Prozess am Landgericht Münster

"Solche Schilderungen noch nicht erlebt": Missbrauch der eigenen Tochter schockiert Ermittler

Am ersten Prozesstag um den schweren Kindesmissbrauch sagte der Beschuldigte vor dem Landgericht Muenster aus. (Symbolbild)
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Am ersten Prozesstag um den schweren Kindesmissbrauch sagte der Beschuldigte vor dem Landgericht Münster aus. (Symbolbild)

Es sind grausame Taten, die am Landgericht Münster behandelt werden. Ein Familienvater soll seine leibliche Tochter schwer missbraucht haben. Nun kamen schlimme Details ans Licht.

  • Vater aus Kreis Steinfurt soll Tochter missbraucht haben
  • Prozess am Landgericht Münster
  • Angeklagter filmte die Taten mit dem Handy

Update: 4. Februar. Erstmals wurde in diesem Jahr der Prozess gegen einen 43-Jährigen aus Metelen fortgesetzt. Dem Mann wird vorgeworfen, seine leibliche Tochter im Kreis Steinfurt über mehrere Jahre schwer missbraucht zu haben. Am Dienstag kamen nun neue – zum Teil schlimme – Details ans Licht.

Wie nun am Landgericht Münster herauskam, vertraute sich das Opfer einer Bekannten ihrer Mutter an. Ihr berichtete sie von den Übergriffen des Vaters im Elternhaus in Metelen (Kreis Steinfurt). Gegenüber der Polizei beschrieb das Kind damals detailliert, wie ihr Vater sie über Jahre schwer missbraucht habe – zum Teil mit perversen Sexpraktiken.

"Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn solche Schilderungen noch nicht erlebt“, gab eine der Ermittlerinnen zu, wie die WN berichten. Da es unrealistisch sei, dass sich ein Kind solche Praktiken ausdenke, müsse diese Taten tatsächlich erlebt haben. Den Missbrauch im Kreis Steinfurt soll der Beschuldigte zudem mit seinem Handy gefilmt haben.

Auffällig wurde das Mädchen auch in der Schule: Nachdem sie nur unregelmäßig den Unterricht besuchte und von ihr selbst gemalte Bilder mit Rasierklingen gefunden wurden, wurde das Jugendamt eingeschaltet. Eine Angestellte suchte die Familie in Metelen (Kreis Steinfurt) auf. Dort habe der Angeklagte ihr zunächst den Zutritt verweigert. Die Mutter des Opfers zeigte sich hingegen hilfsbereit. Ein Urteil in dem Prozess am Landgericht Münster wird im Februar erwartet.

Missbrauch im Kreis Steinfurt: Angeklagter filmte seine Taten

Update: 19. Dezember. Der Angeklagte aus Metelen (Kreis Steinfurt), der über mehrere Jahre hinweg seine eigene Tochter missbraucht haben soll, hat am ersten Prozesstag die Vorwürfe weitestgehend eingeräumt. Er gab zunächst an, dass er über einen langen Zeitraum Ärger mit seiner Tochter gehabt habe, da ihr Zimmer stets unaufgeräumt gewesen sei. Dies sei jedoch nicht der Grund gewesen, weshalb er sie missbraucht hat, so die WN.

Seine Handlungen begründete er damit, dass er seine Tochter vor bestimmten sexuellen Handlungen, die er an ihr vornahm, habe schützen wollen. Er wollte ihr so die Gefahr dieser Praktiken vor Augen führen. Den sexuellen Missbrauch in der Wohnung im Kreis Steinfurt nahm er dabei mit dem Handy auf. Sie seien für den privaten Gebrauch der Tochter bestimmt gewesen, gab er vor dem Landgericht Münster an.

Der 43-Jährige betonte vor Gericht, dass er seine Tochter zu keinen Handlungen gezwungen habe und sie nie "Nein" gesagt hätte. Der Anwalt des mittlerweile 14 Jahre alten Mädchens zeigte sich aufgrund der Einlassungen des Angeklagten aus dem Kreis Steinfurt erschüttert. Auf dessen Nachfrage, ob die schlimmen Taten einen negativen Einfluss auf seine leibliche Tochter gehabt hätten, beantwortete der Beschuldigte bloß mit "Keine Ahnung".

Die Verhandlung soll am 6. Januar am Landgericht Münster fortgesetzt werden. Bis dahin soll auch entschieden werden, ob das Opfer aus dem Kreis Steinfurt aussagen soll. Vor Gericht muss sich nun ein Student verantworten: Der 26-Jährige aus Münster soll sieben Kinder in einem Ferienlager missbraucht haben

Missbrauch im Kreis Steinfurt: 18 Fälle werden in Münster behandelt

Erstmeldung: 18. Dezember. Metelen/Münster – Ein 43-Jähriger steht seit dem heutigen Mittwoch (18. Dezember) vor Gericht. Die vergangenen drei Monate verbrachte er bereits in Untersuchungshaft. Am 27. Juni erfolgte der Zugriff der Beamten gegen den Mann aus dem Kreis Steinfurt, dem schlimme Taten vorgeworfen werden.

18 Mal soll er seine leibliche Tochter in der gemeinsamen Wohnung in Metelen (Kreis Steinfurt) schwer missbraucht haben, wie Gerichtssprecher Steffen Vahlhaus auf Anfrage bestätigte. Die Taten, die nun vor dem Landgericht Münster ans Tageslicht kommen, sollen sich zwischen 2013 und April 2019 zugetragen haben. Sechs Jahre lang wurde die heute 14-Jährige von ihrem Vater missbraucht. Ein ähnlicher Prozess startete nun vor dem Landgericht: Eine 40-Jährige wirft ihrem Ehemann aus der Nähe von Münster vor, sie im Eigenheim vergewaltigt zu haben. 

Wie der Missbrauch ans Tageslicht kam, ist bislang noch nicht bekannt. Dies könnte im Laufe des Prozesses geklärt werden. Ebenso ist noch unklar, ob das Opfer des 43-Jährigen aus dem Kreis Steinfurt vor dem Landgericht in Münster wird aussagen müssen. Dies ist davon abhängig, ob der Angeklagte sich auf die Vorwürfe einlässt oder nicht. 

Landgericht Münster: Urteil gegen Vater aus Kreis Steinfurt im Februar

Laut Anklageschrift soll es sich um sehr schwerwiegende Taten handeln, die der Beschuldigte aus dem Kreis Steinfurt begangen haben soll. Ein Urteil soll nach jetzigem Stand am 4. Februar 2020 fallen. Ein ähnlicher Fall wurde am Landgericht Münster im Sommer dieses Jahres behandelt. Ein Mann aus Rheine hatte ebenfalls seine eigene Tochter mehrfach missbraucht. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Es sind nicht die einzigen derartigen Fälle aus dem Kreis, die ans Tageslicht kamen: Ein Reitlehrer aus dem Kreis Steinfurt soll sich an einem Mädchen vergangen haben. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen laufen noch. Vor Kurzem erst fiel vor dem Landgericht ein mit Spannung erwartetes Urteil: Drei Männer aus Münster, unter anderem der bekannte "Jizzo", saßen wegen Kindesmissbrauchs auf der Anklagebank. Zwei von ihnen wurden nun verurteilt.

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