Prozess am Landgericht

Mann missbraucht Kleinkinder – jetzt spricht das Gericht sein Urteil

+
Der Angeklagte speicherte Fotos von den Mädchen auf seinem Handy.

Zwei kleine Mädchen wurden mehrfach sexuell misshandelt, der Täter machte sogar Fotos davon. Nun verurteilte das Landgericht Münster den 24-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe. Besonders schlimm: Er war ihr Babysitter.

Münster/Steinfurt – Sein erstes Opfer war zum Tatzeitpunkt vier Jahre alt. Der vermeintliche Babysitter verging sich zwei Mal an dem kleinen Mädchen – und machte auch noch Fotos mit seinem Handy davon. 

Sein zweites Opfer war sogar noch junger: Eigentlich sollte der Schuldige auf die Zweijährige aufpassen. Stattdessen missbrauchte er auch sie. Die Liste seiner Vergehen an dem Kleinkind, die der Richter zu diesem Fall aufzählte, war erschreckend lang. Seine Taten kamen nur ans Licht, da eines der Mädchen ihren Eltern gegenüber davon erzählte. 

Täter entschuldigt sich: "Ich werde an mir arbeiten."

Vier Jahre und drei Monate lautet das Urteil für den heute 24-Jährigen. Die Strafe erhält er für acht Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch und fünf Fälle von sexuellem Missbrauch. Vor der Urteilsverkündung hatte der Angeklagte sich noch für seine Taten entschuldigt: "Es tut mir leid. Ich werde an mir arbeiten." Doch seine Reue im Gerichtssaal wirkte eher unglaubwürdig. 

"Das ist kein hartes Urteil", sagte der Richter während der Begründung. Der Angeklagte hätte durch sein frühes und umfassendes Geständnis die Kurve gekriegt. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert.

Wegen Missbrauchs verurteilt – So reagiert die Familie der Opfer

Bei einer Therapie besteht sogar die Möglichkeit, dass er nur zwei Drittel seiner Strafe absitzen muss. "Pädophilie ist nicht heilbar. Sie müssen lernen, damit umzugehen", wandte er sich an den Täter. Bislang war der junge Mann strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. 

Die Familien der Kinder reagierten schockiert – mit ungläubigem Lachen, Kopfschütteln und völliger Resignation. Auf die Anmerkungen des Richters, dass der Angeklagte bislang einen "guten Lebenslauf" vorweise, konnte sich eine Angehörige ihren Kommentar nicht verkneifen: "Sollen wir ihm noch ein Krönchen aufsetzen?"

Kürzlich zeigte eine Mutter aus Steinfurt den Reitlehrer ihrer Tochter an: Gegen ihn wird nun wegen schweren sexuellen Missbrauchs ermittelt. Wegen Besitzes von Kinderpornografie musste sich ein 18-Jähriger verantworten: Das Verfahren in Warendorf wurde gegen ihn jedoch eingestellt.

Wegen Verbreitung kinderpornografischer Schriften steht auch derzeit eine Bekanntheit im Visier: Gegen Preußen Münsters Aufsichtsratsmitglied Christoph Metzelder wird derzeit ermittelt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare