Vier Betriebe im Kreis Steinfurt 

Kadaver und Maden: Aufnahmen zeigen schlimme Zustände in Schweineställen

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In vier Mastbetrieben im Kreis Steinfurt deckten Aktivisten beängstigende Zustände auf. (Symbolbild)

Es sind Bilder, die für Tierfreunde kaum erträglich sind: Aktivisten haben in vier Mastbetrieben im Kreis Steinfurt heimlich Videoaufnahmen gemacht – und damit schlimme Zustände aufgedeckt. 

  • Aufnahmen aus Ställen im Kreis Steinfurt
  • Aktivisten veröffentlichen Video
  • Bilder zeigen verletzte Schweine

Steinfurt – Offene Wunden, Entzündungen, Schmerzen: Damit müssen Schweine in mindestens vier Ställen im Kreis Steinfurt leben. Videomaterial, das die Organisation tierretter.de am Sonntag (15. September) veröffentlichte, zeigt die katastrophalen Zustände in den Mastbetrieben. 

Schweine in Steinfurt zum Sterben zurückgelassen

Die Bilder wurden nachts in vier Stallungen aufgenommen, die namentlich nicht weiter benannt werden. Was darauf zu sehen ist, lässt so manchen Tierfreund geschockt zurück: Verletzte, leidende, sogar sterbende und bereits tote Tiere – mit blutenden oder eitrige Wunden, abgebissenen Schwänze, Mastdarmvorfällen. Das Video, mit dem die Tierschützer auf die Situation aufmerksam machen wollen, ist nichts für schwache Nerven. 

Das Video zeigt auch: In einem Stall im Kreis Steinfurt bevölkern unzählige Maden den Mittelgang zwischen den Pferchen, wie die Gehege genannt werden, In einem anderen finden sich scheinbar mehrere Tage alte Kadaver von Schweinen. Da scheint es noch das geringste Übel, dass die Schweine mitunter in ihren eigenen Exkrementen leben müssen. 

Aufnahmen im Kreis Steinfurt sollen Bewusstsein wecken

Einige Tiere sind mit einem blauen "X" markiert: "Also sind sich die Betreiber durchaus der Verletzungen bewusst", wird in dem Video geschlussfolgert. Trotzdem sind die Schweine in den Ställen in Steinfurt nicht von den anderen Tieren getrennt, wie es das Gesetz in einem solchen Fall vorschreiben würde – sondern zum Sterben zurückgelassen.

Solche Aufnahmen von Tierschützern tauchen auch im Münsterland immer wieder auf, doch nur selten haben sie rechtliche Konsequenzen. Im Fall der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Christina Schulze-Föcking, deren Mastbetrieb im Kreis Steinfurt 2017 mit ähnlichen Bildern für Empörung sorgte, stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlung ein. Der Grund waren "keine tatsächlichen Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten". 

Die Konsequenzen, auf die die Aktivisten jedoch hoffen, liegen vielmehr bei den Bürgern: Durch Bilder wie aus den Ställen im Kreis Steinfurt soll dem Verbraucher klar gemacht werden, aus welchen Betrieben 95 Prozent des gesamten Fleisches in Deutschland stammen, schreibt tierretter.de.

Mit dem Thema Massentierhaltung und ihren Folgen beschäftigt sich unsere Redakteurin Lisa Fraszewski auch in ihrer Klimakolumne: Sie erklärt, warum Menschen dringend aufhören sollten, Fleisch zu essen. Eine Aktion der Tierschutzorganisation PETA in Münster sorgte kürzlich für Aufsehen in der Innenstadt – das nahm unsere Volontärin Lea Wolfram als Anlass, einen Kommentar zum Thema "Meat Paradox" zu verfassen.

Die Polizei warnt außerdem Tierhalter in der Umgebung: In einem Wald in Steinfurt brachte ein Giftköder einen Hund in Lebensgefahr. Offensichtlich hatte er ein Stück Fleischwurst gefressen.

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