Zwei Risse im März

DNA-Analyse bringt Gewissheit: Wolf hat Tiere in Westerkappeln getötet

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NRW wurde vor einigen Monaten zum offiziellen Wolfsgebiet erklärt. (Symbolbild)

DNA-Beweis: Im März wurden zwei Damwildspießer in Westerkappeln gerissen. Eine Untersuchung belegt nun, dass ein Wolf die Tiere erlegte. 

Update: 8. Mai. Westerkappeln –  Die DNA, die im März nach zwei verdächtigen Rissen zur Untersuchung geschickt wurde, ist nun ausgewertet. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gibt seit Dienstag (7. Mai) bekannt: Das Damwild wurde tatsächlich von einem Wolf erlegt. 

Dabei handelt es sich um einen weiblichen Wolf, also eine Fähe. Sie trägt die Kennung GW965f. Dasselbe Tier hatte sich erwiesenermaßen im März 2018 im Lankreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), genauer gesagt im Gebiet "Die Lucie", aufgehalten. Ein Jahr später hält der Vierbeiner sich möglicherweise nach wie vor in Westerkappeln auf. 

Der Züchter aus Westerkappeln, dessen Tiere von dem Wolf gerissen wurden, kann nun eine Entschädigung für seinen Verlust erhalten. Das LANUV rät Tierhaltern, ihre Herden im Wolfsgebiet besonders zu schützen. Besondere Maßnahmen werden komplett aus Landesmitteln gefördert, heißt es in der Mitteilung. 

Bestätigte Sichtung: Wolf in der Region auf Foto eingefangen

Update: 22. März. Westerkappeln – Lebt ein Wolf in der Region um Westerkappeln im Kreis Steinfurt? Nachdem dort ein Hirsch gerissen wurde, kam dieser Verdacht auf. Dieser könnte nun bestätigt werden. Denn: In Neuenkirchen, knapp 50 Kilometer von Westerkappeln entfernt, wurde tatsächlich ein Wolf gesichtet.

Dieser lief zufällig einem Jäger vor die Linse, wie die NOZ berichtet. Entstanden ist die Aufnahme im Gehn zwischen der Ortschaft Lintern und Ueffeln. Wenige Tage zuvor wurde in der Nähe ein Reh gerissen. Ob der Wolf dafür verantwortlich ist, soll derzeit in Hannover durchleuchtet werden.

So berichtet der Jäger, der den Schnappschuss gemacht hat, dass knapp 500 Meter entfernt ebenfalls ein Reh gerissen worden sei. Die Vermutung liegt nahe, dass dies ebenfalls das Werk des Wolfes auf dem Foto war. Seiner Ansicht nach sei es durchaus möglich, dass der in Neuenkirchen gesichtete Wolf nach Westerkappeln weitergezogen sei.

Im Gehn in der Nähe von Neuenkirchen hat der Jäger den Wolf auf Kamera eingefangen.

Wolf-Alarm in Westerkappeln? Amt untersucht DNA-Spuren

Erstmeldung: 19. März. Westerkappeln – Bereits am vergangenen Dienstag (12. März) wurde ein einjähriger Damhirsch in seinem Gehege gerissen. Der Besitzer des Gebiets war zunächst von einem Hunde-Angriff ausgegangen. Auf einen Hinweis seiner Bekannten schöpfte er jedoch Verdacht. 

Der Züchter informierte die Behörden. Inzwischen wurden DNA-Proben von dem toten Tier genommen, die von einem Institut in Frankfurt untersucht werden sollen. Es könnte jedoch schwierig sein, die DNA-Spuren eindeutig dem Wolf zuzuordnen, da zwischen dem Riss und der Probennahme drei Regentage lagen. 

Westerkappeln: Wolfsriss? Verdacht wird überprüft

Dass es sich bei dem Vorfall in Westerkappeln durchaus um einen Wolfsriss handeln könnte, zeigen typische Bissspuren an der Kehle des Kadavers. Außerdem wurden Pfotenspuren entdeckt, die nun vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) weiter untersucht werden. 

Das Wildgehege befindet sich an der Straße "Im Hook".

Offenbar gab es in den vergangenen Wochen im Bereich Westerkappeln weitere Wolfssichtungen. Wer einen solchen Vierbeiner sieht, sollte dies sofort der zuständigen Behörde (Telefon: 02361/30 50) melden und die ansässigen Nutztierhalter warnen. 

Westerkappeln bislang kein Wolfsgebiet

Im vergangenen Herbst wurde NRW wieder zum Wolfsgebiet erklärt. Zuletzt wurde ein Wolf verdächtigt, im nur 25 Kilometer von Westerkappeln entfernten Ladbergen mehrere Schafe gerissen zu haben. Eine Gen-Analyse konnte diesen Verdacht allerdings nicht bestätigen. In anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Wolf aber nachweislich aktiv. In Schermbeck fielen Schafe dem Raubtier zum Opfer. 

In Westerkappeln jedoch wurde laut Informationen der WN in den letzten Jahren kein Wolf gesichtet. Wenn in diesem Fall ein solcher Vierbeiner den Tod des Damwilds verschuldet hat, besteht immer noch die Möglichkeit, dass dieser nur auf der Durchreise war. 

Bis Gewissheit besteht, heißt es in Westerkappeln: aufmerksam bleiben und Ruhe bewahren. Mit den Testergebnissen ist frühestens in sechs bis acht Wochen zu rechnen. 

Einen immensen Schaden hatte kürzlich ein Feuer in einer Scheune in Westerkappeln angerichtet: Die Polizei beschlagnahmte die Brandstelle – und konnte die Ursache ermitteln.

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