Verhaftung

Mordverdacht: Jugendliche (17) wegen tödlicher Explosion verhaftet

Bei einer Gasexplosion in Lienen kam ein Feuerwehrmann ums Leben.
+
Bei einer Gasexplosion in Lienen kam ein Feuerwehrmann ums Leben.

Drei Monate nach einer tödlichen Gas-Explosion im Kreis Steinfurt gibt es eine Verhaftung: Eine 17-Jährige soll für das Unglück verantwortlich sein. Sie steht nun unter Mordverdacht.

  • Im Februar ist bei einer Explosion im Kreis Steinfurt ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. 
  • Die Mordkommission hat eine Verdächtige festgenommen. 
  • Die 17-Jährige soll die Explosion mit Absicht herbeigeführt haben.  

Lienen – Er wurde nur 19 Jahre alt: Feuerwehrmann Stefan wurde im Februar bei einer Gas-Explosion im Kreis Steinfurt getötet. Zunächst wurde er durch die Erschütterung zusammen mit einem älteren Kollegen im Keller verschüttet – später konnte jedoch nur noch seine Leiche geborgen werden. 

Explosion in Lienen: Jugendliche aus Kreis Steinfurt verhaftet

Die Polizei Steinfurt hatte sofort mit den Ermittlungen begonnen und fand dabei heraus, dass es sich nicht um einen Unfall handelte. Anscheinend hatte jemand eine Gasflasche im Keller platziert. Eine Mordkommission wurde eingerichtet, die Beamten setzten eine Belohnung für Zeugenhinweise zu der Explosion in Lienen aus

Jetzt, rund drei Monate nach dem tragischen Einsatz, der für den 19-jährigen Stefan der letzte sein sollte, hat die Polizei Steinfurt einen Ermittlungserfolg zu verbuchen. Am Dienstag (5. Mai) wurde eine Jugendliche festgenommen, die mit der Explosion in Zusammenhang stehen soll. Ein anderer Prozess in der Region ging nun los: Ein Mann aus Bocholt soll den neuen Freund seiner Ex-Frau mit 35 Messerstichen getötet haben.

Mordverdacht gegen Jugendliche nach Gas-Explosion in Lienen (Kreis Steinfurt)

Die 17-Jährige wohnte vor der Explosion in dem Haus in Lienen (Kreis Steinfurt), das für Stefan zur Todesfalle wurde. Die Ermittler hatten an dem Ventil der Gasflasche eine weibliche DNA-Spur festgestellt. Daraufhin überprüften die Polizisten die möglichen Verdächtigen. Die DNA stimmt mit der der Jugendlichen überein. Auch eine Auswertung ihrer Handydaten brachte belastende Beweise. 

Warum das Mädchen die Gasflasche in dem Mehrfamilienhaus in Lienen platziert und die Explosion herbeigeführt haben soll, ist noch unklar. Die 17-Jährige aus dem Kreis Steinfurt streitet die Vorwürfe ab. Sie habe keine Erklärung dafür, wie ihre DNA an das Ventil gelangen konnte, erklärt der Leiter der Mordkommission, Thomas Götze. 

Motiv für Explosion in Lienen unklar – Jugendliche in Untersuchungshaft

"Das Motiv für die vorgeworfene Tat ist noch unklar", erläutert Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Die Hintergründe könnten in einer möglichen psychischen Labilität der Jugendlichen zu finden sein. Es besteht derzeit der dringende Verdacht, dass die Beschuldigte in einem Zustand psychischer Instabilität die Gasflasche geöffnet und eine Kerze angezündet hat."

Zum Zeitpunkt der Explosion im Kreis Steinfurt waren die Jugendliche und ihre Familie nicht vor Ort. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes, in Tateinheit mit versuchtem Mord, dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge und Sachbeschädigung gegen die 17-Jährige. Der Richter folgte dem Antrag. Das Mädchen sitzt nun in Untersuchungshaft. 

Auch ein Polizei-Einsatz endete kürzlich in einem Drama: Ein SEK-Beamter aus Münster wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung erschossen. Der Verdächtige hatte blind auf die Beamten gefeuert. 

Sollte die 17-Jährige, die des Mordes verdächtigt wird, verurteilt werden, müsste sie ins Jugendgefängnis. In diesem Video sehen Sie die Bedingungen in einer solchen Einrichtung: 

Angeklagt wegen Mordes ist auch ein 52-Jähriger: Er soll in Münster seinen Stiefvater erstochen haben. Die Mordkommission ermittelt auch in diesem Fall: Drei Männer aus Münster gingen schwer bewaffnet auf einen Flüchtling los. Einer der Angreifer schwebt nun in Lebensgefahr.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare