Versuchter Mord

Frau in Kopf und Nacken gestochen: War Täter schuldunfähig?

Nach einer Messerattacke wurde der Angreifer in eine Klinik untergebracht. (Symbolbild)
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Nach einer Messerattacke wurde der Angreifer in eine Klinik untergebracht. (Symbolbild)

Eine Frau wurde auf offener Straße mit einem Messer attackiert. Der Täter wurde daraufhin festgenommen. Möglicherweise muss er nicht ins Gefängnis.

  • Messerangriff in Mettingen im vergangenen Jahr
  • Täter wurde nach Attacke bei Ibbenbüren festgenommen
  • Staatsanwaltschaft gibt weitere Details preis

Mettingen – Im vergangenen August kam es zu einem brutalen Vorfall in der Stadt nahe Ibbenbüren. Am 28. August attackierte ein 28-Jährige eine ihm flüchtig bekannte Frau im Kreis Steinfurt mit einem Messer und stach auf sie ein. Mittlerweile gibt es neue Details zu dem Fall.

Der Beschuldigte war zur Tatzeit mit seinem Auto auf der Bahnhofstraße unterwegs. Dann lenkte er seinen Wagen gegen eine Laterne, als er die Frau sah, die auf dem angrenzenden Radweg unterwegs war. Dadurch versperrte der Mann der 57-Jährigen den Weg. Er stieg aus seinem Pkw in Mettingen bei Ibbenbüren aus und riss die Frau mit Gewalt zu Boden. Einen ähnlichen Fall gab es in der Region: Ein 18-Jähriger stach in Vreden mit einem Messer auf einen Gleichaltrigen ein. Gegen den Jugendlichen ermittelt nun die Polizei.

Messerangriff nahe Ibbenbüren: Täter leidet unter akuter Psychose

Daraufhin stach der Täter mit einem Messer mehrfach auf den Kopf und den Nacken der Frau ein. Dabei habe er wiederholt "Ich bin kein Terrorist" gerufen, heißt es in einem Bericht der Staatsanwaltschaft zum Vorfall in Mettingen bei Ibbenbüren. Als die Messerklinge daraufhin abbrach, schlug er den Kopf der 57-Jährigen mehrmals gegen den Boden. Hinzugekommene Passanten konnten den Angreifer schließlich überwältigen und von seinem Opfer losreißen.

Die Frau erlitt bei der Attacke in Mettingen, nordöstlich von Ibbenbüren, Stichverletzungen und Schürfwunden. Daraufhin wurde gegen den Angreifer wegen versuchten Mordes ermittelt. Mittlerweile geht die Staatsanwaltschaft nach den Ermittlungen der Polizei davon aus, dass der Beschuldigte aufgrund einer akuten paranoiden Psychose zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig war. Der 28-Jährige ist derzeit in einer forensischen Klinik untergebracht.

Bombe in Ibbenbüren? Opfer beschuldigte Täter

Der Mann sagte gegenüber der Polizei aus, dass die 57-Jährige ihn als "Terrorist" bezeichnet und behauptet habe, er wolle in Ibbenbüren "eine Bombe hochgehen" lassen. Für diese Anschuldigungen habe er sie bestrafen wollen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt – es könnte daher eine Unterbringung in eine psychiatrische Klinik angeordnet werden.

Im vergangenen Jahr hat sich im Kreis Steinfurt eine weitere brutale Attacke ereignet. Ein 27-Jähriger wurde in Rheine mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Drei Verdächtige wurden daraufhin festgenommen. Im Krankenhaus landete auch ein 21-Jähriger, nachdem ihm zwei fremde Personen in Münster in den Rücken gestochen haben.

Eine Bluttat hat sich jüngst auch in Bocholt ereignet. Dort wurde ein 21-Jähriger wohl aus Eifersucht niedergestochen. Mit einem Messer bedroht wurde auch ein Hausbewohner. Ein Unbekannter klingelte bei dem Mann in Münster, als der 82-Jährige den Täter demaskieren wollte.

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