Vorfälle im Kreis Warendorf

Fahndung: Falsche Caritas-Angestellte durchwühlen Wohnungen

Im Kreis Warendorf wurden zwei Rentnerinnen von falschen Caritas-Mitarbeiterinnen reingelegt. (Symbolbild)
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Im Kreis Warendorf wurden zwei Rentnerinnen von falschen Caritas-Mitarbeiterinnen reingelegt. (Symbolbild)

Unter falscher Identität verschafften sich im Kreis Warendorf zwei Frauen Zugang in Wohnungen von Seniorinnen. Sie sagten, sie seien von der Caritas – und durchwühlten dann die Schränke.

  • In zwei Städten im Kreis Warendorf sind Betrügerinnen unterwegs
  • Die beiden Frauen geben sich als Caritas-Mitarbeiterinnen aus
  • Die Polizei fahndet nach den Verdächtigen

Beckum/Oelde – Gleich zwei sehr ähnliche Vorfälle ereigneten sich am Mittwoch (6. November) in zwei Städten im Kreis Warendorf. Dort hatten sich zwei Frauen unter falschem Vorwand Zutritt zu Wohnhäusern von Seniorinnen verschafft – indem sie sich als Mitarbeiterinnen der Caritas ausgaben. Einen ähnlichen Fall gab es in der Region: Eine Frau aus Gronau wurde von einem Liebes-Betrüger um ihr Erspartes gebracht. Er hatte sich als Schiffsarzt ausgegeben. 

Falsche Caritas-Mitarbeiterinnen im Kreis Warendorf unterwegs

Der erste Vorfall ereignete sich gegen 12.30 Uhr am Sertürnerweg in Oelde. Die Verdächtigen klingelten bei einer Seniorin und betraten, nachdem sie sich als Mitarbeiterinnen der Caritas vorgestellt hatten, die Wohnung. Dort durchwühlten sie die Schränke. Eine halbe Stunde später wiederholten die beiden Betrügerinnen ihre Masche bei einer anderen Dame: Auch in ihrer Wohnung in der Straße Am Lippbach durchsuchten sie Schränke, wie die Polizei Warendorf berichtet.

Erst vor wenigen Wochen wurde in der Stadt im Kreis Warendorf nach Dieben gefahndet: Ein Betrüger-Duo hatte in Beckum einer Seniorin mit einem Trick die EC-Karte gestohlen. Ebenfalls in der Stadt kam es zu diesem Vorfall: Nach einer Umarmung von einer Fremden musste eine Seniorin aus Bocholt die Polizei rufen

Polizei fahndet nach Betrügerinnen im Kreis Warendorf

Weil sich die Taten sehr ähneln und nicht weit voneinander entfernt innerhalb von kurzer Zeit stattfanden, geht die Polizei davon aus, dass es sich in beiden Fällen im Kreis Warendorf um dieselben Täterinnen handelt. Die angeblichen Caritas-Mitarbeiterinnen konnten folgendermaßen beschrieben werden:

1. Täterin
ist ist zwischen 40 und 50 Jahre alt
sie ist etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß
sie ist etwas korpulent
sie hat rote oder rötliche Haare
sie trug dunkle Kleidung
in Beckum trug sie eine silbergraue Mütze
2. Täterin
sie ist zwischen 20 und 25 Jahre alt
sie ist schlank
sie hat dunkle, kurze Haare
sie trug helle Oberbekleidung und eine Hose mit Löchern im unteren Bereich

Nach Durchsicht der Schränke gaben die Seniorinnen an, dass nichts gestohlen worden sei. Dennoch sucht die Polizei nach den beiden fremden Frauen: Wer Hinweise zu den falschen Caritas-Mitarbeiterinnen geben kann, wird gebeten, sich an die Polizeibehörden im Kreis Warendorf zu wenden: für Beckum die Telefonnummer 02521/91 10 und für Oelde die Nummer 02522/91 50. Eine andere Masche verwenden Betrüger derzeit im Münsterland: In Ahaus nutzen "Falsche Polizisten" einen technischen Trick, um ihre Opfer hereinzulegen. 

Betrug im Kreis Warendorf und der Region – So verhalten Sie sich richtig

Immer wieder kommt es zu Betrugsfällen, von denen vor allem ältere Menschen betroffen sind. Wie auch bei den beiden jüngsten Fällen aus dem Kreis Warendorf geben sich Betrüger oft unter falscher Identität zu erkennen und ergaunern so zum Teil hohe Geldsummen. In Münster brachten Kriminelle vor Kurzem mit einem Anruf einen Rentner um 50.000 Euro. Die Männer hatten sich als Polizisten ausgegeben.

Immer wieder warnt die Polizei vor falschen Polizisten, wie auch vor Kurzem in Bocholt im Kreis Borken. Die Täter hatten einem Senioren weisgemacht, sein Sohn sei in einen Unfall verwickelt gewesen, und verlangten eine Kautionszahlung. Doch der Angerufene wurde misstrauisch und alarmierte die Polizei. Um nicht Opfer eines Betruges dieser Art zu werden, gibt die Polizeiberatung online unter anderem folgende Tipps:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung oder Ihr Haus
  • Lassen Sie fremde Personen immer vor der verschlossenen Haustür warten oder lassen Sie sie zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen, wenn eine Vertrauensperson von Ihnen mit dabei ist
  • Lassen Sie sich von Amtspersonen stets einen Dienstausweis vorzeigen
  • Geben Sie am Telefon oder an der Haustür niemals Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse
  • Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen, sondern legen einfach auf
  • Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die Polizei

Zudem fahndet die Polizei im Kreis Steinfurt nach einem Diebestrio, das in mehreren Städten in Elektromärkten zugeschlagen hatte. Erneut treiben Betrüger ihr Unwesen. In Rheine geben sie sich am Telefon als Polizisten aus.

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