Staatsanwaltschaft Münster ermittelt

Schwerkranke Frau in Pflegeheim getötet! Ehemann in U-Haft

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Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt wegen eines Mordes in einem Altenheim in Emsdetten. (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Münster erließ Haftbefehl gegen einen Mann aus dem Kreis Steinfurt. Er soll seine Ehefrau in einem Altenheim in Emsdetten getötet haben. Die Ermittlungen laufen.

  • In Emsdetten im Kreis Steinfurt wurde ein Mord verübt
  • Eine Frau in einem Altenheim wurde getötet
  • Die Staatsanwaltschaft Münster beantragte Untersuchungshaft für den Ehemann

Update: 13. Dezember, 16.41 Uhr. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde mittlerweile Untersuchungshaft gegen den Ehemann erlassen. Dies gab die Staatsanwaltschaft Münster in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Polizei Münster und Steinfurt bekannt. Der 67-Jährige steht unter dem dringenden Tatverdacht, am Donnerstag (12. Dezember) seine in einem Pflegeheim lebende Ehefrau (61) getötet zu haben.

"In der polizeilichen Vernehmung hatte der Rheinenser den Tatvorwurf nicht eingeräumt; er wolle die Tat jedoch auch nicht abstreiten, könne sich aber nicht an das Geschehen erinnern", beschreibt Oberstaatsanwalt Botzenhardt den aktuellen Ermittlungsstand zum Tötungsdelikt in Emsdetten.

Zudem berichtet Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft Münster, dass es bereits in der Vergangenheit zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten gekommen sei. So hatten im Jahr 2017 Polizisten selbst Strafanzeige gegen den 67-Jährigen gestellt - wegen des Verdachts der Körperverletzung, die der nun Festgenommene an seiner Ehefrau begangen haben soll.

Der Ehemann hatte damals selbst die Polizei verständigt. Da jedoch weder die verletzte Frau noch andere Familienmitglieder einen Strafantrag stellen wollten - und die Verletzungen nur leicht waren - wurde das Verfahren eingestellt. "Die Ermittlungen zum Tathergang und insbesondere zu dem Motiv dauern weiter an", erklärte Ulrich Bux, Leiter der Mordkommission in Münster, die das Tötungsdelikt in Emsdetten untersucht.

Zudem ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei in einem weiteren Fall: Eine 52-Jährige aus Borken wurde in ihrer Wohnung erstochen aufgefunden. Im Verdacht steht der Exfreund der Getöteten.

Emsdetten: Frau tot in Pflegeheim aufgefunden

Erstmeldung: 13. Dezember, 9.55 Uhr. Emsdetten/Münster - Eine grausame Tat ereignete sich in einem Pflegeheim in Emsdetten. Am Donnerstagabend (12. Dezember) entdeckten Altenpfleger in der Einrichtung an der Karlstraße eine leblose Bewohnerin (61) in ihrem Zimmer. Sie alarmierten sofort die Rettungskräfte - doch die Notärzin konnte nur noch den Tod der Frau feststellen.

Mord in Altersheim in Emsdetten: Staatsanwaltschaft Münster ermittelt

"Die Auffindesituation in dem Zimmer deutete sofort darauf hin, dass der Tod der Frau gewaltsam herbeigeführt wurde", schreibt Martin Botzenhardt, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Münster, in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Polizei Münster und Steinfurt. Sofort nach Auffinden des Leichnams in Emsdetten wurden erste Ermittlungen eingeleitet - und diese deuteten darauf hin, dass der Ehemann (67) der Getöteten der Täter sein könne, erklärt Botzenhardt weiter.

In einer anderen Stadt in der Region hatte sich vor Kurzem eine weitere grausame Tat ereignet: In Nottuln-Appelhülsen im Kreis Coesfeld soll ein Mann erst seine Frau und dann sich selbst getötet haben. Das Paar hinterlässt drei kleine Kinder.

Emsdetten/Münster: Obduktion der Toten noch am Freitag

"Polizisten nahmen den 67-Jährigen am frühen Abend in Rheine fest", erklärt Ulrich Bux, Leiter der eingerichteten Mordkommission in Münster.  Der Mann sei jedoch so stark alkoholisiert gewesen, dass er zu dem Mord in Emsdetten noch nicht vernommen werden konnte. Er musste zunächst im Krankenhaus behandelt werden.

Die Getötete war demenzkrank und lebte seit Jahresbeginn in dem Pflegeheim in Emsdetten. Zur Klärung der genauen Todesursache wird ihr Leichnam am Freitag am Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik in Münster untersucht, erklärt Botzenhardt, sowie: "Die Staatsanwaltschaft Münster wird beim zuständigen Amtsgericht Haftbefehl gegen den Beschuldigten beantragen." Die Ermittlungen laufen derzeit weiter - vor allem zum möglichen Motiv für den Mord.

Vor Kurzem begann der Prozess in einem anderen Mordfall: In Gescher im Kreis Borken hatte ein Mann seinen Bekannten mit 15 Messerstichen getötet. Es war zwischen den Befreundeten immer wieder zu Handgreiflichkeiten gekommen, die schließlich eskaliert waren. Zudem sorgte kürzlich ein versuchter Mord für Schlagzeilen: In Gronau verübten mehrere Männer ein Attentat auf einen Anwalt. Sie schossen aus einem Auto heraus auf das Opfer und verletzten es schwer. Nach der Tat flüchteten sie und konnten bisher nicht geschnappt werden. Auch in diesem Fall nahm die Staatsanwaltschaft Münster die Ermittlungen auf.

Vor Kurzem kam es in der Stadt zu einem Unfall: Auf der B481 bei Emsdetten (Kreis Steinfurt) prallte ein Autofahrer auf mehrere wartende Autos. Zwei Personen wurden verletzt, die Polizei sperrte die Bundesstraße ab. Ein tödlicher Unfall ereignete sich jüngst in der Domstadt: Ein 62-Jähriger wurde in Münster beim Eiskratzen von seinem Auto überrollt. Dabei verstarb der Mann.

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