die Tour endet schließlich in Detmold. Hier steht ein Denkmal zur Erinnerung an die Varusschlacht im Teutoburger Wald. Die Route ist mittelschwer. 

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Radweg der Kaufleute: Die Töddenland-Route 

Wanderkaufleute, die vom 17. bis 19. Jahrhundert mit Leinen handelten, hießen Tödden. Sie waren oft lange unterwegs, um ihre Waren zu verkaufen. Dieser Rundkurs folgt den Spuren der Kaufleute auf 122 Kilometern. 22 Stationen informieren von Ibbenbüren über Recke bis Mettingen über das Leben der Tödden. Die Strecke wurde vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) mit drei Sternen ausgezeichnet. Sie ist mittelschwer. 

Fahrradfahren ohne Steigungen: Die Grenzgängerroute Teuto-Ems 

Auf diesem 152 Kilometer langen Rundweg überqueren Radler 14 Mal die Grenzen – beispielsweise die zwischen NRW und Niedersachsen und viele Kreis- und Gemeindegrenzen. Entlang der Strecke gibt es zwölf Orte – wie Warendorf, Bad Iburg oder Rothenfelde – zu entdecken. 

Rast machen kann man an den vielen Cafés entlang des Weges. Zahlreiche Hofläden sorgen dafür, dass unterwegs niemand hungern muss. Zwei Verbindungsstrecken unterteilen die Route in drei etwa 55 Kilometer lange Teilabschnitte. Gestartet wird in Warendorf. Der Weg hat kaum Steigungen und wurde vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnet. 

Radtour über Deutschland hinaus: Die Vechtetalroute

Viele Radstrecken führen an Flüssen entlang. So auch diese: 225 Kilometer folgen dem Lauf der Vechte von der Quelle in Rosendahl bis zur Mündung in Zwolle in den Niederlanden. An der Strecke finden sich 60 Kunstwerke des "kunstwegen"-Projektes. Von der Quelle aus geht es zunächst einmal über Schöppingen und Metelen durch das Münsterland und dann bei Nordhorn über die Grenze in die Niederlande. Der Schwierigkeitsgrad der Strecke ist leicht. 

Fahrradweg am Wasser: Die Dortmund-Ems-Kanal-Route 

1999 wurde zum 100-jährigen Geburtstag des Kanals ein Radweg eingerichtet. Die ganze Strecke von Dortmund bis Emden beträgt etwa 350 Kilometer. Dabei führt sie natürlich auch durch das Münsterland. Zu sehen gibt es unterwegs unter anderem die Burg Vischering in Lüdinghausen und das "Nasse Dreieck" bei Hörstel. Die Route hat wenige Steigungen und eignet sich damit für Einsteiger. Wer möchte, kann dem Fahrradweg nach der eigentlichen Kanalstrecke von Emden noch bis Norderney folgen. 

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