Wirtschaft

Millionen-Kredit für Takko: 14.000 Beschäftigte vor Corona-Pleite bewahrt

Die Mode-Kette Takko mit Sitz im Münsterland verzeichnete wegen des Corona-Lockdowns riesige Umsatzeinbußen. Dem Unternehmen aus Telgte drohte das Aus. Nun besteht wieder Hoffnung.

Update: 15. März, 14,27 Uhr. Der wochenlange Corona-Lockdown traf den Einzelhandel in Deutschland hart. Einigen Unternehmen geht das Geld aus, weil sie ihre Geschäfte über einen langen Zeitraum nicht öffnen durften. Auch die Modekette Takko, die ihren Sitz in Telgte hat, verzeichnete große Umsatzeinbußen. Der Discounter führte Verhandlungen mit dem Land NRW. Doch es kam zu keiner Einigung. Doch nun besteht für die Firma aus dem Münsterland wieder Hoffnung.

Takko erhielt nun eine Finanzspritze, wie WN am Montagmittag berichtete. Das Unternehmen habe demnach sein akutes Liquiditätsproblem in den Griff bekommen. Nachdem die Corona-Regeln beim vergangenen Corona-Gipfel gelockert wurden, konnten einige Filialen ihre Türen für Kunden wieder öffnen. Viele Menschen statteten den Geschäften einen Besuch ab, um sich mit Mode einzudecken.

Zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von über 54 Millionen gab es zusätzlich von Banken, Investoren und Eigentümern. „Wir freuen uns, dass wir so schnell eine Lösung gefunden haben“, sagte der Beiratsvorsitzender und Interims-Vorstandschef, Karl-Heinz Holland. Mit den nun zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln könne man kurzfristig die operativen Kosten decken. Des Weiteren sei der Fortbestand von Takko vorerst gesichert.

Unternehmen: Takko Holding GmbH
Gründung:1982
Firmensitz:Telgte (Münsterland)
Leitung: Alexander Mattschull, Ulrich Eickmann, Andreas Silbernagel
Mitarbeiterzahl: mehr als 17.000 Mitarbeiter

Takko wegen Corona-Lockdown vor dem Aus? Keine Einigung mit der NRW-Landesregierung

Update: 9. März, 12.50 Uhr. Dem Modediscounter Takko, der seinen Firmensitz in Telgte hat, geht das Geld aus. Aufgrund des monatelangen Corona-Lockdowns blieben die Filialen in Deutschland für Kunden geschlossen. Das Unternehmen verzeichnete gravierende Umsatzverluste. Die zuletzt geltenden Beschränkungen hätten „Woche für Woche zehn Millionen Euro gekostet“. Deshalb nahm die Chefetage Gespräche mit dem Land Nordrhein-Westfalen auf, um eine Bürgschaft über mehrere Millionen Euro zu beantragen. Doch die Verhandlungen sind laut Takko „de facto gescheitert“.

Die Mode-Kette teilte am Montag (8. März) in einer Mitteilung mit, dass Takko sich „nun um eine andere Lösung bemühen müsse, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern“. Takko gibt der NRW-Landesregierung eine Mitschuld an den gescheiterten Verhandlungen, berichtet wa.de. Doch das Land konterte: Die Firma habe das Angebot der staatlichen Bürgen ausgeschlagen. Der Corona-Lockdown habe laut Takko das „kerngesunde Unternehmen“ in eine „wirtschaftliche Extremsituation gebracht“.

„Ich bin mehr als enttäuscht darüber, dass uns das Land NRW in dieser Situation nicht unterstützt“, äußerte sich Karl-Heinz Holland, Interims-Vorstandschef von Takko. Mit dem gewährten Kredit hätte man nach eigenen Angaben „wieder Luft zum Atmen“ gehabt. Ohne das Unternehmen beim Namen zu nennen, hieß es dazu aus dem Wirtschaftsministerium, dass „in derartigen Fällen“ eine Bürgschaft auf die Kreditmittel beschränkt sei. Man wolle die Hauptlast nicht auf den Steuerzahler und die Mitarbeiter abwälzen. Seit Montag (8. März) ist Shoppen per „Click and Meet“ in einigen Läden möglich. Darüber hinaus gab es mancherorts noch weitere Corona-Lockerungen: Die Fitnessstudios in Hessen öffneten und auch Sportler in NRW hoffen, dass sie bald wieder in den Centern trainieren können.

Lockdown fordert seinen Tribut: Muss Takko in NRW aufgeben?

