Messerattacke nach Prügelei

26-Jähriger sticht mit Messer auf Männer ein: Deshalb wurde er freigesprochen

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Nach einer Messerattacke in Steinfurt kam es zum Prozess gegen einen 26-Jährigen. Das Gericht sprach am Montag das Urteil. (Symbolbild)

Blutige Auseinandersetzung in Steinfurt: Nach einer Prügelei stach ein 26-Jähriger auf mehrere Männer ein, die ihn zuvor verprügelt hatten. Am Landgericht Münster wurde nun das Urteil gegen den Angeklagten gesprochen.

Update: 28. Mai. Es war ein brutaler Vorfall, der sich vergangenen Februar in Steinfurt ereignet hatte. Vier Männer randalierten an einer Bushaltestelle, was einen Bewohner auf den Plan rief, um das Quartett zurecht zu weisen. Doch die Situation eskalierte: Der 26-Jährige wurde mit Holzplatten, in denen noch Nägel steckten, attackiert.

Der Streit verlagerte sich in die Wohnung des Mannes – nachdem die die Randalierer ihn dorthin verfolgt hatten, stach er auf sie ein. In Münster kam es zum Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung. Dort wurde der Angeklagte vom Gericht freigesprochen. Begründung: Er habe in Notwehr gehandelt.

"In einer Notwehrlage darf der Betroffene zu Mitteln greifen, die den Angriff sofort beenden", erklärte der Richter nach seinem Urteilsspruch laut WN. Demnach habe der 26-Jährige aus Steinfurt sich das Messer nehmen dürfen, mit dem er auf die Angreifer eingestochen hat. 

Der Angeklagte habe einen schweren Stand gehabt, da er sich drei Personen gegenüber sah. "Panische Angst, ja Todesangst" seien demnach die Folge für sein Handeln gewesen, so der Richter weiter. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung gefordert. Ihrer Ansicht nach hätte sich der Angeklagte in seiner Wohnung in Steinfurt verstecken können, anstatt auf die Männer einzustechen. Gegen diese wurde zudem noch wegen des Vorfalls im Februar Anklage erhoben.

Steinfurt: Mann wird von Randalierern mit Holzplatten verprügelt – Dann sticht er auf sie ein

Erstmeldung: 12. Februar. Steinfurt – Ein heftiger Streit beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft Münster: Am frühen Sonntagmorgen (10. Februar) randalierten vier Männer im Alter von 18 und 22 Jahren an einer Bushaltestelle an der Ochtruper Straße. Sie schlugen gegen 1.40 Uhr mit Holzlatten gegen das Wartehäuschen.

Ein Anwohner wurde auf die Randalierer aufmerksam und ging auf das Quartett zu. Es kam zum Streit zwischen beiden Partien. Der 26-Jährige aus Steinfurt wurde plötzlich von den Jugendlichen angegriffen. Sie schlugen mit Fäusten und den Holzplatten auf ihn ein.

Steinfurter flüchtet in Wohnung – dann eskaliert der Streit

Der Anwohner ergriff die Flucht und rannte zurück in seine Steinfurter Wohnung – gefolgt von drei der Jugendlichen. Dort verschloss das Opfer seine Tür, bewaffnete sich mit einem Messer und wartete auf die jungen Männer. Plötzlich öffnete er die Wohnungstür und stach unmittelbar auf die Randalierer ein.

Auf der Ochtruper Straße in Steinfurt kam es zu dem blutigen Streit.

Einsatz in Steinfurt: Alle Beteiligte landen im Krankenhaus

Die Männer wurden von den zuvor informierten Einsatzkräften vor Ort versorgt und später in Krankenhäuser eingeliefert. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster wurde der 26-Jährige aus Steinfurt dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ gegen ihn einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung.

Gegen ihn wurde Untersuchungshaft angeordnet, wie die Polizei Steinfurt mitteilt. Auch die vier Randalierer erwartet ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Zwei weitere Vorfälle aus dem Kreis Steinfurt sorgten kürzlich für Schlagzeilen: Ein Ochtruper rastete nach einem Urteilsspruch aus und beleidigte die Richterin. Indes gelang der Polizei in Steinfurt ein Ermittlungserfolg: Sie nahmen eine Einbrecherbande hoch, die Tankstellen überfallen hatte. In Steinfurt kam es zu einem schlimmen Unfall – dabei wurde ein Fahrradfahrer von einem Auto erfasst und schwer verletzt. 

Bei einer Kollision in Steinfurt wurde ein Radfahrer schwer verletzt: Er hatte zuvor eine rote Ampel missachtet. Vor Kurzem wurde außerdem vier Mitgliedern einer Drogenbande der Prozess gemacht: Die Angeklagten aus dem Kreis Steinfurt müssen für viele Jahre hinter Gittern. Außerdem wollte ein junger Mann (21) in Münster eine Prügelei beenden – und wurde dann selbst brutal zusammengeschlagen

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