Prozess am Landgericht gegen Steinfurterin

Tochter kann nicht einschlafen – Mutter gibt ihr Methadon

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Eine Mutter hat ihrer Tochter täglich Methadon gegeben. Jetzt steht sie vor Gericht. (Symbolbild)

Einer Mutter wird seit Montag der Prozess gemacht: Die Frau aus Steinfurt wird beschuldigt, ihrer Tochter regelmäßig Methadon verabreicht zu haben. 

  • Prozess gegen 34-Jährige am Landgericht Münster
  • Frau aus Steinfurt soll Tochter Methadon verabreicht haben
  • Kind litt an Schlafstörungen

Steinfurt/Münster – Es war ein tränenreicher Prozessauftakt am Landgericht Münster. Sichtlich aufgewühlt zeigte sich die Angeklagte, der zur Last geworfen wird, ihrer Tochter kurz nach der Geburt regelmäßig Schmerzmittel verabreicht zu haben.

Die 34-Jährige gab vor dem Gericht in Münster an, seit vielen Jahren selber abhängig von dem starken Schmerzmittel zu sein und dieses auch während der Schwangerschaft genommen zu haben. 2015 kam die Tochter schließlich im Kreis Steinfurt zur Welt. Das Kind entwickelte sich in der folgenden Zeit nur verzögert.

Prozess in Münster: Mutter aus Steinfurt (NRW) wollte Kind zum Schlafen bringen

Die Angeklagte aus Steinfurt gab an, dass ihre Tochter nur schwer einschlafen konnte. Also habe sie im März 2019 begonnen, ihr über mehrere Monate täglich Methadon zu geben. So sollte das Kind nachts besser schlafen können. 

Bei dem Schmerzmittel handelt es sich um ein hoch wirksames Medikament, das häufig Drogenabhängigen, insbesondere Heroinsüchtigen, verabreicht wird. Sogar nachdem das Mädchen wegen einer Atemerkrankung ins Krankenhaus eingeliefert musste, soll sie von ihrer Mutter aus Steinfurt das Betäubungsmittel bekommen haben.

Mutter aus Steinfurt (NRW) in Untersuchungshaft

Während eines Klinikaufenthaltes in Münster – das Kind wurde wegen einer Lungenentzündung eingeliefert –  wurde im Urin des Mädchens das Methadon entdeckt. Nun steht die 34-Jährige aus Steinfurt wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor Gericht. Das Sorgerecht für die mittlerweile vier Jahre alte Tochter wurde ihr entzogen. Seit Juni sitzt die Angeklagte in U-Haft. Der Prozess am Landgericht, wo neulich ein Geisterfahrer aus Bocholt zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, wird am Donnerstag (19. Dezember) fortgesetzt. Das Urteil wird am 30. Januar 2020 erwartet.

Ein aufsehenerregender Prozess ging neulich vor dem Landgericht zu Ende: Drei Männer hatten in Münster mehrere Jugendliche missbraucht. Zwei von ihnen wurden verurteilt. Zudem begann kürzlich ein Mordprozess: Der Angeklagte aus Gescher soll einen Bekannten mit 15 Messerstichen getötet haben. Vermutlich hatten beide eine Beziehung miteinander.

Vor Kurzem kam es in der Nähe zu einem Unfall: Auf der B481 bei Emsdetten (Kreis Steinfurt) prallte ein Autofahrer auf mehrere wartende Autos. Zwei Personen wurden verletzt, die Polizei sperrte die Bundesstraße ab. Vor dem Landgericht wird derzeit auch dieser Fall behandelt: Ein Paar aus Lüdinghausen soll die eigene Tochter schwer missbraucht haben.

Vor dem Landgericht Bielefeld wird derzeit dieser Fall behandelt: Ein Mann aus Sassenberg soll seine Nichte und seinen Neffen sexuell missbraucht haben. Die Taten filmte er sogar. Verurteilt wurde nun auch dieser Mann: Der Angeklagte aus Ahaus hatte von einer Elfjährigen Nacktbilder gefordert. Er lernte sie im Chat kennen.

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