Erstmeldung: 17. Februar. Das Coronavirus* hat die Welt weiterhin fest im Griff. Deutschland befindet sich nun schon seit Wochen in einem harten Lockdown und der Einzelhandel muss seine Türen für Kunden geschlossen halten. Vielen Betrieben geht daher langsam das Geld aus. Nun wurde bekannt, dass ein weiteres Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen (NRW) stark unter den Folgen der Pandemie leidet.

Konkret geht es um den Textildiscounter Takko, der seinen Firmensitz in Telgte im Münsterland* hat und rund 17.000 Mitarbeiter beschäftigt. Nach eigenen Angaben musste die Mode-Kette nun ein Kredit beim Land NRW beantragen. Doch das Unternehmen ist kein Einzelfall. In der Einzelhandelsbranche kämpfen viele Betriebe ums Überleben, da ihnen die Einnahmen fehlen. Die Folge sind KündigungenSchließungen und Insolvenzen.

Lockdown in Deutschland: Immer mehr Unternehmen von Corona-Pleiten betroffen

Neben Takko aus dem Münsterland haben auch andere namhafte Modeketten mit den Folgen der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. Das Unternehmen Pimkie ist insolvent und schließt etwa die Hälfte aller Filialen in Deutschland*, davon betroffen sind unter anderem auch die Standorte in Bielefeld* und Paderborn* in. 150 Angestellten droht allein hier die Kündigung.

Auch im kosmetischen Bereich ist die Lage sehr ernst. Die Parfümerie Douglas will wegen Corona etwa 20 Filialen in NRW schließen*, wie die Kollegen von owl24.de berichteten. Vor allem Geschäfte im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen seien hier von den Maßnahmen betroffen. Wann die Schließungen vollzogen werden sollen, steht aber noch nicht fest. Der Textildiscounter Takko steht nach eigenen Angaben noch nicht vor dem Ende. Dennoch benötige man nun dringend einen Kredit.

NRW: Drastische Coronavirus-Folgen – Takko aus Telgte beantragt Kredit

Die Mode-Kette aus Telgte, die 1982 als Modea in Münster* gegründet und 1999 in Takko unbenannt worden war, hat finanzielle Hilfen beantragt, weil sie stark unter den Folgen des Lockdowns in Deutschland leide. Das gab das Unternehmen bereits am Sonntag (14. Februar) bekannt. Bei dem Kredit handelt es sich um eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalens.

Konkret geht es bei Takko um einen Überbrückungskredit im mittleren zweistelligen Millionenbereich, wie ruhr24.de* berichtet. „So bald wie möglich“ benötige das Unternehmen die Zusage des Kredits, heißt es. Ansonsten seien rund 14.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. „Takko ist ein gesundes Unternehmen, aber nach fast drei Monaten Lockdown brauchen wir diese Unterstützung“, erklärte der Takko-Geschäftsführer Karl-Heinz Holland.

Dem Modediscounter Takko geht wegen der anhaltenden Coronavirus-Krise das Geld aus.

Coronavirus-Krise: Unternehmen in NRW geht das Geld aus – droht Takko die Insolvenz?

Trotz der anhaltenden Krise, die die Menschen weltweit wohl vor allem aufgrund der Coronavirus-Mutationen* noch länger beschäftigen wird, blickt der Betrieb aus dem Münsterland dennoch zuversichtlich in die Zukunft, obwohl zuletzt Unternehmen wie Esprit oder Tom Tailor Insolvenz anmeldeten. Takko würde derzeit keine Insolvenz drohen, heißt es. 2019 sei für die Mode-Kette das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit zehn Jahren gewesen. Auch nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hätte man „ein extrem starkes zweites Halbjahr gehabt“.

Fast in jeder Klein- und Großstadt in NRW gibt es derzeit eine Takko-Filiale. Damit das so bleibt, müssen die Gelder möglichst bald fließen. Auf die Überbrückungshilfe III der Bundesregierung kann das Unternehmen nicht hoffen. Da der Umsatz des Textildiscounters aus Telgte bei über 750 Millionen Euro liegt, hat der Betrieb darauf keinen Anspruch. Wann die Filialen jedoch wieder geöffnet werden könne, ist derzeit nicht absehbar. Trotz des Corona-Lockdowns bleiben einige wenige Geschäfte in NRW geöffnet*, zudem dürfen bald auch wieder die Friseure in NRW öffnen. (*Msl24.de, owl24.de, wa.de und ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/Frank Rumpenhorst/dpa (Fotomontage: Msl24.de)

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