Urteil

Mutter gibt Tochter Methadon zum Einschlafen: Jetzt muss sie ins Gefängnis

Weil sie ihrer Tochter Methadon verabreichte, wurde eine 34-Jaehrige jetzt verurteilt. (Symbolbild)
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Weil sie ihrer Tochter Methadon verabreichte, wurde eine 34-Jährige jetzt verurteilt. (Symbolbild)

Mehrere Monate lang soll eine Mutter ihrer Tochter Methadon verabreicht haben. Damit wollte sie die Schlafstörungen des Mädchens behandeln. Jetzt wurde die Frau verurteilt.

  • Prozess am Landgericht in Münster
  • Frau aus Steinfurt soll Kind Methadon verabreicht haben
  • 34-Jähriger wurde jetzt verurteilt

Steinfurt/Münster – Der Prozess am Landgericht Münster begann tränenreich und endete am Donnerstag (30. Januar) ebenfalls mit vielen Tränen. Vor Gericht stand eine 34-Jährige, die ihrem vier Jahre alten Kind über mehrere Monate Methadon verabreicht haben soll.

52 Mal soll die Frau aus Steinfurt dem Mädchen das Medikament gegeben haben. Das Kind litt an Schlafstörungen, nachdem es sich zunächst erst verzögert entwickelt hatte. Die Mutter wollte mit dem Betäubungsmittel, das normalerweise drogenabhängigen Menschen verabreicht wird, ihre Tochter nur zum Einschlafen bringen, hatte sie im Prozess betont. Nach einer Atemerkrankung wurde sie in ein Krankenhaus eingeliefert. 

Urteil in Münster: Motiv der Frau aus Steinfurt bleibt ungeklärt

Im Urin des Mädchens wurde das Methadon schließlich entdeckt. Die Frage nach dem 'Warum' konnte vor dem Landgericht Münster nicht abschließend geklärt werden, wie Pressesprecher Steffen Vahlhaus bestätigt. Die Richterin vermutete, dass die Mutter aus Steinfurt, die mit ihrem Lebensgefährten zusammenlebte, mit ihrer Situation überfordert gewesen sei. 

Am Donnerstag wurde die Beschuldigte aus Steinfurt nun zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt – wegen gefährlicher Körperverletzung in 52 Fällen in Tateinheit mit dem unerlaubten Verabreichen von Betäubungsmitteln. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Haftstrafe von vier Jahren gefordert. In ihrer Urteilsbegründung stellte die Richterin klar, dass das Methadon für das Kind tödliche Folgen hätte haben können. 

Eigenem Kind Methadon verabreicht: Frau aus Steinfurt verliert Sorgerecht

Die Vierjährige aus Steinfurt musste aufgrund des Betäubungsmittels eine lange Zeit im Krankenhaus verbringen. Mittlerweile wohnt das Kind beim Lebensgefährten der 34-Jährigen, der mittlerweile das alleinige Sorgerecht hat. Die Verurteilte, die selber viele Jahre drogenabhängig war, gab vor dem Urteilsspruch an, dass ihr das Geschehene "unendlich leid" tue. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob die Frau aus Steinfurt in Revision geht, ist noch offen.

Verurteilt wurde vor wenigen Tagen auch ein 27-Jähriger: Der Mann aus Ahaus hatte über einen Chat eine Elfjährige kennengelernt. Er forderte von ihr Nacktfotos. Zu Bewährung wurde hingegen diese Angeklagte verurteilt: Eine Mutter aus Ibbenbüren hat ihr Kind zu Tode geschüttelt

In einem anderen Fall misshandelte eine Mutter ihr Kind in aller Öffentlichkeit: 

Begonnen hat nun ein weiterer Prozess: Ein 52-Jähriger soll seine Tante aus Münster ermordet haben. Bislang schweigt der Angeklagte. Um Missbrauch geht es indes in diesem Fall: An seiner eigenen Tochter soll sich ein Mann aus Lengerich nahe Münster vergangen haben. Zum Prozessauftakt gestand er die Taten.

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